4004/AB XX.GP

 

Die Abgeordneten zum Nationalrat Mag. Schweitzer, Lafer, DI Hofmann und Kolle -

gen haben am 16.4.1998 an mich eine schriftliche Anfrage mit der Nr. 4325/J be -

treffend “Katalysatoren für Feste Brennstoffe” gerichtet. Ich beehre mich, diese wie

folgt zu beantworten:

ad 1 bis 13

Ich ersuche um Verständnis dafür, daß ich zu den einzelnen Fragen nicht im Detail

Stellung nehmen kann, da Heizungsanlagen - wenn man von Gewerbe - und Indu -

strieöfen absieht - in den Zuständigkeitsbereich der Länder fallen. Trotzdem erlaube

ich mir einige grundsätzliche Anmerkungen zur gegenständlichen Thematik.

Ohne den Ländern in dieser Angelegenheit vorgreifen zu wollen, darf ich darauf hin -

weisen, daß Experten dem Einsatz von Katalysatoren zur Minderung von Kohlen -

monoxid - und organischen Kohlenwasserstoffemissionen bei diskontinuierlich betrie -

benen Feuerungsanlagen skeptisch gegenüberstehen. Der Grund liegt darin, daß

diese Katalysatoren in jenen Betriebszuständen der Anlagen, in denen mit den

hächsten CO - Emissionen und unverbrannten Kohlenwasserstoffemissionen zu rech -

nen ist (An - und Abfahrzustand), wegen der niedrigen Temperaturen keine geeigne -

ten Verhältnisse für deren Funktionsweise vorfinden. Versuche, die die prinzipielle

Eignung dieser Katalysatoren zeigen, fanden unter optimierten Bedingungen statt

und können nicht ohne weiteres auf den Einsatz in der Praxis übertragen werden.

Ein Projekt, das im Rahmen der Bund - Länderkooperation zur Zeit durchgeführt wird

hat zum Ziel, Emissionsfaktoren für Festbrennstofffeuerungen im privaten Bereich zu

bestimmen. Mit dem Vorliegen der Ergebnisse wird Ende 98/Anfang 99 gerechnet.

Eine Umfrage unter österreichischen Experten zum Thema katalytische CO - und org.

C - Minderung bei holzbefeuerten Kleinfeuerungsanlagen (< 0,35 MWth) hat ergeben,

daß Emissionsreduktionen derzeit in Österreich eher in Richtung geringere NOx - und

Staubemissionen angestrebt werden. Zur Zeit bemüht sich die Forschung die Feue -

rungstemperaturen eher niedriger zu halten, um die NOx - Emissionen in den Griff zu

bekommen.

Die CO - und org. C - Emissionen sind mit der Güte des Ausbrandes gekoppelt, d.h.,

je besser die Verbrennung, desto geringer sind die Emissionen. Die Feuerungsanla -

genhersteller sind permanent bemüht die Wirkungsgrade der Öfen zu verbessern,

was in weiterer Folge zu geringeren CO - Emissionen führt.

Darüber hinaus hat die Beschaffenheit des Brennstoffes einen wesentlichen Einfluß

auf die Bildung von CO und org. C. Ein wichtiges Kriterium für niedere CO und org. C

Emissionen ist die Holzfeuchtigkeit. Je trockener das Holz ist, desto geringer sind die

angesprochenen Emissionen. Der Katalysator benötigt für eine optimale Umsetzung

der CO - und org. C - Emissionen ca. 300 °C, welche aber, speziell beim Anfahren der

Feuerung, wo die höchsten Emissionen entstehen, nicht erreicht werden.

Zusammenfassend können für das derzeit geringe Interesse von Seiten der Industrie

und der Forschungseinrichtungen, den Katalysator für feste Brennstoffe bei

Kleinfeuerungsanlagen zum Durchbruch zu verhelfen, als wesentliche Gründe an -

geführt werden:

• seine Unwirksamkeit bei den Betriebszuständen (Anfahrvorgang) mit den höch -

sten Emissionen;

• geringe Effizienz bei Einhaltung guter Verbrennungsbedingungen (niedere CO -

Emissionen);

die hohen Kosten.

Demnach wären bei Kleinfeuerungsanlagen (< 0,35 MW) vor allem die primären

Emissionsminderungsmaßnahmen, wie

• keine Verfeuerung von mit Schadstoffen belasteten Holzreststoffen;

• Verfeuerung von möglichst trockenem Holz (1 bis 2 Jahre gelagert);

• Bevorzugung von automatisch beschickten Feuerungseinrichtungen gegenüber

händisch beschickten;

• Regelung des Sauerstoffverhältnisses im Brennraum um optimale Verbren -

nungsbedingungen zu gewährleisten

zu forcieren.