1165/A(E) XX.GP
ENTSCHLIESSUNGSANTRAG
der Abgeordneten Dr. Gabriela Moser, Freundinnen und Freunde
betreffend Erstellung einer fundierten Studie über die Einführung einer
Verkehrserregerabgabe
Die Zunahme des motorisierten Verkehrs nimmt in vielerlei Hinsicht zerstörerische
Dimensionen an: Belastungen durch Abgase, Lärm, Flächenverbrauch, Zerstörung von
gewachsenen fußläufigen Infrastruktureinrichtungen, Verlagerung wirtschaftlicher
Tätigkeiten an die Peripherie von Ballungsräumen, Benachteiligung autoloser Teile der
Gesellschaft (ein Drittel aller Haushalte) etc. Der Wachstumssektor motorisierter Verkehr
beruht nicht zuletzt auf der Basis fehlender Kostenwahrheit und Finanzierung sowie
anderwertige Förderung durch die öffentliche Hand. Daraus resultiert nicht nur ein
permanenter Anreiz zu weiterer Expansion des Autoverkehrs, sondern auch eine massive
Gefährdung der Nahversorgung. Zur Eindämmung verschiedenster Verkehrserreger und der
damit verbundenen Gefährdung erscheint deshalb die Einführung einer Lenkungsabgabe
erstrebenswert.
Weiters steht die Finanzierung des öffentlichen Nah - und Personenverkehrs vor wachsenden
Finanzierungsproblemen, die weder Bund, Länder oder Gemeinden auf Basis bestehender
Einnahmen zu decken gewillt sind. Somit wäre die Einführung einer Verkehrserregerabgabe
auch in dieser Hinsicht ein Element verkehrs - und finanzpolitischen Umsteuerns in Richtung
eines nachhaltigen und zukunftsfähigen Verkehrs - und Raumordnungssystems. Außerdem
wurde ihrerseits die Frage (Anfrage Nr. 3654/J) zur Einführung einer Verkehrs -
erregerabgabe zur Stärkung einer verkehrsarmen Infrastruktur (Nahversorgung) und Kosten -
wahrheit durchaus positiv beantwortet (Anfragebeantwortung Nr. 3630/AB): “Diese
Maßnahme würde ihre Wirksamkeit vor allem im Bereich der kleinräumigen
Alltagsmobilität entfalten. So könnte sie einen durchaus sinnvollen Beitrag im Rahmen einer
verkehrspolitischen Gesamtstrategie im Sinne der Ziele des Österreichischen Gesamtver -
kehrskonzepts darstellen.“
Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden
ENTSCHLIESSUNGSANTRAG:
Der Nationalrat wolle beschließen:
Der Verkehrsminister wird aufgefordert in Kooperation mit dem Finanzminister eine
fundierte Studie über die Einführung einer Verkehrserregerabgabe erstellen zu lassen.
In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Verkehrsausschuß vorgeschlagen.