4372/AB XX.GP

 

Auf die - aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit in Kopie beigeschlossene - schriftliche

parlamentarische Anfrage Nr. 4641/J der Abgeordneten Mag. Gilbert Trattner und Genossen

vom 7. Juli 1998, betreffend die Übernahme von Bundeshaftungen für Ostgeschäfte, beehre

ich mich folgendes mitzuteilen;

§ 5 (6) Ausfuhrförderungsgesetz 1981 i.d.g.F. normiert, daß alle Personen, die mit der

Behandlung und Begutachtung von Ansuchen um Haftungsübernahmen befaßt sind,

verpflichtet sind, über alle ihnen in Ausübung dieser Tätigkeit bekanntgewordenen Amts -,

Geschäfts - und Betriebsgeheimnisse Verschwiegenheit zu bewahren. Dies betrifft vor allem

Fragen und Daten im Zusammenhang mit konkreten Haftungsfällen sowie den beteiligten

Personen bzw. Gesellschaften. Vor diesem Hintergrund ist zu den einzelnen Fragen

auszuführen;

Zu 1. und 2.:

Bis heute ist für keinen ungebundenen Finanzierungskredit - und damit für keine

lnfrastrukturinvestition im Großraum St. Petersburg - eine Bundeshaftung übernommen

worden.

Zu 3.:

Obligo, das unter dem Titel “Ex - UdSSR” und “Rußland” zugerechnet wird (alle Beträge in

Mio. ATS, Höchstbeträge)

 

 

 

Zusagen

 

Stände per 31.12.

bzw. 30.6.1998

 

 

Neugeschäft

Umschuldungen

 gesamt

 Garantien

 Umschuldg.

 gesamt

1986

 1.902

 

 1.902

 23.501

 

 23.501

1987

 2.598

 

 2.598

 21.146

 

 21.146

1988

 5.528

 

 5.528

 19.251

 

 19.251

1989

 15.286

 

 15.286

 29.805

 

 29.805

1990

 9.421

 

 9.421

 34.494

 

 34.494

1991

 8.077

 2.794

 10.871

 35.138

 3.751

 38.889

1992

 123

 2.144

 2.267

 26.003

 7.113

 33.116

1993

 40

 7.772

 7.812

 18.909

 14.865

 33.774

1994

 435

 287

 722

 14.916

 15.152

 30.068

1995

 391

 10.220

 10.612

 9.390

 25.300

 34.690

1996

 103

 167

 270

 8.186

 24.659

 32.845

1997

 570

 5.467

 6.037

 5.712

 29.499

 35.211

1. Halbjahr

 

 

 

 

 

 

1998

 259

 626

 885

 4.812

 30.090

 34.902

 

Haftungszusagen und Stände - “Rußland” exkl. “Ex - UdSSR”

(alle Beträge in Mio. ATS, Höchstbeträge)

 

 

 

Zusagen

 

Stände per 31.12.

bzw. 30.6.1998

 

 

Neugeschäft

Umschuldungen

 gesamt

 Garantien

 Umschuldg.

 gesamt

1986

 

 

 

 

 

 

1987

 5

 

 5

 5

 

 5

1988

 104

 

 104

 109

 

 109

1989

 935

 

 935

 1.043

 

 1.043

1990

 1.136

 

 1.136

 2.173

 

 2.173

1991

 891

 

 891

 1.812

 

 1.812

1992

 27

 

 27

 2.246

 

 2.246

1993

 40

 

 40

 582

 

 582

1994

 435

 

 435

 669

 

 669

1995

 391

 

 391

 861

 

 861

1996

 103

 

 103

 792

 

 792

1997

 570

 

 570

 866

 

 866

1. Halbjahr

 

 

 

 

 

 

1998

 259

 

 259

 982

 

 982


 

Zu 4.:

Die bisher abgeschlossene Umschuldungen und deren Konditionen lauten:

 

 

Vertragsdatum

 Rückzahlungsbeginn

 Rückzahlungsdauer

Abkommen I:

 

 

 

ATS 3.76 Mrd.

 03.12.1990

 30.09.1996

 5 Jahre

Abkommen II:

 

 

 

ATS 9.43 Mrd.

 08.11.1993

 01.01.1999

 5 Jahre

ATS 2.17 Mrd.

 08.11.1993

 01.01.1995

 6 Jahre

Abkommen III:

 

 

 

ATS 4.67 Mrd.

 17.03.1995

 30.09.1997

 13 Jahre

ATS 2.20 Mrd.

