4559/AB XX.GP

 

Auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Hagenhofer und Kollegen vom 18.

September 1998, Nr. 4928/J, betreffend Lagerung von tiefgekühltem Fleisch, beehre

ich mich nach Befassung der Agrarmarkt Austria folgendes mitzuteilen:

 

Bevor ich Ihre Fragen im Einzelnen beantworte, darf ich folgendes feststellen:

Bedingt durch die BSE - Krise kam es im März 1996 zu einem Zusammenbruch des

Rindfleischmarktes, der sich erst Monate später wieder stabilisierte. Die EU -

Kommission ordnete demzufolge Sofortmaßnahmen wie z.B. den Ankauf von Rind -

fleisch zur Einlagerung in Tiefkühlhäuser an.

 

Da es inzwischen bereits zu einer Erholung des Rindfleischmarktes gekommen ist,

konnte bereits mit der Auslagerung von tiefgefrorenem Rindfleisch begonnen wer -

den. Von der EU - Kommission wurde auch ein bestimmter Verwendungszweck der

auszulagernden Ware festgelegt. Die in der Einleitung der Anfrage geäußerte Ver -

mutung, daß die Lagerbestände zu Wurst verarbeitet würden, stimmt nur in beding -

tem Ausmaß, da auch andere Verwendungszwecke wie z.B. Exporte in Drittländer

von der EU verpflichtend vorgeschrieben wurden.

Nun zur Beantwortung Ihrer Fragen:

 

Zu den Fragen 1 und 2:

 

Zu Ihrer Frage betreffend die Lagerstätten für tiefgekühltes Fleisch in Österreich darf

auf die, in regelmäßigen Abständen erscheinenden “Amtlichen Veterinärnachrichten”

des Bundeskanzleramtes, Veterinärverwaltung, verwiesen werden, wo der aktuelle

Stand der in Österreich gemäß der Richtlinie 64/433/EWG zugelassenen Kühlhäuser

aufgelistet ist. Aus dieser Liste vom 1. September 1998 ist zu entnehmen, daß insge-

samt rund 100 Betriebe eine Genehmigung zur Lagerung von tiefgekühltem Fleisch

besitzen. Das Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft selbst verfügt über

eine Übersicht jener Kühlhäuser, in denen Interventionsrindfleisch eingelagert ist. Die

österreichische Interventionsware befindet sich in zwei österreichischen und sechs

deutschen Kühlhäusern. Die meisten dieser zugelassenen Kühlhäuser gehören zu

Schlachthöfen, Zerlegebetrieben, Verarbeitungsbetrieben oder Handelsbetrieben.

Nur rund 15 Firmen betreiben die Tiefkühllagerung auch als Fremdlagerung.

 

Zu Frage 3:

 

Bei der Einlagerung von Fleisch ist zwischen der Lagerung von Fleisch durch Privat -

personen und die Fleischlagerung als Interventionsmaßnahme der Marktordnung zu

unterscheiden. Über die Lagerung von Fleisch durch Privatpersonen liegen dem

Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft keine Informationen zum Stichtag 1.

September 1998 vor. Es darf hiefür um Verständnis ersucht werden.

Im Rahmen der Intervention von Rindfleisch, welche im Jahr 1996 aufgwnd der

durch die BSE - Krise hervorgerufenen Marktstörung eröffnet werden mußte, wurden

im Zeitraum April 1996 bis Oktober 1997 rund 14.150 Tonnen Rindfleisch aufgekauft.

Mit Stand 1. September 1998 befanden sich insgesamt 10.729,97 to Rindfleisch mit

Knochen auf Lager (Beilage1).

 

Zu den Fragen 4 und 5:

 

Im Rahmen der Intervention und der privaten Lagerhaltung wurden folgende

Fleischmengen eingelagert:

                                Schweinefleisch                         Rindfleisch

                                       into                                           into

           1994:                 4.931                                         1.587

           1995:

           1996:                    626                                       10.751*

           1997:                      -                                          14.085

1998:**                             -                                          10.730

 

* davon 10 to Kalbfleisch im Rahmen der privaten Lagerhaltung

** Stand 30.08.1998

 

ZuFrage6:

 

Die Kosten der Lagerhaltung betrugen wie folgt:

in Mio ÖS

                Schweinefleisch                     Rindfleisch                     Kalbfleisch

1994:                21,0                                   10,5                                     0

1995:                  5,5                                     0                                        0

1996:                  2,3                                  27,4                                      0,2

1997:                  0                                     48,1                                      0

1998*:                0                                     34,6                                      0

 

* Stand per August 1998

 

Beilage konnte nicht gescannt werden !!!