4533/AB XX.GP
Die Abgeordneten zum Nationalrat Schaffenrath und Mag. Pollet - Kammerlander
haben am 17. September 1998 unter der Nr.4880/J an mich eine schriftliche parla -
mentarische Anfrage betreffend betriebliche Frauenförderung gerichtet.
Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
ZuFrage1:
In Österreich verfügen derzeit nur wenige Betriebe über Frauenförderpläne. Au s
diesem Grund habe ich im Herbst 1997 eine Enquete zum Thema “Öffentliche Auf -
tragsvergabe als Instrument der Frauenförderung” veranstaltet, deren Zielsetzung es
war, jene EU - , bundes - und landesrechtlichen Rahmenbedingungen zu klären, die
eine bevorzugte Auftragsvergabe durch die öffentliche Hand an Unternehmen mit
einer aktiven betrieblichen Frauenförderungspolitik ermöglichen würden .
Die Ergebnisse dieser Veranstaltung wurden unter dem Titel “Öffentliche Auftrags -
vergabe als Instrument der Frauenförderung” in Band 15 der “Schriftenreihe der
Frauenministerin” publiziert.
Um Betriebsinhaberinnen und - inhabern einen Anreiz zur Ergreifung von Maßnah -
men zur Frauenförderung zu bieten, beabsichtige ich, die Vergabe von öffentlichen
Aufträgen an diesbezügliche innerbetriebliche Maßnahmen zu koppeln und im Rah -
men der rechtlichen Möglichkeiten entsprechende Richtlinien für Vergabeverfahren
zu erarbeiten.
Weiters plane ich ein Modellprojekt zur Implementierung frauenfördernder Maßnah -
men in ausgewählten Betrieben, in dessen Verlauf einerseits in diesen Betrieben
konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden sollen, andererseits durch
Auswertung der Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts eine Grundlage für wei -
tere Überlegungen hinsichtlich betrieblicher Frauenförderung geschaffen werden
soll.
Darüber hinaus wird das Projekt “Managing E - Quality. Pilot project on a gender -
related management” im Rahmen des 4. Aktionsprogrammes der Europäischen
Kommission von mir finanziell unterstützt. Hauptziele dieses Projekts sind die Sen -
sibilisierung für die Veränderung von Organisationsstrukturen in Richtung einer
besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Führungskräfteseminare und
die Entwicklung von innerbetrieblichen Maßnahmenprogrammen. Damit soll die
Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt hinsichtlich Teilnahme, Stabilität von
Arbeitsplätzen und Aufstiegsmöglichkeiten von Frauen erhöht werden. Primäre
Zielgruppe des Projekts sind Führungskräfte in öffentlichen und privaten Organi -
sationen, die über die Einstellung und Förderung von Personal sowie dessen Ar -
beitsbedingungen entscheiden.
Zu den Fragen 2 bis 4:
Informationen über Betriebe, die frauenfördernde Maßnahmen durchführen, erhalte
ich im Rahmen von einschlägigen Veranstaltungen und Aktivitäten; auf diesem
Wege werden die erhaltenen Informationen auch weitergegeben.
Eine systematische Informationserfassung über frauenfördernde Maßnahmen in
Betrieben, für die ja wohl eine gesetzliche Grundlage erforderlich wäre, erfolgt der -
zeit nicht. Ich möchte auch darauf hinweisen, daß die Schaffung der Voraussetzun -
gen für diese Datenerhebung nicht in
meinen Zuständigkeitsbereich fällt.
Zu Frage 5:
Die Herausgabe eines Berichts über den Stand der Frauenförderung in österreichi -
schen Betrieben ist von mir derzeit nicht geplant.
Zu den Fragen 6 und 7:
Ich bin weder Mitglied eines Beirats, der Maßnahmen zur betrieblichen Frauenförde -
rung beschließt, noch habe ich einen Sitz in solchen Beiräten. Nach den mir vorlie -
genden Informationen sind in den anderen Bundesministerien keine solchen Beiräte
eingerichtet.