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12.50

Bundesrat Mag. Stephan Auer-Stüger (SPÖ, Wien): Vielen Dank, Frau Vizepräsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Vielen Dank, Kollegin Herunter! Ich kann da nahtlos anschließen.

Ich glaube, wenn man über Meere spricht, sollte man sich schon noch einmal diesen Spruch vergegenwärtigen, dass alles Leben aus dem Wasser kommt. Das ist nicht nur ein Kalenderspruch, der schön klingt, sondern eine biologische Tatsache, und wenn man das Wasser und die Weltmeere schützt, dann schützen wir uns selber. Das muss uns klar sein, wenn wir über diesen heutigen Vertrag reden. (Beifall bei der SPÖ und bei Mitgliedern des Bundesrates von der ÖVP.)

Vor allem weil uns der direkte Zugang zum Meer fehlt – ich sage dann noch kurz etwas dazu –, kommt uns immer der Ozean so weit weg und unzerstörbar vor, aber leider ist das Gegenteil der Fall. Unsere Ozeane sind mehr als schützenswert. Wie uns die Belastungen, die quasi durch einen zerstörten Ozean oder durch einen Ozean, der nicht mehr so leben kann, wie er leben soll, beeinflussen, wird noch total unterschätzt. 

Kollegin Herunter hat es schon angesprochen: Uns fehlt auch teilweise noch das Wissen dazu. Es gab vor zwei Wochen einen Zeitungsartikel, dass wir mehr über den Mond als über die Tiefsee wissen, weil es halt auch schwierig ist, dort unten zu forschen. Das verstehe ich schon, aber es muss uns einmal klar sein, wovon wir reden. Umso wichtiger sind Übereinkommen wie diese. 

Lassen Sie mich an dieser Stelle auch sagen: Ich bin fast verlegen, dazuzusagen, dass es ist in Zeiten wie diesen noch möglich ist, dass wir im Rahmen der UNO solche sachlichen Übereinkommen in Parlamenten beschließen können. Das ist auch ein Zeichen, dass es doch noch Mechanismen gibt, die mich hoffnungsvoll stimmen, dass wir national übergreifend konstruktiv mit unseren Partnerinnen und Partnern auf allen Kontinenten bei wichtigen Themen zusammenarbeiten können. Das brauchen wir. Das sage ich auch als Vertreter eines neutralen Staates. Wir brauchen die internationale Zusammenarbeit, um die Herausforderungen und Krisen dieser Welt bekämpfen zu können. (Beifall bei der SPÖ und bei Mitgliedern des Bundesrates von der ÖVP.)

In der Aussprache mit Herrn Landeshauptmann Mattle haben wir heute viel über Berge gesprochen. Es war der Herr Landeshauptmann selbst, der zu Recht darauf hingewiesen hat, dass es erstens nicht nur Spaß macht, auf Berge zu gehen – das kann ich auch als gebürtiger Salzkammergutler sagen –, sondern dass man, wenn man einmal oben am Gipfel ist, einen Weitblick hat. Und diesen Weitblick empfehle ich allen Kolleginnen und Kollegen heute im Haus, wenn wir über die Zustimmung zu diesem Übereinkommen sprechen. 

Ich habe vorhin schon darauf hingewiesen, wie wichtig die Ozeane sind. Wir brauchen die Ozeane quasi als Lunge unserer Erde. Die Ozeane und die Tiere und die Pflanzen, die darin leben, sind quasi der Beginn der Nahrungskette. Wenn das wegfällt, haben wir später viel größere Probleme, die uns alle, egal wo wir dann zu Land leben, negativ beeinflussen. 

Wir brauchen die Meere als CO2-Speicher, und die Meere sind eine genetische Schatzkammer. Unterschätzen wir das nicht! Ich habe schon auf die Forschung hingewiesen. Das sind auch Ressourcen und Chancen für uns alle, für ein besseres Leben, für ein gesünderes Leben und für ein längeres Leben für Menschen und Tiere. Schützen wir daher die Ozeane! (Beifall bei der SPÖ und bei Mitgliedern des Bundesrates von der ÖVP.)

Wie gesagt sehe ich dieses Übereinkommen heute auch als Sieg der Vernunft. Ich bin ein bisschen dazu verleitet, zu sagen: Ich weiß nicht, warum die FPÖ dagegen ist – es sind halt ein paar Argumente gekommen –, wenn schon im Titel steht – der Kollege hat es ja angesprochen, ich darf es noch einmal zitieren –: „außerhalb nationaler Hoheitsbefugnisse“. Dass ich internationale Übereinkommen brauche, damit ich Gebiete regle, die außerhalb nationaler Befugnisse sind, ist ja klar. Da komme ich dann national nicht recht weit. 

Vielleicht stört die FPÖ auch das Wort Vielfalt,. I don’t know. Ich empfehle nur, noch einmal darüber nachzudenken und anzuerkennen, wie wichtig der Schutz der Meere ist. Stimmen wir dem Übereinkommen zu! – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ und bei Mitgliedern des Bundesrates von der ÖVP.)

12.55

Vizepräsidentin Mag. Christine Schwarz-Fuchs: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Simone Jagl. Ich erteile dieses.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.