4311/AB XX.GP

 

Beantwortung

der Anfrage der Abgeordneten Haidlmayr, Freundinnen und Freunde

betreffend Organisationschaos bei Impfaktion

(Nr. 4714/J)

Zur vorliegenden Anfrage führe ich folgendes aus:

Zu Frage 1:

Der im Juni 1997 zugelassene Fünffachimpfstoff der Fa. Pasteur Mérieux Connaught "Pen -

Act - Hib" ist wegen firmeninterner Produktionsschwierigkeiten nie auf den Markt gekommen.

Derzeit befinden sich zwei Fünffachimpfstoffe in Zulassung: "Penta - Vac", Firma Pasteur

Mérieux, sowie "Infanrix - IPV plus Hib", Firma SmithKline Beecham. Mit den beiden

Zulassungen ist noch im Laufe des Herbstes 1998 zu rechnen.

Zu Frage 2:

Der Fünffachimpfstoff der Firma Pasteur Mérieux war zu Anfang des Jahres 1998 nicht

verfügbar, weshalb im Rahmen des Impfkonzeptes zunächst der Vierfachimpfstoff der Firma

Pasteur Mérieux, "Act - Hib plus DTP” verwendet wurde. Aufgrund firmeninterner

Produktionsprobleme war dieser Impfstoff ab Mitte April 1998 nicht mehr lieferbar.

Zu Frage 3 bis 5:

Die Frage einer Pönale sind noch Gegenstand laufender Kontakte zur betreffenden Firma.

Zu Frage 6:

Der im Zeitraum Jänner bis April in Österreich im Rahmen des Impfkonzeptes verwendete

Kombinationsimpfstoff enthält eine Ganzzellpertussiskomponente Es ist nicht richtig, daß

Impfstoffe mit Ganzzellpertussiskomponente seit 5 Jahren nicht mehr verwendet werden:

zahlreiche Staaten, darunter auch eine Vielzahl von EU - Mitgliedstaaten, verwenden diese

Pertussiskomponente in ihren Impfprogrammen.

Zu Frage 7:

Es ist richtig, daß mein Ressort im April von dem bestehenden Liefervertrag für

Vierfachimpfstoff der Firma Pasteur Mérieux Connaught zurückgetreten ist. Der Grund dafür

lag jedoch nicht darin, daß der Impfstoff veraltet wäre, sondern darin, daß dieser Impfstoff

voraussichtlich wieder erst ab Mitte bis Ende August 1998 verfügbar gewesen wäre.

Zu Frage 8:

Aus oben angeführten Gründen wurde im April die Firma SmithKline Beecham mit der

Lieferung des Vierfachkombinationsimpfstoffes gegen Diphterie - Tetanus - Pertussis und

Haemophilus influenzae, "Infanrix plus Hib” beauftragt. Eine Bestellung für einen

Fünffachimpfstoff wurde bei keinem Produzenten aufgegeben, zumal der in Österreich

zugelassene Fünffachimpfstoff bis auf weiteres nicht verfügbar sein wird. Die

Zulassungsverfahren der beiden anderen Fünffachimpfstoffe sind noch nicht abgeschlossen.

Zu Frage 9:

Leider gibt es derzeit keinen derartigen Impfstoff.

Zu Frage 10:

Der angesprochene Impfstoff wird im Laufe des Jahres 1999 zur Verfügung stehen.

Zu Frage 11:

Ende April wurde die Firma SmithKline Beecham mit der Lieferung von Vierfachimpfstoff

beauftragt. In der Regel benötigt eine Firma ab dem Zeitpunkt des Lieferauftrages mindestens

34 Monate, um das bestellte Produkt in ausreichender Menge in Österreich verfügbar zu

haben. Der Grund für den Anfang Juli aufgetretenen Lieferengpaß war, daß der Impfstoff zwar

in Österreich bereits eingelagert ist, daß jedoch die Chargenfreigabe durch das Paul Ehrlich -

Institut erst Mitte August zu erwarten ist.

Zu Frage 12:

Seit 22. Juli gibt es wieder ausreichend Vierfachimpfstoff.