RN/67

14.16

Bundesrätin Mag. Christine Schwarz-Fuchs (ÖVP, Vorarlberg): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher via Livestream oder auf ORF ON! Der EU-Vorhabensbericht 2026 im Bereich Bildung zeigt deutlich: Die Weiterentwicklung des europäischen Bildungsraums bis 2030, die Stärkung von Kompetenzen und die Vorbereitung auf eine zunehmend digitale und vernetzte Welt sind zentrale Ziele. Dabei wird einmal mehr klar: Bildung ist nicht nur nationale Aufgabe, sie ist ein gemeinsames europäisches Zukunftsprojekt.

Wir haben jetzt über die einzelnen Details, die in diesem Bericht erwähnt werden, schon viel gehört, darum werde ich das jetzt nicht alles wiederholen, aber wie der Herr Bundesminister schon gesagt hat: Sehr wichtig sind die Grundkompetenzen. Auf den Grundkompetenzen baut alles für den weiteren Erfolg im Leben der jungen Menschen auf. 

Auch Bildungs- und Berufsorientierung ist ein wichtiger Punkt, aber auch die Tatsache, dass wir gute Pädagogen benötigen – das haben wir heute auch schon gehört –, sowie künstliche Intelligenz und digitale Kompetenzen. 

Ich möchte jetzt noch kurz auf das Thema Lehrlinge eingehen. Wichtig aus meiner Sicht ist nämlich auch die Attraktivität der beruflichen Bildung. Österreich hat mit dem dualen System eine große Stärke, und europäische Programme wie Erasmus plus bieten ein enormes Potenzial, diese Stärke auch weiter auszubauen, durch internationale Erfahrungen für Lehrlinge und durch Kooperation zwischen Betrieben. Bis heute – das ist aktuell – haben circa 10 000 österreichische Lehrlinge bereits an Erasmus plus teilgenommen, und das ist, finde ich, wirklich sehr toll. Wie der Herr Bundesminister gesagt hat: Die Tendenz ist allgemein steigend, was die Teilnahme an den Erasmus-plus-Programmen angeht. Im letzten Jahr – wir haben die Zahlen von Ihrem Ministerium erhalten – hat es eine Rekordzahl gegeben, was Lehrlinge angeht. Allein im Jahr 2025 sind 1 715 österreichische Lehrlinge über Erasmus plus in anderen Ländern gewesen. 

Ja, der Blick auf Erasmus plus ist besonders erfreulich, und was auch noch erfreulich ist, ist, dass das Vereinigte Königreich im Rahmen des neuen Programms auch wieder miteingebunden wird. Das ist nicht nur ein bildungspolitisches Signal, sondern hat auch eine ganz konkrete wirtschaftliche Dimension für uns in Österreich, nämlich den Ausbau der Englischkompetenzen. Das ist ein entscheidender Faktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Fachkräfte, unserer Unternehmen, auch zur Sicherung unserer Arbeitsplätze. 

Gerade deshalb sollten wir alle Möglichkeiten nutzen, jungen Menschen authentische Sprach- und Auslandserfahrungen zu ermöglichen. Mir persönlich waren diese Sprach- und Auslandserfahrungen schon immer wichtig. Nicht nur, dass ich selber auch ein Auslandssemester gemacht habe, wenn auch nicht in Europa und nicht über Erasmus plus, habe ich bei uns im Unternehmen schon vor zehn bis 15 Jahren begonnen, Lehrlinge zu ermutigen, an solchen internationalen Austauschprogrammen teilzunehmen. Damals sind noch nicht so viele Lehrlinge ins Ausland gegangen. Die Rückmeldungen der Lehrlinge waren durchwegs positiv. Alle sind eigentlich begeistert, mit neuen Perspektiven und hoch motiviert wieder zurückgekommen und haben sich dann auch getraut, Englisch zu sprechen. Wenn ausländische Kunden im Betrieb waren, die Produktion besichtigt haben, dann haben wir extra die Lehrlinge dazugenommen, damit sie auch mit den Kunden reden. Sie haben ein bisschen die Angst verloren, in englischer Sprache im Fachjargon zu reden. Das sind sehr wichtige Erfahrungen, und genau solche Erfahrungen zeigen, welches Potenzial in diesem Programm steckt.

Die anderen Punkte wurden alle schon genannt, ich möchte nur noch festhalten, dass Programme wie Erasmus plus wirklich das Rückgrat der europäischen Bildungszusammenarbeit sind. Für Österreich ist entscheidend, dass sie auch in Zukunft stark ausgestattet sind, Mobilität und Kooperation sichern und gleichzeitig gezielt zur Weiterentwicklung des Bildungssystems beitragen. Ebenso wichtig bleibt ein ausreichendes Mitspracherecht der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, die europäischen Bildungsinitiativen bieten enorme Chancen, entscheidend ist jedoch auch, wie wir sie nutzen und dass wir sie nutzen. Wenn es gelingt, europäische Impulse gezielt mit nationalen Reformen zu verknüpfen, dann kann Bildung zu einem der stärksten Motoren für Europas Zukunft werden, für wirtschaftliche Stärke, für Innovation und auch für gesellschaftlichen Zusammenhalt. – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie der Bundesrätinnen Jagl [Grüne/NÖ] und Deutsch [NEOS/W].)

14.21

Präsident Markus Stotter, BA: Eine weitere Wortmeldung liegt vor. – Bitte, Herr Bundesrat Spanring.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.