4884/AB XX.GP
Auf die - aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit in Kopie beigeschlossene - schriftliche
parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Matthias Ellmauer und Kollegen vom
13. November 1998, Nr. 5195/J, betreffend Verdacht der Steuerhinterziehung im ÖGB -
Druck- und Medienkonzern, beehre ich mich folgendes mitzuteilen:
Zu 1. bis 4.:
Aufgrund der im § 48a Bundesabgabenordnung normierten abgabenrechtlichen
Geheimhaltungspflicht ist mir eine Beantwortung der gestellten Fragen, soweit sie sich nicht
ohnedies - wie etwa in der Einleitung - auf nicht der parlamentarischen Interpellation
unterliegende Beteiligungsverhältnisse von privatrechtlichen Gesellschaften beziehen, nicht
möglich. Ich ersuche hiefür um
Verständnis.
Anfrage
der Abgeordneten Ellmauer
und Kollegen
an den Bundesminister für Finanzen
betreffend Verdacht der Steuerhinterziehung im ÖGB - Druck- und Medienkonzern
Dem Wirtschaftsblatt vom 5. November 1998 ist zu entnehmen, daß die indirekt zur
Elbemühl Medienholding gehörende Kärntner Mediamarketing vor kurzem von 20
Steuerfahndern geprüft wurde. Grund für diese Prüfung sind Untersuchungen
wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Laut Wirtschaftsblatt hat eine
Sprecherin der Finanzlandesdirektion bestätigt, daß es aufgrund richterlicher An -
weisungen Durchsuchungen gegeben hat.
Der ÖGB - Verlag hat nun nur wenige Wochen, nachdem der ehemalige Chef der
Gewerkschaftsdruckerei Elbemühl wegen der illegalen Beschäftigung von Auslän -
dern verurteilt wurde, erneut rechtliche Probleme mit einer Tochterfirma. Die
Elbemühl Medienholding GesmbH, die zu 100 % dem Verlag des Österreichischen
Gewerkschaftsbundes GesmbH gehört, besitzt eine hundertprozentige Tochter -
firma, nämlich die Inovamedia, die wiederum 10 % an der Mediamarketing hält.
Über ein Netz von Beteiligungen hat der ÖGB - Konzern aber weit größeren Einfluß
auf die betroffene Firma. Weitere 10 % hält die zu 50 % der ÖGB - Verlagstochter
Printex gehörende RIP - Media, die auch dieselbe Adresse hat wie die Inovamedia.
30 % hält wiederum die M.T.Medienbeteiligungs GesmbH.
Es stellt sich daher die Frage, wieweit der Verlag des Österreichischen Gewerk -
schaftsbundes in die angeblichen Steuerhinterziehungen der Mediamarketing
GesmbH verwickelt ist. Deshalb stellen die unterfertigten Abgeordneten an den
Bundesminister für Finanzen folgende
Anfrage:
1. Wurde gegen die Mediamarketing GesmbH tatsächlich ein Finanzstrafver -
fahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet?
2. Welche Vorwürfe werden gegen die Mediamarketing GesmbH erhoben?
3. Bestehen weitere Verdachtsmomente, daß auch andere dem ÖGB - Druck- und
Medienkonzern angehörende Firmen in diese Steuerhinterziehungen ver -
wickelt sind?
4. Werden die Finanzbehörden auch über die laufenden Prüfungshandlungen
hinausgehende Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Druck- und Medien -
konzern des ÖGB setzen?