5650/AB XX.GP
Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 6054/J - NR/1999 betreffend Einführung eines
prämienorientierten Vorschlagswesens im öffentlichen Dienst, die die Abgeordneten MURAUER
und Kollegen am 26. März 1999 an mich gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beant -
worten:
Zu den Fragen 1 bis 6:
Ein institutionalisiertes prämienorientiertes Vorschlagssystem ist in meinem Ressortbereich nicht
vorhanden. Es hat sich aber gezeigt, dass Änderungsvorschläge von den Bediensteten laufend,
entweder im Wege über die Personalvertretung oder aber direkt bei den Abteilungs- und Sek -
tionsleitern vorgebracht und soweit dies organisatorisch möglich sowie rechtlich zulässig ist, auch
in die Realität umgesetzt werden. Gerade die Personalvertretungen nehmen immer wieder Vor -
schläge einzelner Bediensteter auf und vertreten diese dann dem Dienstgeber gegenüber. Dabei
wird auf eine Umsetzung dieser Vorschläge besonderer Wert gelegt.
Wichtig erscheint mir, dass die Bediensteten auch ohne Prämien Änderungswünsche äußern und
damit an der Verbesserung der Aufgabenbewältigung mitwirken. Gerade mein Ressort hat grö -
ßere
Umstrukturierungen unter wesentlicher Beteiligung der Bediensteten (z.B.
Umstrukturierung
der Hochschulsektion) vorgenommen. Aber auch unter Leitung einer Managementberatungsfirma
wurden Organisationsänderungen zwischen den Verwaltungsbereichen Verkehr und Wissen -
schaft durchgeführt.
Es ist aber sicherlich gerechtfertigt, Vorschläge von Bediensteten dann auch durch eine finanzielle
Zuwendung und nicht nur durch eine verbale Anerkennung zu würdigen, wenn sich der betreffen -
de Vorschlag in der Praxis bewährt hat. Freilich sind die budgetären Möglichkeiten für solche
Prämien begrenzt. Im Zuge von Sparpaketen für den öffentlichen Dienst mussten unter anderem
auch die Budgetposten für Belohnungen und Aushilfen stark gekürzt werden. Es ist aber zu
hoffen und zu erwarten, dass das im Zuge der Reform des Vertragsbedienstetenrechts neu einge -
führte System der Leistungsprämien künftig einen etwas größeren Spielraum bieten wird. Überle -
gungen, ein prämienorientiertes Vorschlagswesen zu institutionalisieren, bestehen aber derzeit
nicht.
Auch im Bereich der Universitäten und der Universitäten der Künste gibt es bisher kein flächen -
deckendes derartiges Vorschlagswesen. Ob und inwieweit die Universitäten und die Universitä -
ten der Künste künftig ein derartiges System planen, hängt von den Entscheidungen der autono -
men Universitätsorgane ab.
Es ist bekannt, dass jedenfalls an einigen Universitäten gemäß UOG 1993 Belohnungen für
besonders herausragende Leistungen gewährt werden. Informationen über die genauen Anlässe,
die Namen und die Beträge der von den Rektoren der Universitäten an ihre Vertragsbedien -
steten gewährten Belohnungen wurden dem Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr
von diesen Universitäten mit Rücksicht auf die Universitätsautonomie nicht zur Verfügung gestellt.
Zu den Fragen 7 und 8:
Derzeit sind im gesamten Ressortbereich rund 19.200 Bedienstete beschäftigt. Auch von den
Universitäten werden laufend Änderungswünsche vorgebracht, die vielfach auf einzelne Vor -
schläge zurückgehen und dann von den akademischen Organen oder den Interessensvertretun -
gen vorgelegt werden. Eine genaue Zahl kann nicht genannt werden. Sie ist aber auch nicht aus -
schlaggebend
für die Qualität und die Realisierbarkeit eines Vorschlages.
Zu Frage 9:
Ich bin gerne bereit, im Bereich der Zentralleitung die Personalvertretungen mit einem prämien -
orientierten Vorschlagswesen zu befassen und werde auch die nachgeordneten Dienststellen auf
dieses Vorschlagswesen aufmerksam machen.
Zu Frage 10:
Grundsätzlich ist gegen die Einbindung von Betriebsberatungsfirmen in die öffentliche Verwaltung
nichts einzuwenden, doch hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass dabei nicht immer Kosten
und Nutzen im optimalen Verhältnis stehen, weshalb für dieses Vorschlagswesen eher interne
Überlegungen als zielführend angesehen werden. Im übrigen könnte den Universitäten und den
Universitäten der Künste die Beiziehung von Betriebsberatern auch gar nicht aufgezwungen
werden.