4833/AB XX.GP

 

Die Abgeordneten zum Nationalrat Anna Elisabeth Aumayr und Kollegen haben an

mich eine schriftliche Anfrage, betreffend “Anstieg der Kriminalität in Österreich”, ge -

richtet und folgende Fragen gestellt:

 

"1.   Wieviele verurteilte Ausländer, aufgelistet nach Nationalitäten, waren in den

        Jahren 1990 bis 1997 in den einzelnen Bundesländern inhaftiert?

 

  2.   Wieviele verurteilte Inländer waren in den Jahren 1990 bis 1997 in den einzel -

        nen Bundesländern inhaftiert?”

 

 

Ich beantworte diese Fragen wie folgt:

 

 

Zunächst muß ich vorausschicken, daß die gefragten Zahlen über die verurteilten

und inhaftierten Personen keinen verläßlichen Aufschluß über die in der Anfragebe -

gründung behauptete zunehmende Gewaltbereitschaft weder des ausländischen

noch des inländischen Bevölkerungsanteils geben können. Der dem Nationalrat vor -

liegende Sicherheitsbericht der Bundesregierung für das Jahr 1997 weist aus, daß

die Häufigkeit der bekannt gewordenen Straftaten gegen Leib und Leben, die einen

Anteil von rund 17 % an der Gesamtkriminalität ausmachen, in den letzten fünf Jah -

ren leicht gesunken ist, wobei tendenziell auch die Verwendung von Schußwaffen

im Zusammenhang mit strafbaren Handlungen etwas zurückgegangen ist. Ebenso

ist die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen nichtösterreichischer Staatsangehörig -

keit in dieser Deliktsgruppe seit 1993 um 7,4 % gesunken. Bemerkenswert ist auch,

daß die Kriminalitätsbelastung der ausländischen Wohnbevölkerung (Männer zwi -

dem 19. und 40. Lebensjahr) bei den Straftaten gegen Leib und Leben unterhalb

der Kriminalitätsbelastung der gleichaltrigen Österreicher liegt.

 

Die folgende Statistik über die von den Strafgerichten rechtskräftig verurteilten In -

sassen (einschließlich der im Maßnahmenvollzug Untergebrachten) erfaßt nicht nur

Verurteilte aus der ausländischen Wohnbevölkerung in Österreich, sondern auch

Ausländer, die sich nur vorübergehend im Inland aufhalten. Erfahrungsgemäß unter -

scheidet sich die Strafenpraxis der Gerichte bei der zuletzt genannten Gruppe etwas

von der Strafenpraxis gegenüber der in - und ausländischen Wohnbevölkerung.

 

 

Stichtag

Strafgefangene

gesamt

Anzahl der

Nicht - Österreicher

Anteil in %

Anzahl der

Nationen

1.9.1991

4.409

597

13,54

66

1.2.1992

4.595

606

13,19

74

1.9.1992

4.472

751

16,79

72

1.2.1993

4.794

791

16,50

78

1.9.1993

4.859

937

19,28

77

1.2.1994

5.004

982

19,62

72

1.9.1994

5.007

1.070

21,37

75

1.2.1995

5.353

1.061

19,82

72

1.9.1995

4.428

975

22,02

69

1.2.1996

4.893

1.037

21,19

69

1.9.1996

5.060

1.114

22,02

75

1.2.1997

5.268

1.078

20,46

74

1.9.1997

5.134

1.122

21,85

77

1.2.1998

5.195

1.038

19,98

87

1.9.1998

5.160

1.113

21,57

82

 

 

Die vorstehende Statistik wird in dieser Aufgliederung erst seit dem Jahre 1991 ge -

führt, sodaß entsprechende Vergleichszahlen für das Jahr 1990 nicht zur Verfügung

stehen.

Vergleichszahlen für die einzelnen Bundesländer werden nicht erhoben, weil daraus

keine aussagekräftigen Schlußfolgerungen gezogen werden könnten. Strafgefange -

ne, die zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt wurden, verbüßen in aller Regel ihre

Strafe nicht in jenem Bundesland, in dem sie die Straftat begangen haben. Dazu

kommt noch, daß die Verteilung der Justizanstalten und insbesondere der Strafvoll -

zugsanstalten auf die einzelnen Bundesländer regional sehr unterschiedlich ist. Ich

ersuche daher um Verständnis, daß eine nach Bundesländern aufgegliederte Stati -

stik nicht zur Verfügung steht.