5674/AB XX.GP

 

Die Abgeordneten zum Nationalrat Morak und Kollegen haben am 25. März

1999 unter der Nr. 6042/J an mich eine schriftliche parlamentarische Anfrage

betreffend „Studie zur sozialen Lage der Autorinnen und Autoren in Österreich“

gerichtet.

 

 

 

Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:

 

 

Zu Frage 1:

Das Projekt wurde erstmals im Frühjahr 1994 zur Subventionierung eingereicht.

 

 

Zu Frage 2:

Den Ausschlag für die Bewilligung der angesuchten Subvention haben die

vorbestehenden Leistungen der IG Autorinnen Autoren auf diesem Gebiet

gegeben. Die beiden wichtigsten Publikationen in diesem Zusammenhang,

„Dokumentation zur Situation junger österreichischer Autoren“ (1978) und

„Künstler in Österreich“ (1984) wurden von der IG Autorinnen Autoren bzw. von

ihren damaligen Geschäftsführern Gerhard RUISS und Johannes VYORAL

erstellt, die Publikation „Künstler in Österreich" in Zusammenarbeit unter

anderem mit Kurt BLAUKOPF und Wolfgang SCHULZ und im Auftrag der

Landeskulturreferentenkonferenz.

 

 

Zu Frage 3:

Zusätzlich zu den beiden Autoren wurden fallweise Assistenzarbeiten durch

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IG Autorinnen Autoren geleistet. Alle

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Studie verfigen „ber ein

abgeschlossenes Studium der Geisteswissenschaften und über jahrelange

Erfahrung im Literaturbetrieb.

 

 

Zu den Fragen 4 bis 7:

Die Ergebnisse der Studie wurden im August 1996 im Literaturhaus der Öffent -

lichkeit vorgestellt. Zu diesem Zweck wurde eine auf 60 Seiten komprimierte

Fassung in 300 Exemplaren aufgelegt und nachträglich versandt.

 

Die Studie, die über ca. 1.300 Seiten umfaßt, wurde der Kunstsektion im

Februar 1997 übermittelt. Teile der Studie sind auch in anderen Schriften - z.B.

in ‚,Staatspreis. Der Fall Bernhard“ - publiziert worden.

 

 

Zu Frage 8:

Wie mir mitgeteilt wird, wurden zur Arbeit alle auf diesem Gebiet in Österreich

vorhandenen Quellen herangezogen: Wolfgang Kudrnofsky: Zur Lage des

österreichischen Schriftstellers (1973), Ruiss/Nyoral: Zur Situation junger öster -

reichischer Autoren (1978), Ruiss/Nyoral: Sozialerhebung der IG Autorinnen

Autoren (Fragebogenerhebung 1981/82, erschienen 1984 in „Künstler in

Österreich2), Ruiss/Nyoral und andere: Die Lage der Künstler in Österreich

(1984), die Kunstberichte des Bundes von 1970/71 bis 1995, die Preisvergaben

des Bundes von 1950 bis 1996, die Jahresstatistiken des Sozialfonds von 1977

bis 1994, die Beitragssätze in der ASVG - Selbstversicherung von 1977 bis

1996, die ASVG - Ausgleichszulagen - Richtsätze von 1977 bis 1994, die Statistik

der Österreichischen Buchproduktion von 1979 bis 1994 und des Außen -

handels mit Waren des Buchhandels von 1979 bis 1989, die Entwicklung der

Mindesthonorare des ORF von 1980 bis 1996 und die Budgetentwicklungen

der programmproduzierenden Abteilungen des ORF von 1980 bis 1995, die

Handbücher „Literarisches Leben in Österreich“ 1985,1988,1991 und 1997

sowie insgesamt 7.000 Fragebogenseiten.

 

 

Zu Frage 9:

Der Autorenbegriff, von dem in der Befragung ausgegangen worden ist, bezieht

sich auf primärliterarische Veröffentlichungstätigkeit in allen Mediensektoren.

Diese Klassifizierung ist im Autorenregister des Handbuchs „Literarisches

Leben in Österreich“ bei jedem einzelnen der 3.500 erfaßten Autoren nachzu -

vollziehen.

 

 

Zu den Fragen 10 und 11:

Die Erfassung der befragten Autoren erfolgte durch eine systematische Auf -

arbeitung der Verlagspublikationen, Bibliotheksbestände, Autorenver -

zeichnisse, Theater - und Rundfunkprogramme, Zeitungsrezensionen usw.

