4324/AB XX.GP
Die Abgeordneten zum Nationalrat Mag. Schweitzer, Mag. Stadler und
Kollegen haben am 25. Juni1998 unter der Nr.4595/J an mich eine schriftliche
parlamentarische Anfrage betreffend österreichische EU - Präsidentschaft
gerichtet, deren Wortlaut in der Beilage angeschlossen ist.
Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
Zu den Fragen 1 und 2:
In Beantwortung dieser Fragen wird eine Liste vorgelegt, in der - mit Stand
2. Juli 1998 - alle laufenden legislativen Vorhaben innerhalb der Europäischen
Union sowie der Stand des Dossiers verzeichnet sind. Diese Aufstellung wird
vom Europäischen Parlament in Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat
des Rats und der Europäischen Kommission erstellt und regelmäßig aktuali-
siert.
Aktuelle Detailinformationen über den Stand der einzelnen Dossiers können
über den Internet - Server des Europäischen Parlaments abgerufen werden
(Internet - Adresse: www.europarl.eu.int).
Die Aufstellung wurde durch eine Spalte L ergänzt, aus der ersichtlich wird,
welche österreichischen Bundesministerien das jeweilige Dossier federführend
wahrnehmen. Aufgrund der innerstaatlichen Ressortaufteilung ist es möglich,
daß ein EU - Dossier in die Zuständigkeit mehrerer Bundesministerien fällt. In
diesen Fällen werden alle durch das entsprechende Dossier betroffenen
Ressorts angegeben.
Zu den Fragen 3 bis 5:
Es ist darauf hinzuweisen, daß der Einfluß des jeweiligen Ratsvorsitzenden auf
den Fortgang der einzelnen Agenden nicht überschätzt werden darf. Als Vorsit -
zender in den Tagungen des Rates kommt ihm dabei eine vor allem ver -
mittelnde und moderierende Funktion zu. Maßgebende Bedeutung kommt in
diesem Zusammenhang vor allem dem Verhalten der 15 EU - Mitgliedstaaten im
Rat sowie der Europäischen Kommission zu. Das zukünftige Verhalten dieser
Akteure im EU - Rechtssetzungsprozeß läßt sich sowohl im Hinblick auf allfällige
Fortschritte als auch im Hinblick auf allfällige Problembereiche naturgemäß
kaum vorhersagen. Berücksichtigt man diese Aspekte, so scheint eine
Beantwortung dieser Fragen nicht möglich zu sein. Ich werde jedoch alles
daransetzen, um die im beiliegenden offiziellen Arbeitsprogramm der
österreichischen Präsidentschaft skizzierten Fortschritte zu erzielen.
Zu den Fragen 6 und 7:
Beim Europäischen Rat von Cardiff fand eine ausführliche Aussprache über die
künftige Entwicklung der Europäischen Union statt. Dabei waren sich die
Staats - und Regierungschefs einig, daß es erforderlich ist, die EU den
Menschen näher zu bringen und sie auf die Fragen zu konzentrieren, die den
Bürgern Europas am wichtigsten sind, wie die Stärkung der demokratischen
Legitimität und die Verwirklichung des
Subsidiaritätsprinzips in der Praxis.
Es wird daher ein informelles Treffen der Staats - und Regierungschefs und des
Präsidenten der Kommission am 24./25. Oktober in Pörtschach stattfinden, um
diese Themen zu diskutieren und das Gespräch über die Zukunft Europas
fortzusetzen.
Das sicherlich bedeutendste Ereignis der österreichischen Präsidentschaft stellt
der Europäische Rat dar, der am 11. und 12. Dezember in Wien stattfinden
wird. Der Europäische Rat gibt der Union die für ihre Entwicklung erforderlichen
Impulse und legt die allgemeinen politischen Zielvorstellungen für diese Ent -
wicklung fest.
Zu Frage 8:
Wie bereits ausgeführt, lassen sich konkrete Fortschritte in einzelnen Dossiers
aus heutiger Sicht nur schwierig vorhersagen. Der Erfolg der österreichischen
Präsidentschaft wird sich jedoch nicht so sehr an isolierten Fortschritten in
einzelnen Dossiers, sondern vielmehr an der Summe möglichst vieler
Ergebnisse in Bereichen, die im beiliegenden Arbeitsprogramm aufgelistet sind,
messen.
Anlagen konnten nicht gescannt werden !!