RN/76

15.05

Bundesrätin Amelie Muthsam (SPÖ, Niederösterreich): Vielen Dank, Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen hier im Saal und auch verehrte Zuseherinnen und Zuseher vor den Bildschirmen zu Hause! Seit mittlerweile mehr als 30 Jahren prägen Fachhochschulen unsere Bildungslandschaft in Österreich. In meiner Heimatstadt Krems, Zuhause des IMCs – beziehungsweise der Hochschule für angewandte Wissenschaften, wie sie jetzt heißt –, ist dieser Erfolg unmittelbar spürbar. Dort sieht man jeden Tag, welchen Unterschied ein starker Hochschulstandort für eine Region macht, für junge Menschen, die sich vor Ort qualifizieren können, für Unternehmen, die dringend Fachkräfte suchen, und für die Innovationskraft einer ganzen Region und weit darüber hinaus auch auf der internationalen Bühne. 

Gerade deshalb freut es mich, dass wir heute eine Novelle behandeln, die unseren Fachhochschulen ermöglicht, sich schneller weiterzuentwickeln, ohne dabei Abstriche bei der Qualität zu machen. Denn eines ist klar: Unsere Arbeitswelt verändert sich rasant. Neue Technologien entstehen, Berufsbilder entwickeln sich weiter und der Bedarf an qualifizierten Fachkräften verändert sich oft innerhalb weniger Jahre, teilweise sogar viel schneller. Unsere Hochschulen müssen auf diese Entwicklungen rasch reagieren können. 

Mit dieser Änderung ermöglichen wir, dass, wenn eine etablierte Fachhochschule in einer bereits akkreditierten Fachrichtung einen weiteren Studiengang anbieten möchte, sie das künftig auch ohne aufwendiges Verfahren machen kann. Das bedeutet nicht weniger Qualität, weil auch in Zukunft gilt: Es braucht ein schlüssiges Curriculum, ausreichend qualifiziertes Personal und eine gesicherte Finanzierung. 

Eines möchte ich hier auch noch hervorheben: Unsere Fachhochschulen sind Vorreiterinnen darin, berufsbegleitende und berufsermöglichende Studien anzubieten, und damit nehmen wir insbesondere Rücksicht auf die Lebensrealität vieler Menschen und ermöglichen Weiterbildung und Umqualifizierung. 

Wir drehen heute hier an einer – wie sie vielleicht wirken mag – kleinen Schraube, die aber in der Praxis eine große Wirkung haben wird. Gerade in Niederösterreich sehen wir, welchen Beitrag unsere Fachhochschulen auch für die Entwicklung einer Region leisten können: Sie schaffen Chancen für junge Menschen, stärken unseren Wirtschaftsstandort und tragen dazu bei, dass Innovation im ganzen Land stattfindet. 

Wenn wir also Verfahren vereinfachen können, ohne die Qualität zu gefährden, dann ist das der richtige Weg. Mit dieser Novelle schaffen wir mehr Flexibilität, ohne unsere hohen Standards, die unsere Fachhochschulen für die Bildungslandschaft in Österreich leisten, aufzugeben. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie der Bundesrätin Deutsch [NEOS/W].)

15.08

Vizepräsident Daniel Schmid: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Mag. Bernhard Ruf. Ich erteile dieses.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.