RN/80

15.26

Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung Eva-Maria Holzleitner, BSc: Vielen herzlichen Dank, Herr Vizepräsident! Werte Bundesrätinnen und Bundesräte! Ja, Fachhochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften haben in Österreich in den letzten 30 Jahren wirklich eine wahre Erfolgsgeschichte hingelegt. Vor über 30 Jahren gegründet sind sie in allen Bundesländern etabliert, wertgeschätzt und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Qualifikation, zur Bildung, Ausbildung von nicht nur jungen Menschen in Österreich. Gleichzeitig ermöglichen sie praxisnahe Forschung mit hoher Qualität und Lösungsorientiertheit. 

Da kann ich auch wirklich von gestern, als der Austrian Science Award verliehen wurde, ein wunderschönes Beispiel nennen. Es gibt den Zero Emissions Award, privat gestiftet, wo in einer Kategorie eine Preisträgerin und ein Preisträger von einerseits dem Ista aus Niederösterreich und auf der anderen Seite von der Fachhochschule Kärnten gekommen sind. Ista und Fachhochschule Kärnten in einer Preiskategorie – ich denke, auch das zeigt, wie sich die Fachhochschulen, die Hochschulen für angewandte Wissenschaften weiterentwickelt haben: wirklich großartig, mit wirklich hoher, hoher Expertise. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)

Sie sind wendig, sie sind innovativ, sie sind flexibel, und sie orientieren sich an den Lebensrealitäten von Studierenden. 

Werte Bundesrätinnen und Bundesräte, mit Ihrer Zustimmung heute setzen Sie einen wirklich wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der österreichischen Hochschullandschaft: Wenn Fachhochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften einen neuen Studiengang in einem Fachbereich einrichten, in dem sie bereits akkreditierte, also qualitätsgesicherte fachspezifische Studiengänge haben, werden ihnen künftig neue, weitere Angebote unbürokratischer und schlanker in der Genehmigung ermöglicht. Das ist ein wichtiges Signal, ein Signal der Anerkennung, der Wertschätzung und der Sichtbarmachung der Qualität des gesamten Sektors. Fachhochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften verfügen über große Erfahrung, einen hohen Grad an Professionalität bei der Entwicklung, Konzeptionalisierung und Modernisierung von Studiengängen. Sie gestalten Lehre qualitätsvoll und innovativ, immer am Puls der Zeit und eng verknüpft mit internationalen Partnerinnen und Partnern, mit der Wirtschaft, mit der Verwaltung, auch mit der Gesellschaft. Und sie wissen, welche Kompetenzen Studierende auch tatsächlich benötigen, um morgen und übermorgen gut am Arbeitsmarkt unter anderem reüssieren zu können, wie sie organisatorisch und didaktisch erfolgreich diese Inhalte auch vermitteln. 

Zugleich ist dies ein wegweisender Schritt in der Weiterentwicklung unserer Hochschullandschaft insgesamt – weg von bürokratischer Detailsteuerung hin zu einer auch wirklich vertrauensbasierten Qualitätsentwicklung, denn alle Akteurinnen und Akteure im österreichischen Hochschulraum verbindet ein gemeinsames Ziel: qualitativ hochwertige Lehre, Forschung und natürlich auch Wissenstransfer. Für dieses gemeinsame Ziel wollen wir auch mit genau diesem Schritt Freiräume schaffen – auf Augenhöhe, auf Basis des gegenseitigen Vertrauens und des Ermöglichens –, denn nicht zuletzt leisten wir damit auch einen sehr wichtigen Beitrag zur Entbürokratisierung, und gerade dieses Ziel haben wir uns auch als Bundesregierung vorgenommen – vermutlich die perfekte Überleitung auch zu dann später. Weniger Formulare, weniger Nachweise und weniger Verwaltungsaufwand dort, wo Informationen bereits vorliegen oder zusätzliche Prüfungen keinen erkennbaren Mehrwert auch in der Ausgestaltung neuer Studiengänge ermöglichen – eine klare Entlastung in der Praxis. Es ist klar, gerade in steuerfinanzierten Bereichen braucht es einerseits Transparenz und auch Rechenschaft, aber es braucht ebenso Raum und Zeit dafür, dass sich die Menschen auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können, auf gute Lehre, erfolgreiche Forschung und wirksamen Wissenstransfer. 

Vielleicht noch ganz kurz, da es in der Debatte aufgekommen ist, zur Frage, wie denn der österreichische Forschungsstandort aktuell ausgestaltet ist und ob wir tatsächlich im Vergleich gerade eher weniger gut unterwegs sind: Ich möchte verkünden: Diese Woche wurde erst wieder öffentlich kundgemacht, dass Österreich zwölf ERC-Grants eingeworben hat. Das sind hoch kompetitive Mittel auf europäischer Ebene, höchste Exzellenzstandards. Zwölf ERC-Grants hat Österreich eingeworben! Das ist überdurchschnittlich viel im Vergleich zu anderen Ländern, und das zeigt, dass die Institutionen, die diese ERC-Grants eingeworben haben, in ihrer Qualität wirklich außerordentlich sind. Da kann man wirklich auch den Forscherinnen und Forschern, die diese Förderpreise bekommen haben, nur gratulieren. 

Ich möchte hier nur exemplarisch aufführen, welche Institutionen derartige Grants bekommen haben: Es sind die Österreichische Akademie der Wissenschaften (Beifall bei der SPÖ), das Ista, die TU Graz, die TU Wien, die Medizinuni Wien, die Medizinuni Innsbruck, die Universität Wien und die Universität Innsbruck – überall großartige Forschende, die diese Preise für den österreichischen Wissenschafts- und Forschungsstandort eingeworben haben. Herzliche Gratulation dazu! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen sowie der Bundesrätin Deutsch [NEOS/W].)

15.32

Vizepräsident Daniel Schmid: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Bundesrätin Mag. Christine Schwarz-Fuchs. Ich erteile dieses.

Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.