4371/J-BR/2026

Eingelangt am 06.03.2026
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Anfrage

 

der Bundesrätinnen Claudia Hauschildt-Buschberger, Simone Jagl, Elisabeth Kittl

an den Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur

betreffend Entfernung des Bankomaten am Bahnhof Vöcklabruck

BEGRÜNDUNG

 

Kürzlich wurde der Bankomat am Bahnhof Vöcklabruck „handstreichartig“ und ohne weitere Information für die Betroffenen entfernt. Was möglicherweise als organisator-ische oder wirtschaftliche Entscheidung getroffen wurde, hat vor Ort große Auswirkungen – auf Pendlerinnen und Pendler, ältere Menschen, Reisende und nicht zuletzt auch auf Betriebe im direkten Umfeld.

 

Der Unmut über diesen Schritt ist beträchtlich. In wenigen Tagen sind bereits hunderte Unterschriften zusammengekommen, um die Rücknahme dieser Maßnahme zu erreichen. Direkt am Bahnhof befindliche Unternehmen sind mit Unmut, Sorgen und Verärgerung der (zumeist Bahn-)Kund:innen konfrontiert und leisten intensives Konfliktmanagement, weil die Betroffenen sie als erste Anlaufstelle sehen.

 

Die erwarteten Antworten können diese Unternehmer:innen aber nicht geben.

 

Es geht insbesondere um:

·         Bargeld als Teil der Grundversorgung

         Infrastruktur in einer Bezirkshauptstadt

         Respekt gegenüber älteren und weniger digital affinen Menschen

         Standortqualität für Pendler:innen und Wirtschaft

         Transparenz bei Entscheidungen, die viele Menschen in ihrem Alltag betreffen

 

Zugleich dürfte es sich dem Vernehmen nach um keinen Einzelfall an ÖBB-Verkehrsstationen in letzter Zeit handeln.

 

Bahnhöfe sind öffentliche Orte mit hoher Frequenz – hier muss Bargeldbehebung Teil der Grundinfrastruktur bleiben.

 

Die unterfertigenden Abgeordneten stellen daher folgende

ANFRAGE

 

1)    Wieviele aktive, d.h. für die Kund:innen nutzbare Bankomat-Standorte gibt es derzeit in ÖBB-Verkehrsstationen a) österreichweit b) in Oberösterreich?

2)    Wie hat sich diese Zahl in den letzten drei Jahren a) österreichweit, b) in Oberösterreich entwickelt?

3)    Warum werden Bankomaten an Bahnhöfen österreichweit entfernt?

4)    Welche Kriterien liegen diesen Entscheidungen zugrunde?

5)    Wer betreibt die Bankomaten an ÖBB-Stationen?

6)    Welche Bankomat-Fabrikate kommen dabei zum Einsatz?

7)    Welche a) Kosten bzw. b) Einnahmen entstehen durch Bankomaten an ÖBB-Stationen für die ÖBB?

8)    Wer sorgt dafür, dass an frequenzstarken Standorten wie zB dem Bahnhof Vöcklabruck keine alten und störungsanfälligen Fabrikate zum Einsatz kommen (deren Probleme dann Frequenz und Geschäftsgang reduzieren, ohne dass dies etwas mit dem Bedarf zu tun hätte)?

9)    Wer betreibt konkret den Bankomat-Standort am Bahnhof Vöcklabruck bzw. hat diesen bis zur Entfernung betrieben?

10) Wann und mit welcher Begründung wurde dieser konkret entfernt?

11) Gab es Beschwerden über Ausfälle und Störungen des Bankomaten am Bahnhof Vöcklabruck?

12) Gab es Beschwerden über die Entfernung des Bankomaten am Bahnhof Vöcklabruck? Wenn ja, wie viele in welchem Zeitraum?

13) Ist ein Ersatz für den entfernten Bankomaten am Bahnhof Vöcklabruck geplant? Wenn ja bis wann, wenn nein warum nicht?

14) Wie erklären Sie, dass offenbar weder eine Ankündigung noch eine transparente Erklärung für die Kund:innen noch eine entsprechende Info für unmittelbar betroffene Unternehmen am Bahnhof Vöcklabruck erfolgte?

15) Ist diese Vorgangsweise bundesweit die Übliche? Wenn ja warum?

16) Welche Strategie wird für 2026 und die Folgejahre im Zusammenhang mit Bankomat-Standorten an ÖBB-Verkehrsstationen verfolgt?