RN/81
15.32
Bundesrätin Mag. Christine Schwarz-Fuchs (ÖVP, Vorarlberg): Vielen Dank, Herr Präsident! Werte Frau Bundesministerin! Werter Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseher vor den Bildschirmen! Ich hatte vergangene Woche, mein Kollege Christoph Thoma war auch dabei, die Gelegenheit, die Fachhochschule Vorarlberg in Dornbirn zu besuchen. Der Geschäftsführer der Fachhochschule, Mag. Stefan Fitz-Rankl, hat uns dabei einen äußerst interessanten Einblick in die Arbeit, die Bedeutung und auch die Herausforderungen des Fachhochschulsektors gegeben.
Besonders beeindruckt hat mich die Rolle der Fachhochschule Vorarlberg als Bildungs- und Zukunftsmotor für unser Land. Jährlich nehmen rund 1 200 junge Vorarlbergerinnen und Vorarlberger ein Studium auf, und dass sich etwa ein Drittel von ihnen für die Fachhochschule Vorarlberg entscheidet, ist ein sehr starkes Signal, finde ich. Es zeigt nicht nur die hohe Qualität des Studienangebotes, sondern auch die enorme Bedeutung dieser Einrichtung für die Ausbildung unserer Fachkräfte und die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes.
Bemerkenswert ist auch, dass rund 49 Prozent dieser Studierenden berufsbegleitend studieren. Die Studiengänge sind konsequent auf die Anforderungen des Vorarlberger Arbeitsmarktes ausgerichtet. Schwerpunkte liegen insbesondere in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Gesundheit. Die Fachhochschule bildet damit genau jene Fachkräfte aus, die unsere Unternehmen dringend benötigen.
Gleichzeitig wurde bei unserem Austausch an der FH Vorarlberg letzte Woche aber auch deutlich, dass es weiterhin Herausforderungen gibt. Gerade im Bereich Forschung verfügen Fachhochschulen nach wie vor nicht über dieselben Finanzierungsmöglichkeiten wie Universitäten. Forschungsprojekte müssen selbst finanziert werden, häufig über Unternehmenspartnerschaften oder internationale Ausschreibungen. Diesbezüglich besteht also weiterhin Handlungsbedarf.
Gerade am Beispiel der Fachhochschule Vorarlberg wird sichtbar, wie wichtig Fachhochschulen für die Regionen in Österreich sind. Sie bilden dringend benötigte Fachkräfte aus, sie unterstützen Unternehmen bei Innovation und Forschung, und sie stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die sich oftmals keine eigenen Forschungsabteilungen leisten können, ist die Zusammenarbeit mit Fachhochschulen ein entscheidender Zukunftsfaktor.
Die Fachhochschulen tragen damit wesentlich dazu bei, wirtschaftliche Stärke, Innovation und langfristig auch Arbeitsplätze in unseren Regionen zu sichern. Genau deshalb ist die heute vorliegende Gesetzesnovelle so wichtig: Es geht um die Zukunft unseres Fachhochschulsektors, um moderne Hochschulstrukturen und vor allem um die Frage, wie wir den Bildungseinrichtungen ermöglichen können, rascher und flexibler auf die Anforderungen unseres Arbeitsmarktes zu reagieren.
Das zentrale Ziel dieser Novelle, wir haben es bereits gehört, ist die Entbürokratisierung. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Einrichtung neuer Studienangebote an Fachhochschulen mit einem erheblichen administrativen Aufwand verbunden ist. Viele Ressourcen, die eigentlich in die Entwicklung innovativer Studiengänge und in die Ausbildung von Studierenden fließen sollten, wurden dadurch einfach gebunden. Genau da setzt nun die vorliegende Reform an: Die Akkreditierungsverfahren für neue Fachhochschulstudiengänge werden deutlich vereinfacht; wie im Detail, haben wir von meinen Vorrednern und von der Frau Ministerin bereits ausführlich gehört, darum werde ich das jetzt hier nicht wiederholen.
Wir setzen aber – um abzuschließen – ein klares Signal: Wir vertrauen unseren Hochschulen, wir setzen auf moderne Verwaltungsstrukturen, und wir wollen, dass neue Bildungsangebote dort entstehen, wo sie gebraucht werden, und zwar rasch, unbürokratisch und dennoch qualitätsgesichert. Es freut mich, dass alle Parteien dies erkannt haben und heute alle dieser Gesetzesvorlage zustimmen werden. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP, bei Mitgliedern des Bundesrates von der SPÖ sowie des Bundesrates Kober [FPÖ/Stmk.], der Bundesrätin Jagl [Grüne/NÖ] und der Bundesrätin Deutsch [NEOS/W].)
15.36
Vizepräsident Daniel Schmid: Weitere Wortmeldungen liegen dazu nicht vor.
Wünscht noch jemand das Wort? – Dies ist nicht der Fall. Die Debatte ist geschlossen.
Die angezeigte Rede ist noch nicht nach § 65 Abs. 2 GO-BR autorisiert.