5695/AB XX.GP
Die Abgeordneten zum Nationalrat Murauer und Kollegen haben am 26.3.1999 an
mich eine schriftliche Anfrage mit der Nr. 6052/J betreffend „Einführung eines prämi -
enorientierten Vorschlagswesens im öffentlichen Dienst“ gerichtet. Ich beehre mich,
diese wie folgt zu beantworten:
ad 1
Grundsätzlich stehe ich einem innerbetrieblichen Vorschlagswesen sehr positiv ge -
genüber. Es ist ein Instrument zur Mitarbeitermotivation und zur Verbesserung des
Verwaltungshandelns. Die Mitarbeiterinnen werden angeregt, ihre Aufgaben und die
Verwaltungsabläufe zu überdenken. In diesem Sinne kann ein prämienorientiertes
Vorschlagssystem zu wertvollen Verbesserungsvorschlägen für die Verwaltung und
zur positiven Auswirkung auf die Arbeitszufriedenheit der MitarbeiterInnen beitragen.
ad 2
Zurzeit wird dieses Instrument in meinem Ressort nicht eingesetzt, es werden jedoch
verschiedene
Verwaltungsmodernisierungsmaßnahmen durchgeführt.
ad 3 bis 9
In den Jahren 1996 und 1997 wurde in meinem Ressort eine Reorganisation mit
dem Ziel einer Ablaufstraffung durchgeführt. Als Ergebnisse sind die
Aufgabenreform mit einem Abbau von Doppelgleisigkeiten und die Reform der
Aufbauorganisation, in Form einer Strukturänderung mit Verflachung der
Hierarchien, zu nennen.
Diese Organisationsreform hatte die Institutionalisierung von Personal - und Organi -
sationsentwicklung in der Präsidialsektion zur Folge. In den letzten beiden Jahren
wurde in diesem Bereich ein Gesamtkonzept für neue Ansätze des Verwaltungs -
managements im Ressort entwickelt und zum Großteil bereits umgesetzt. Beispiels -
weise ist neben der Einführung von Personalentwicklungsinstrumenten
(Mitarbeitergespräch, Bildungshandbuch und -programm, Teamentwicklung) ein
ganzheitliches Planungsinstrument in Form eines Arbeitsprogrammes (Festlegung
von Zielen, Aufgaben - Ressourceneinsatzplanung) als Controllinggrundlage einge -
richtet worden. Darüber hinaus wurde den Führungskräften mehr Verantwortung
übertragen. Weiters wurde ein Projekt zur Einführung eines Workflowsystems - im
Rahmen dessen die Abläufe im Ressort weiter verbessert werden sollen - initiiert.
Bei all diesen Reorganisationsmaßnahmen wurde und wird großer Wert auf die Ein -
bindung aller Mitarbeiterinnen gelegt. Mit dem Einsatz von Instrumenten des Pro -
jektmanagements wurden Strukturen geschaffen, die die aktive Mitarbeit aller Be -
diensteten fördern. Das bedeutet, dass die Mitarbeiterinnen bei den einzelnen The -
menstellungen jederzeit die Möglichkeit haben, ihre Ideen, Anregungen und Wün -
sche einzubringen und Verbesserungsvorschläge zu deponieren.
Auf Grund dieser Maßnahmen gab es bisher keinen Bedarf in meinem Ressort, das
prämienorientierte Vorschlagswesen ganzheitlich einzuführen. Ich kann mir jedoch
durchaus vorstellen, in den nächsten Jahren ein derartiges System im Ressort zu
etablieren, auch weil ich der Überzeugung bin, dass eine Prämie für eingebrachte
Verbesserungsvorschläge die Motivation der MitarbeiterInnen, sich vermehrt über die
effizientere Gestaltung Ihres Arbeitsbereiches Gedanken zu machen, noch erhöhen
könnte. Parallel zu den bereits
gesetzten und initiierten Maßnahmen wird ein ressort -
spezifisches Konzept für die Einrichtung eines prämienorientierten Vorschlagswe -
sens überdacht werden.
ad 10
Einen Erfahrungsaustausch zwischen Wirtschaft und Verwaltung bei der Einführung
neuer Instrumente halte ich grundsätzlich für positiv. In meinem Ressort geschieht
dies bereits jetzt durch den laufenden Kontakt meiner Mitarbeiterinnen aus der Per -
sonal - und Organisationsentwicklung mit Kolleginnen aus der Privatwirtschaft. Bei
bestimmten Projekten werden auch die Dienste externer Beratungsfirmen in An -
spruch genommen.