4711/AB XX.GP
Zur vorliegenden Anfrage führe ich folgendes aus:
Zu Frage 1:
Im Rahmen der Geburtenstatistik werden auch erkennbare Mißbildungen bei
Lebendgeborenen erfaßt, Informationen über schwere angeborene Fußfehlbildungen
sind daher vorhanden.
Darüberhinaus gibt es eine Statistik über den Gesundheitszustand der Schuljugend.
Die Ergebnisse der schulärztlichen Untersuchungen zeigen, daß Fehlformen der
Beine und Füße bei ca. 20 % der Schulanfänger diagnostiziert werden und bis zur
12. Schulstufe nur geringfügig ansteigen. Im Querschnittsvergleich sind in allen
Schulstufen deutliche Rückgänge zu sehen, ein Trend, der schon seit längerem zu
beobachten ist. Dies darf eindeutig als Resultat einer wirksamen Prophylaxe bzw.
wirksamen Korrekturen von Fehlbildungen der unteren Extremität bewertet werden.
Zu den Fragen 2 a bis c:
Im Rahmen des Mutter - Kind - Paß - Untersuchungsprogrammes sind von Geburt bis
zum Ende des 4. Lebensjahres acht Untersuchungen des Kindes, darunter eine
orthopädische Untersuchung, vorgesehen. Im Rahmen des Untersuchungsganges
ist dabei naturgemäß auch auf Fußfehlbildungen und - fehlstellungen ein
entsprechendes Augenmerk zu legen. Spezielles Informationsmaterial wird seitens
meines Ressorts nicht bereitgestellt.
Zu Frage 2d:
Da sich mein Ministerium der Verantwortung gegenüber dem gesundheitlichen
Wohlbefinden der österreichischen Kinder und Jugendlichen bewußt ist, wurden
gerade in den letzten Jahren gemeinsam mit dem Unterrichtsressort verstärkte
Anstrengungen unternommen, um das Gesundheitsbewußtsein der Schuljugend zu
steigern. Die Aktion “Bewegte Schule” versucht dem Bewegungsmangel der
Schülerinnen und Schüler entgegenzuwirken und damit Erkrankungen des Stütz -
und Bewegungsapparates vorzubeugen.
Der Aufbau und die Verbreitung des Österreichischen Netzwerkes
“Gesundheitsfördernde Schulen” ist mir ebenfalls ein besonderes Anliegen. Durch
die Förderung des Gesundheitsbewußseins im Allgemeinen wird auch die
Einstellung in speziellen Bereichen, wie der Fußgesundheit, beeinflußt. Das Konzept
der “Gesundheitsfördernden Schule” ist somit eine mögliche Antwort auf Fragen der
Gesundheitserziehung und der Motivation zu einem verantwortungsbewußten
Umgang mit Gesundheit.
Zu Frage 2 e:
Explizites Ziel der Gesundenuntersuchung ist die Früherkennung von Herz -
Kreislauferkrankungen, Karzinomen, Stoffwechselerkrankungen und chronischen
Erkrankungen der Atmungsorgane.
Nach der Untersuchung ist als wesentliches Element der Vorsorgeuntersuchung
allerdings ein ausführliches ärztliches Gespräch vorgesehen: Dabei sollen
individuelle Risikofaktoren, Lebensweisen sowie Veranlagungen besprochen
werden. Ziel des Beratungsgespräches ist es auch, das Gesundheitsbewußtsein und
die Eigenverantwortung zu stärken. Dies kann im Einzelfall auch eine Beratung
hinsichtlich der Fußgesundheit und, bei Vorliegen eines behandlungsbedürftigen
Fußleidens, die Überweisung zu einem Facharzt für Orthopädie beinhalten.
Zu Frage 2f:
Bei der Ausbildung der Betriebsärzte wird auch das Fach Orthopädie berücksichtigt
und damit auch der Fußgesundheit Rechnung getragen.
Zu Frage 2g:
Die Erhaltung, Förderung und Verbesserung der Gesundheit im ganzheitlichen Sinn
zählt, gemäß den Intentionen des Gesundheitsförderungsgesetzes, ebenso wie die
Aufklärung und Information über vermeidbare Krankheiten zu den
Aufgabenbereichen des Fonds “Gesundes Österreich”. Maßnahmen zur Vermeidung
von Erkrankungen des Stütz - und Bewegungsapparates sind in dieser Zielsetzung
inkludiert.
Zu Frage 3:
Die bislang gesetzten Aktivitäten, z.B. die Maßnahmen des Mutter - Kind - Paß -
Untersuchungsprogrammes, halte ich für ausreichend, um den Stellenwert der
Fußgesundheit zu verbessern. Darüberhinaus erwarte ich mir von der Initiative
Gesundheitsförderung weitere wichtige Impulse in Richtung ganzheitlicher
Gesundheitsförderung. Die Förderung des Gesundheitsbewußtseins im Hinblick auf
die Fußgesundheit kann ein Teilaspekt davon sein.
Zu Frage 4:
Ich plane zunächst eine Kontaktnahme mit der Österreichischen Gesellschaft für
Orthopädie und orthopädische Chirurgie. Je nach dem Ergebnis werde ich mich
erforderlichenfalls auch an die Schuhindustrie wenden.