 17.03.1995

 30.09.1997

 8 Jahre

Abkommen IV:

 

 

 

ATS 3.05 Mrd.

 09.08.1995

 31.10.1998

 13 Jahre

ATS 0.60 Mrd.

 09.08.1995

 31.10.1997

 9 Jahre

*) Abkommen V:

 

 

 

ATS 6.16 Mrd.

 21.04.1997

 20.02.2002

 19 Jahre

ATS 1.64 Mrd.

 21.04.1997

 20.02.2002

 l5 Jahre

 

*) Die Höhe des Abkommens V baut sich durch sukzessive Einbeziehung bis zum II. Quartal

1999 auf maximal ATS 31 Mrd. auf, wobei gleichzeitig die Umschuldungsbeträge aus den

Abkommen I bis IV bis auf ATS 1,6 Mrd. abgebaut werden.

Der Zinssatz der fünf Umschuldungsvereinbarungen ist variabel, Basis ist der variable

Zinssatz des Exportfinanzierungsverfahrens (Marktzinssatz) zuzüglich 0,6 % p.a.

Garantieentgelt. Der Zinssatz des Exportfinanzierungsverfahrens wird quartalsweise im

vorhinein in der Wiener Zeitung verlautbart (derzeit 4,25 % p.a.).

Zu 5.:

Die letzte Umschuldung mit Rußland wurde am 21.4.1997 abgeschlossen.

Zu 6.:

Es handelt sich dabei um die fünfte Umschuldungsvereinbarung.

Zu 7.:

Das Ausfuhrförderungsverfahren sieht das Antragsprinzip vor. Österreichische

Exportunternehmer stellen den Antrag auf Übernahme der Bundeshaftung für

Exportgeschäfte. Die banktechnische Behandlung dieser Ansuchen um Haftungsübernahme

erfolgt im Wege der Oesterreichischen Kontrollbank auf Basis des

Bevollmächtigungsvertrages. Maßgebend für die Behandlung dieser Anträge sind die

einschlägigen Bestimmungen des Ausfuhrförderungsgesetzes 1981 i.d.g.F.

Ein procedere, wie dies in der Frage zum Ausdruck kommt, ist im österreichischen

Exportförderungsverfahren nicht vorgesehen. Der Ordnung halber möchte ich ergänzen, daß

an mich als Finanzminister keine derartigen Ersuchen gerichtet worden sind. Über darüber

hinausgehende Informationen für die Zeitspanne ab 1986 verfüge ich nicht.

Zu 8. und 9.:

Wie bereits eingangs erwähnt, normiert § 5 (6) Ausfuhrförderungsgesetz 1981 i.d.g.F, daß

alle Personen, die mit der Behandlung und Begutachtung von Ansuchen um

Haftungsübernahmen befaßt sind, verpflichtet sind, über alle ihnen in Ausübung dieser

Tätigkeit bekanntgewordenen Amts -, Geschäfts - und Betriebsgeheimnisse

Verschwiegenheit zu bewahren. Es können daher keine näheren Auskünfte zu diesen

Fragen erteilt werden.

Zu10.:

Die Aufgliederung nach Haftungsarten (Haftungszusage “Rußland” exkl. "Ex - UdSSR" -

vergleiche Frage 3) in Mio. ATS (Höchstbeträge) exkl. Umschuldungen ist folgender

Übersicht zu entnehmen

 

 

G1

 G2

 G3

 G4

 G5

 G7

 G9

 Gesamt *)

1986

 339

 

 1.453

 

 70

 

 40

 1.902

1987

 159

 

 2.426

 5

 8

 

 

 2.598

1988

 194

 

 5.190

 104

 40

 

 

 5.528

1989

 1.833

 909

 7.530

 4.274

 156

 178

 407

 15.286

1990

 2.909

 202

 4.143

 39

 1.750

 51

 327

 9.421

1991

 2.117

 129

 4.711

 652

 327

 121

 21

 8.077

1992

 

 

 115

 

 

 8

 

 123

1993

 23

 

 15

 

 

 1

 

 40

1994

 416

 

 19

 

 

 

 

435

1995

 218

 

 139

 33

 1

 

 

391

1996

 15

 

 85

 2

 

 

 

103

1997

 193

 

 235

 21

 

 46

 75

 570

1 Halbjahr

 

 

 

 

 

 

 

 

1998

 118

 

 33

 

 78

 

 30

 259

 

*) Differenzen in der Gesamtsumme der Garantiearten resultieren aus Rundungen.

 

Anlage