1047/AE XX.GP
Entschließungsantrag
der Abgeordneten Hans Helmut Moser, Kier und Partner/ innen
betreffend empirische Studie über die soziale Lage und die Arbeitsbedingungen
innerhalb der österreichischen Exekutive
Die latente Gewaltbereitschaft von Polizeikörpern ist ein weltweit immer
aufmerksamer verfolgtes Problem. In Großbritannien hat der zuständige
Innenminister eine Studie über Rassismus innerhalb der Polizei erstellen lassen, die
ein erschreckendes Bild ergab. Der Münchner Polizeipräsident wiederum hat
Verwicklungen von Polizeibeamten in das Organisierte Verbrechen, Schlepperei und
Korruption zugegeben, was sogar die Polizeigewerkschaft veranlaßte, eine
Aufklärung durch unbeteiligte Stellen außerhalb der Polizei zu fordern. Selbst US -
Präsident Bill Clinton beklagt öffentlich die Brutalität von Polizeiübergriffen in den
Vereinigten Staaten.
Die Häufung von Delikten, Übergriffen oder sogar möglichen rassistischen Straftaten
durch Polizeibeamtinnen und - beamte, welche auch in Österreich zu verzeichnen ist
(vgl. Fall „Dr. K., parlamentarische Anfragebeantwortung 5042/AB oder Fall
‚,Mohammed“, „FALTER, 11/1999, S. 8), können verschiedene Gründe haben:
sturkturelle Fehlentwicklungen, mangelnde Querdurchlässigkeit, fast ausschließlich
„innere“ Schulungen und unzureichende Anforderungsprofile für Führungskräfte, die
zu Randgruppenbewußtsein, innerer Kündigung und Aggressionen innerhalb der
Exekutive führen können. Grundvoraussetzung für die Bekämpfung von
Gewaltbereitschaft, Rassismus und Übergriffen ist das Erkennen und Eingestehen
von systematischen Fehlentwicklungen.
Aus diesem Grund stehen die unterfertigten Abgeordneten folgenden
Entschließungsantrag:
Der Ausschuß für innere Angelegenheiten wolle beschließen:
„Die Bundesregierung, insbesondere der Bundesminister für Inneres, wird
aufgefordert, eine externe Studie in Auftrag zu geben, die die soziale Lage, die
Arbeitsbedingungen und die Struktur der Schulungsmaßnahmen innerhalb der
österreichischen Exekutive empirisch erhebt, um den Ursachen für teilweise
vorhandene Vorurteile, Gewaltbereitschaft und latenten Rassismus auf den Grund zu
gehen, die strukturellen und arbeitspsychologischen Grundlagen dafür zu erforschen
und Lösungsmöglichkeiten vorzuschlagen.“
Es wird vorgeschlagen, den Antrag dem Ausschuß für innere Angelegenheiten
zuzuweisen