5214/AB XX.GP
B e a n t w o r t u n g
der Anfrage der Abgeordneten Mag. Haupt, Dr. Pumberger, Dr. Kurzmann und
Kollegen
betreffend Kältetherapie bei apoplektischen Insulten
(Nr. 5569/J)
Zur vorliegenden Anfrage führe ich folgendes aus:
Zu den Fragen 1 und 2 :
Die Methode der Kältetherapie bei apoplektischen Insulten ist noch in
wissenschaftlicher Erforschung begriffen. Vor der allgemeinen Einführung dieser
Methode sind nach gutachterlicher Ansicht mehrerer prominenter österreichischer
Fachleute folgende Fragen zu klären:
- Wie effizient ist die Hypothermie?
- Wie groß ist das therapeutische Fenster bei Anwendung der Hypothermie?
- Wie lange ist die optimale Dauer einer Anwendung der Hypothermie?
- Wie groß ist das optimale Ausmaß der Hypothermie?
- Wie soll ein optimales Management der kritischen Phase der Wiedererwärmung
aussehen?
- Wie häufig und wie schwer sind unerwünschte Nebenwirkungen im Rahmen der
Hypothermietherapie?
Diese Fragen werden im internationalen Rahmen noch wissenschaftlich geklärt
werden müssen, bevor diese Therapieform im Gesundheitswesen allgemein
angeboten werden wird können. Derzeit laufen in Österreich noch keine derartigen
Studien.
Von eine Verweigerung eines neuen Therapiekonzeptes kann in diesem
Zusammenhang nicht gesprochen werden, zumal
die in Rede stehende Therapie
noch nicht als wissenschaftlich etablient anzusehen ist. Im übrigen wären
wissenschaftliche Studien, welche vorzugsweise an neurologischen
Intensivstationen durchzuführen wären, zu intensivieren - dies wäre jedoch Aufgabe
des zuständigen Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.
Die Förderung erfolgversprechender Forschungen auf einem medizinischen Gebiet
und die gleichzeitige Beachtung der erforderlichen medizinischen Kriterien bei der
Anwendung bestimmter Methoden (ausreichende Testung udgl.) halte ich nicht für
widersprüchlich, sondern - im Gegenteil - für übereinstimmend.