4333/AB XX.GP

 

Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 4705/J - NR/1998 betreffend Forschungsauftrag zur

Multiplen Chemischen Sensibilität, die die Abgeordneten HAIDLMAYR, Freundinnen und Freunde

am 16. Juli 1998 an mich gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beantworten:

Sind Sie bereit, angesichts des krassen Informationsdefizits in Österreich über die Umwelt -

krankheit MCS eine Forschungsarbeit zu initiieren und zu finanzieren ?

Wenn nein, warum nicht ?

Im Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr kommt der Auftragsforschung besonderer

Stellenwert zu. Projekte der "umsetzungsorientierten Forschung" werden in den von der Bundes -

regierung in ihrem Arbeitsprogramm und / oder vom Bundesminister in Forschungsprogrammen

festgelegten Schwerpunkten finanziert.

Für Projekte mit hauptsächlich grundlagenorientiertem Forschungsinhalt hingegen wäre ein ent -

sprechender Antrag an den Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FwF) zu richten.

Die Auftragsforschung des Bundes ergänzt diese grundsätzlich für alle wissenschaftlichen Vorhaben

offene Antragsforschung.

Zum Thema "Multiple Chemische Sensitivität" sind in Österreich bereits seit einiger Zeit mehrere

Institutionen wissenschaftlich tätig (siehe beiliegende Publikationsdaten, Beilage Punkt 1). Diesbe -

züglich ist auch auf die rege Teilnahme österreichischer Wissenschaftler an toxikologischen und

umweltmedizinischen, nationalen und internationalen Kongressen in Vergangenheit und naher Zukunft

zu verweisen (Beilage Punkt 2).

Das angesprochene Informationsdefizit zum Thema MCS sollte daher jedenfalls innerhalb der arbeits -

und umweltmedizinisch tätigen Ärzteschaft und Scientific Community nicht mehr bestehen.

Dennoch wäre ein Forschungsauftrag, der z.B. die Evaluierung der gegenständlichen Individual -

empfindlichkeit zwecks Erarbeitung praxisgerechter Untersuchungsmethoden zum Inhalt haben könnte,

unter den hiefür bestehenden erwähnten forschungspolitischen Rahmenbedingungen, durchaus sinnvoll

und würde unter der Voraussetzung einer positiven anschließenden Begutachtung sowie in Ab -

stimmung mit dem Bundesministerium Für Arbeit, Gesundheit und Soziales, d.h. Mitfinanzierung durch

dieses, nach Maßgabe der budgetären Möglichkeiten auch vom Bundesministerium für Wissenschaft

und Verkehr bzw. im Rahmen einer erweiterten Finanzierungsplattform unterstützt werden.

BEILAGE

Punkt 1:

Publikationen (Auswahl):

Wolf, C.: Multiple chemical sensitivites: Is there a scientific basis? (1994) Arch Occup Environ Health

66: 213 - 216

Wolf, C.: Umweltallergie - Multiple Chemical Sensitivities (1995). Allergologie 18: 420 - 424

Wolf, C.: Idopathic Environmental Intolerances (IEI) und Multiple Chemical Sensitivity (MCS) (1996)

in: Handbuch der Umweltmedizin, Wichmann HWE, Schlipköter H - W, FülgraffG, Hrsg., ecomed - Fachverlag, Landsberg/Lech

Schoberberger, R., Hartl, H. und Kunze, M.: Sozialmedizinische Beurteilung möglicher Auswirkungen

elektromagnetischer Felder unter besonderer Berücksichtigung gesundheitspsychologischer Aspekte

(1997) Mitteilungen der österreichischen Sanitätsverwaltung 98: 401 - 408

Wolf, C.: Das Multiple Chemicals Sensitvity Syndrome (1998) Schweiz Med. Wochenschr

Punkt 2:

Kongresse und Tagungen (Auswahl):

Gesellschaft der Gutachterärtze Wien 1994

7. Seminar für Toxikologie der Österreichischen Gesellschaft für Toxikologie 1995: "Toxische

Wirkungen niedriger Schadstoffbelastungen"

Lunge - Umwelt - Arbeitsmedizin, Linz 1996 "Umweltallergie"

Toxikologie heute Villach 1996

Jahrestagung Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin 1997

3. Dermatologsiches Alpenseminar, Berchtesgaden 1997

Multiple Chemical Sensitivity Innsbruck 1998

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie 1998

2. Jahrestagung der internationalen Gesellschaft für Umweltmedizin Gießen 1998

Internationaler Kongress über Umweltmedizin Graz 1999