4261/AB XX.GP
Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr.4555/J - NR/1998, betreffend Bahnstrecke Wels -
Passau die die Abgeordneten Großruck und Kollegen am 17. Juni 1998 an mich gerichtet
haben, beehre ich mich wie folgt zu beantworten;
Zu Ihren Fragen 1, 2, 3 und 4:
Wie ist Ihr Informationsstand über die Pläne der Deutschen Bahn betreffend die
Strecke Wels - Passau?
Wie beurteilen Sie die Realisierungschancen?
Welchen Einfluß hätte die oben angeführte Verlegung des Fernreiseverkehrs auf den
derzeit noch geplanten Ausbau der Strecke Wels - Passau seitens der ÖBB?
Wieviele Fern - bzw. Schnellzüge verkehren derzeit täglich zwischen Wels und Passau
und wieviele würden durch die geschilderten Planungen wegfallen?
Wie die ÖBB mitteilen, liegen hinsichtlich der Planungen der DB AG bezüglich der künftigen
Gestaltung des Fernreiseverkehrs derzeit nur allgemeine Informationen vor.
Im Herbst 1996 wurde den ÖBB von der DB AG im Zusammenhang mit den weiteren In -
frastrukturausbauplänen mitgeteilt, daß die für 2001/2002 erwartete Fertigstellung der Neubau -
strecke Nürnberg
- München (Vollausbau für Hochgeschwindigkeit) auch Auswirkungen auf
den internationalen Reiseverkehr haben wird, wobei interne Überlegungen der DB AG vorerst
eine Konzentration des Verkehrs vorsehen.
Seitens der DB AG wurde angedeutet, daß mit Inbetriebnahme der neuen Hochgeschwindig -
keitsstrecken Köln - Frankfurt(M) und Nürnberg - München, d.h. frühestens ab der Fahrplan -
periode 2001/2002, eventuell eine Verlagerung des hochwertigen Fernreiseverkehrs vom
Grenzübergang Passau zum Grenzübergang Salzburg erfolgen könnte, wobei in der Relation
Nürnberg - Passau - Linz weiterhin internationale Schnellzüge verkehren sollen.
Es wurde dabei von der DB AG stets betont, daß diese Überlegungen vorerst nur Denkvarianten
darstellen und konkrete Aussagen, insbesondere auch über die künftige Anzahl der Fernreisezü -
ge. noch nicht getroffen werden können (gegenwärtig verkehren in der Relation Wels - Passau
8 Fernreisezugpaare pro Tag). Die ÖBB haben der DB AG klar zum Ausdruck gebracht, daß sie
in konkrete Planungen zeitgerecht einzubinden sind.
Zu 5.
Durch welche Maßnahmen wollen Sie der Degradierung der Strecke Wels - Passau zu
einer Regionalbahn und den damit verbundenen infrastrukturellen Nachteilen für das
Inn - und Hausruckviertel entgegenwirken?
Der Abschnitt Wels - Passau wurde mit der 675. Verordnung der Bundesregierung vom
29. 12. 1989 zur Hochleistungsstrecke erklärt. Die Ziele des bereits laufenden Streckenausbaues
sind insbesondere die Erhöhung der Streckenkapazität sowie die Modernisierung der Betriebs -
anlagen (Bahnhofsumbauten, Erneuerung von Unterbau - Oberbau - und Fahrleitungsanlagen,
Auflassung von schienengleichen Eisenbahnkreuzungen etc.).