Zum Großteil mußten die Adressen eruiert werden, in allen Fällen wurden sie

überprüft, da die Adreßsammlungen zum Zeitpunkt dieser Arbeit bereits drei

Jahre alt waren.

Zu Frage 12:

Von 3.500 versandten Fragebögen wurden 600 Fragebögen ausgefüllt zurück -

übermittelt.

 

 

Zu Frage 13:

Im Vergleich zu vorhergehenden Studien (siehe meine Beantwortung zu Frage

8) kann die Repräsentativität der vorliegenden Studie nicht bezweifelt werden.

 

 

Zu Frage 14:

Die Auswertung der Daten wurde nach allgemein üblichen sozialstatistischen

Methoden vorgenommen, die aus den bereits bestehenden Publikationen über -

nommen wurden und bei denen die Autoren dieser Studie mit Sozialwissen -

schaftlern zusammengearbeitet haben.

 

 

Zu Frage 15:

Die Erkenntnisse der Studie haben dazu geführt, daß sowohl im Sozial - und

Steuerrecht als auch im Urheber -, Medien - und Vertragsrecht Verbesserungs -

vorschläge entwickelt wurden. Derzeit liegen drei Konvolute zu diesem

Ihemenkreis vor, das ,,Steuerrechtspaket“, das ,,Urheberrechtspaket“ und das

,,Medienrechtspaket". Die Erkenntnisse der Studie sind sowohl in das eben

fertiggestellte ,,Weißbuch“ als auch in die Verhandlungen über ein Künstler -

sozialversicherungsgesetz eingeflossen.

Zu Frage 16:

Die den Abgeordneten zur Verfügung stehende Zusammenfassung verfolgte

die Absicht, einen Einblick in Schlüsselergebnisse (wie z.B. Veränderung

des Frauenanteils im Verlauf von 25 Jahren) zu geben. Diese und andere

Ergebnisse sind den Tabellen zu entnehmen. Eine weitergehende Inter -

pretation muß der konkreten kulturpolitischen Einschätzung überlassen

bleiben.

 

 

Zu den Fragen 17 und 18:

Die Studie wurde im Jahre 1994 mit S 1,020.000,- und im Jahre 1996 mit

S 400.000,- gefördert.

 

 

Zu Frage 19:

Die angeführten Subventionen wurden von der IG Autorinnen Autoren

beantragt, an sie ausbezahlt und von ihr zeitgerecht und ordnungsgemäß

abgerechnet. Subventioniert wurde die benötigte Infrastruktur, die aufwendigen

zusätzlichen Recherchen und die Kosten für den Versand und die Einarbeitung

des Fragebogenrücklaufs.

 

 

Zu Frage 20:

Untersuchungen über die Lage der bildenden Künstler sind mit den Unter -

suchungen über die Lage der Autoren nicht zu vergleichen. Bildende Künstler

sind von vornherein in ein Ausbildungssystem einbezogen und auch durch die

staatliche Pflichtversicherung erfaßt. Untersuchungen in der bildenden Kunst

können damit gesicherten Erkenntnissen folgen, die in der Literatur nicht

bestehen, weshalb hier ein höherer Aufwand erforderlich ist.

Die im voraus notwendige Recherchenarbeit hat überdies zu Synergieeffekten

geführt, die diese Subventionierung als gerechifertigt erscheinen läßt. So ist

1997 das rund tausendseitige Handbuch „Literarisches Leben in Österreich“

erschienen, das ohne diese Arbeit nicht denkbar gewesen wäre, sowie 1996

das Literaturlexikon „Katalog - Lexikon zur österreichischen Literatur des 20.

Jahrhunderts“.

 

 

Zu Frage 21:

Eine komprimierte Fassung der Ergebnisse der Studie lag der Öffentlichkeit

bereits vor (ich verweise auf meine Ausführungen zu den Fragen 4 bis 7).

 

 

Zu Frage 22:

Die Erstellung der Daten hat sich als zeitaufwendig erwiesen. Das erhobene

Material wurde und wird aber mehrfach verwendet.

 

 

Zu Frage 23:

Von „jahrelangen Verzögerungen“ ist mir nichts bekannt.

 

 

Zu den Fragen 24 bis 26:

Die Übermittlung der Studie selbst ist wenig sinnvoll, weil die Studie im wesent -

lichen eine Sammlung umfangreicher Daten darstellt. Die in der Beantwortung

der Fragen 4 bis 7 erwähnte Zusammenfassung wurde den Abgeordneten auf

Wunsch übermittelt.