RN/134
20.17
Bundesrätin Amelie Muthsam (SPÖ, Niederösterreich): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Werte Zuseherinnen und Zuseher! Ich finde es ja sehr schön, dass die FPÖ auch um diese Uhrzeit ihrer Linie treu bleibt, konsequent den Punkt zu verfehlen. (Widerspruch bei der FPÖ.) Ich werde mich deswegen jetzt einmal auf das beschränken, was hier auf der Tagesordnung steht.
Wenn man sich anschaut, wie Schule heute tatsächlich funktioniert, dann sieht man schnell, dass ein Großteil der Organisation, die dahinter steckt, einfach so im Alltag von Menschen, die ohnehin schon sehr, sehr viel leisten, mitgetragen wird. Unsere Pädagog:innen machen ja auch heute weitaus mehr, als nur in der Klasse zu stehen und zu unterrichten. Sie organisieren Veranstaltungen, koordinieren Projekte, kümmern sich um Abläufe, sind Ansprechpersonen für Kolleginnen und Kollegen und halten den Betrieb am Laufen.
Diese Aufgaben entstehen ja nicht erst, indem wir diese Novelle hier schaffen, sie sind längst da und waren auch schon immer da. Der Unterschied ist nur, dass sie oft nebenbei erledigt worden sind, ohne klareren Strukturen und häufig auch ohne Abgeltung und ohne Sichtbarkeit. Genau da setzen wir jetzt mit dieser Reform an. Mit der Einführung dieses mittleren Managements wird erstmals bewusst eingeplant, klar zugeordnet und auch anerkannt. Es geht also nicht darum, völlig Neues zu schaffen, sondern darum, das, was ohnehin passiert, fair zu organisieren.
Gleichzeitig eröffnet sich damit auch eine Möglichkeit der Mitgestaltung. Lehrpersonen können künftig stärker Verantwortung für ihren Schulstandort übernehmen, Aufgaben und Prozesse bewusst mitgestalten und mitentwickeln, und das in einer Rolle, die auch dafür vorgesehen ist. Ich halte das für einen sehr, sehr wichtigen Punkt, weil Schule eben nicht von oben herab organisiert werden kann. Sie lebt davon, dass Menschen, die vor Ort sind, auch wissen, was gebraucht wird, und wissen, dass sie die Möglichkeit haben, darauf Einfluss zu nehmen.
Im Gegensatz zu den Kolleg:innen von der FPÖ finde ich es schon wichtig, dass diese Arbeit zum Teil in der Hand von Pädagoginnen und Pädagogen liegt, weil diese halt die Realität im Klassenzimmer kennen. Die wissen, was unsere Kinder dort brauchen, die kennen diese Herausforderungen aus dem Schulalltag und die können damit auch am besten einschätzen, was vor Ort gebraucht wird, damit die Schule auch für alle gut funktionieren kann.
Natürlich geht es dabei auch um Entlastung, denn die Anforderungen sind in den letzten Jahren vielfältiger und die Probleme komplexer geworden. Und wenn wir wollen, dass sich Schulleitungen und Lehrkräfte stärker auf das konzentrieren können, worum es eigentlich geht, nämlich um eine gute Bildung für unsere Kinder und um die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern, dann müssen wir ihnen auch die Strukturen geben, die das ermöglichen. Genau das ist auch die Idee hinter dieser Novelle.
Sie ist jetzt kein großer Systembruch, aber ein pragmatischer Schritt, der den Schulalltag an vielen Stellen ein Stück weit besser macht, besser und fairer organisiert. Oft sind es genau diese kleinen Schritte, diese kleinen Räder, an denen man im Alltag drehen kann, um die Schule für alle besser zu machen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Bundesrätin Deutsch [NEOS/W].)
20.20
Vizepräsident Daniel Schmid: Zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Simone Jagl. Ich erteile ihr dieses.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.