4532/AB XX.GP

 

Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 4898/J - NR/1998 betreffend Neutronen - Zentrum

Austron, die die Abg. Dipl. - Ing. SCHÖGGL und Kollegen am 18. September 1998 an mich

gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beantworten:

 

1. Welche Schritte werden seitens des Wissenschaftsministeriums gesetzt, um inter -

nationale Finanzierungsbeiträge zu lukrieren?

 

Ich habe entsprechend dem Beschluß des Ministerrates vom 20. August 1998 Herrn Bot -

schafter Dr. Peter Jankowitsch beauftragt, in meiner Vertretung die österreichische Delegation

bei der Einwerbung internationaler Finanzierungsbeiträge zu leiten.

 

2. Welche ausländischen Partner sollen angesprochen werden und werden die finan -

zierungskosten seitens der Bundesregierung vorfinanziert?

 

Bei den Ansprechpartnern handelt es sich in erster Linie um die unmittelbaren österreichischen

Nachbarländer sowie Polen, Frankreich und die IAEA. Es erfolgt keine Vorfinanzierung sei -

teils der Bundesregierung.

3. Wieviele neue Arbeitsplätze können durch das Projekt Austron geschaffen werden,

bzw. mit welchen "Spin - offs” ist zu rechnen?

 

- Etwa 200 Arbeitsplätze (nach internationalen Erfahrungen mindestens 60% der ständigen

Mitarbeiter).

 

- Immaterielle Spin offs: Fokussierung im Spitzenforschungsbereich; Incoming von interna -

tionalen Experten und entsprechender Know - How - Transfer nach Österreich; Aktivierung

der österreichischen Fachwissenschaftler und Studenten in Lehre und Forschung.

 

- Materielle spin offs: Schaffung von neuen, hochwertigen Arbeitsplätzen; Hereinfluß von

internationalen Forschungsgeldern; persönliche Ausgaben der rd. 330 ständigen Mitarbeiter

und jährlich ca. 1000 Gastforscher in der Standortregion; touristische/gastronomische Bele -

bung der Region; Ansiedlung von Dienstleistungs und Zulieferbetrieben.

 

4. Bis wann wird konkret mit den Arbeiten begonnen bzw. wann soll die erste Ausbau -

stufe von Austron abgeschlossen werden?

 

Der Beginnzeitpunkt hängt vom Erfolg der Internationalisierungsverhandlungen ab.

 

5. Ist die definitive Standortwahl bereits getroffen?

 

6. Wenn ja, wo wird “Austron” errichtet und welche Kriterien haben zu dieser Stand -

ortentscheidung geführt?

 

Eine definitive Standortwahl ist noch nicht getroffen.

 

7. In welcher Form sind das Forschungszentrum Seibersdorf und andere österrei -

chische Forschungseinrichtungen und Universitäten in die Realisierung des Projek -

tes “Austron” eingebunden?

 

Gar nicht, da die Realisierung von AUSTRON noch nicht begonnen hat.

8. Wie wird nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Projektes die weitere Fi -

nanzierung erfolgen? Zeigt die Feasibility - Study eindeutig, daß das Projekt länger -

fristig wirtschaftlich betrieben werden kann oder werden staatliche Zuschüsse aus

den zukünftigen Budgets erforderlich sein?

 

Die weitere Finanzierung wird über Mitgliedsbeiträge der künftigen AUSTRON - Mitglieder und

User erfolgen. Österreich wird als Mitglied einer internationalen Einrichtung (mit Sitz in Öster -

reich) wie alle anderen Mitglieder einen jährlichen Mitgliedsbeitrag zahlen.

 

9. Wenn ja, in welcher Höhe?

 

Die Beitragshöhe wird von der Mitgliederanzahl abhängen.

 

10. Können die entsprechenden Mittel kurzfristig, z.B. aus dem Budget 1999 bereit -

gestellt werden, um unverzüglich mit dem Bau bzw. der Umsetzung des Projektes

beginnen zu können, um nicht weitere Zeit zu verlieren?

 

Im Fall einer positiven Internationalisierung im Jahr 1999 ist mit einem konkreten Baubeginn

kaum vor dem Jahr 2001 zu rechnen.

 

11. Wird im Budget für das Jahr 2000 ein entsprechender Ansatz vorhanden sein?

 

Über das Budget 2000 können derzeit noch keine verbindlichen Aussagen gemacht werden.

 

12. Ist dies mit dem Bundesminister für Finanzen bereits akkordiert?

 

Dem Ministerratsbeschluß vom 20. August 1998 lag eine ausführliche Information über das

Vorhaben AUSTRON zugrunde, die auch vom Bundesminister für Finanzen zur Kenntnis

genommen wurde.

13. Welche besonderen Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Strahlen - oder Ener -

gieforschung bzw. welche Kontakte zu internationalen Unternehmen zeichnen

Herrn Minister a.D., Dr. Jankowitsch aus, um die Koordination des Projektes

erfolgreich voranzutreiben und die notwendigen ausländischen Finanzierungsquel -

len zu erschließen?

 

Herr Botschafter Dr. Jankowitsch ist aufgrund seiner Tätigkeit im diplomatischen Dienst, als

Außenminister der Republik Österreich und nicht zuletzt als langjähriger Leiter der österrei -

chischen Vertretung bei der OECD (OECD Mega Science Forum) und der ESA zur Leitung

der österreichischen Delegation, der gegebenenfalls auch Fachexperten angehören werden,

absolut prädestiniert.

 

14. An welche Finanzierungsquellen ist im einzelnen gedacht?

 

Beitragszahlungen potentieller Mitgliedsländer und - organisationen, sowie User - Beiträge.

 

15. Wird darauf bereits in der Feasibility - Study im Detail eingegangen?

 

Ja, bereits die Feasibility - Studie verweist auf ein derartiges Finanzierungsmodell. Details wer -

den allerdings von der Zahl und Art der potentiellen Mitglieder bzw. User abhängen.

 

16. Welcher konkrete Zeithorizont wurde dem Koordinator vorgegeben?

 

Ende Juni 1999.

 

17. Die Vorbereitungen für ,,Eurocryst” waren bereits sehr weit gediehen, so ließ der

steirische LH - Stellvertreter DDr. Schachner bereits bei der letzten Landtagswahl

die erfolgreiche Realisierung des Projektes in der Steiermark plakatieren. Wird

es in der Steiermark ein Kompetenzzentrum “Kristallforschung” geben?

Das hängt von der erfolgreichen Bewerbung bzw. Auswahl einer steierischen Kristallfor -

schungsseinrichtung als Kompetenzzentrum ab.

 

18. Wie wird beim Projekt "Eurocryst” weiter vorgegangen oder wird dieses Projekt

endgültig ad acta gelegt?

 

Auf Grund der seitens der European Science Foundation zu EURO - CRYST abgegebenen

Stellungnahme wird die Ansiedlung einer internationalen Großforschungseinrichtung im Bereich

der Kristallforschung seitens meines Ressorts nicht weiter verfolgt.

 

19. Welche Kosten sind bisher für die beiden Forschungsprojekte "Eurocryst” und

“Austron” aufgelaufen?

 

Rund 25 Mio Schilling (seit 1993).

 

20. Gibt es derzeit Überlegungen hinsichtlich weiterer Großforschungsprojekte von

europäischer Bedeutung, die in Österreich umgesetzt werden könnten?

 

21. Wenn ja, welche?

 

Nein, derzeit nicht.