960/AE XX.GP
Entschließungsantrag
der Abgeordneten Karl Smolle, Volker Kier
und PartnerInnen
betreffend Arbeit der Historikerkommission
Bekanntermaßen wurde zur Erforschung der Arisierung, Zwangsarbeit und der
Rückstellungsansprüche eine Historikerkommission unter dem Vorsitz des
Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes Dr. Jabloner eingesetzt. Diese hat sich
heute, den 26.11.1998 konstituiert.
Eine wesentliche Arbeitsgrundlage für diese Historikerkommission werden die
Archive der verschiedenen Institutionen sein, von den Gerichten über Banken bis hin
zu Landes - und Bundesarchiven.
Um die Arbeit der Kommission nicht zu erschweren bzw. nicht überhaupt zu
verunmöglichen soll durch diesen Entschließungsantrag die Bundesregierung nun
aufgefordert werden, in ihrem Einflußbereich zu veranlassen, daß für den Zeitraum
der Tätigkeit der Kommission jedwede Skartierung von Akten aus dem von der
Untersuchung betroffenen Zeitraum unterlassen wird. Denn da die
Historikerkommission sowieso nicht uneingeschränkten Zugang zu den Archiven
bekommt, sondern sich im Einzelfall an die Bundesregierung um Mithilfe wenden
muß, ist die Bundesregierung in der besonders verantwortungsvollen Position, hier
nicht durch Skartierungen zusätzliche Hindernisse aufzubauen.
Es stellen daher die unterzeichneten Abgeordneten folgenden
Entschließungsantrag
“Die Bundesregierung wird aufgefordert, in allen Archiven der Ministerien und
nachgeordneten Dienststellen für die Zeit der Tätigkeit der Historikerkommission die
Skartierung von Akten aus der zu untersuchenden Zeit einzustellen.
Weiters wird die Bundesregierung aufgefordert, dahingehend auf die
Landesregierungen einzuwirken, daß auch diese die Skartierung von Akten aus dem
besagten Zeitraum einstellen."
Formell wird die Zuweisung an den Verfassungsausschuß vorgeschlagen.