5741/AB XX.GP

 

Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 6123/J - NR/1999 betreffend das Jahr - 2000 -

Problem oder ,,Y2K“ in der Bundesverwaltung, die die Abgeordneten Dr. POVYSIL und

Kollegen am 21. April 1999 an mich gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beant -

worten:

 

Zu Frage 1:

 

Es wurde alles getan, um die Gefahr eines Auftretens von Störungen durch den Jahrtausend -

wechsel zu minimieren; trotzdem kann ein Auftreten von Störungen nicht vollständig ausge -

schlossen werden. Die Tests erfolgen über einen längeren Zeitraum und sind naturgemäß

derzeit noch nicht abgeschlossen. Sie werden nach einer Prioritätenreihung gemäß Gefähr -

dungspotential unter Berücksichtigung der Herstellergarantien vorgenommen. Im Verwal -

tungsbercich Verkehr wurde das Testkonzept durch externe Berater erstellt.

 

Zu Frage 2:

 

Wesentliche Bereiche der Gebäudeinfrastruktur inklusive der Sieherheitstechnik unterliegen

nicht dem Vollzugsbereich des Ressorts. Die anderen Bereiche werden laufend unter Zu -

grundelegung der Herstellerangaben und - garantien in das Testkonzept einbezogen.

Zu Frage 3:

 

Hiezu verweise ich auf die Beantwortung der Frage 5 der parlamentarischen Anfrage Nr.

6111/J - NR/1999 durch den Bundeskanzler.

 

Zu Frage 4:

 

Siehe Ausführungen zu Frage 1.

 

Zu Frage 5:

 

Aus Kosten - und Nutzengründen erfolgten keine Tests, es wurde auf die Herstellerangaben

und - garantien zurückgegriffen, wonach diese technischen Geräte entweder nicht betroffen

bzw. für den Y2K - Sprung tauglich sind.

 

Zu Frage 6:

 

Die wesentlichen Sicherheitsanlagen - soweit sie nicht in die Zuständigkeit einer externen

Gebäudeverwaltung fallen - wurden geprüft; in den übrigen Fällen werden die Angaben der

Herstellerfirmen herangezogen.

 

Zu Frage 7:

 

Ein Test der internen IT - Kommunikationsanlagen wird - soweit dies überhaupt möglich ist -

durchgeführt, sonst wird auf Herstellerangaben zurückgegriffen. Die WAN - Verbindungen

können nicht getestet werden, da sie im Verantwortungsbereich der Telekomunternehmen

liegen.

 

Zu Fragen 8 und 9:

 

Derzeit sind solche Geschäfts - und Kooperationspartner nicht bekannt, deshalb wurden auch

keine Angebote eingeholt.

Zu Frage 10:

 

Soweit sinnvoll und möglich wird bei Verträgen, bei welchen die Jahr - 2000 - Problematik

relevant ist, eine entsprechende Klausel aufgenommen (z.B. Upgradc EVS). Bei der Beschaf -

fung von Neugeräten wird jedenfalls die Jahr - 2000 - Fähigkeit des Produktes explizit verlangt.

 

Zu Fragen 11 bis 13:

 

Derzeit befindet sich ein Notfallplan, in dem verschiedene Risiken und Notfälle mit den

entsprechenden Maßnahmen aufgelistet sind, in der Testphase; von den Testergebnissen wird

der endgültige Umfang des Notfallplanes abhängen.

 

Zu Frage 14:

 

Das Problem ist zu diffizil um 100%ig alle Risiken einplanen zu können. Bekannte und denk -

bare Risiken werden selbstverständlich berücksichtigt. Im Verwaltungsbereich Verkehr wur -

dc im Rahmen der Jahr - 2000 - Aktivitäten zusammen mit einem externen Berater ein Test -

konzept erstellt, das auch eine entsprechende Risikoanalyse für die IT - Komponenten enthält.

 

Zu Frage 15:

 

Siehe Antwort zu Frage 11.

 

Zu Frage 16:

 

Es bestehen keine solchen Verträge.

 

Zu Frage 17:

 

SieheAntwortzuFrage1.

Zu Frage 18:

 

Dort, wo ein Austausch mit Partnern stattfindet, wurde abgesprochen und koordiniert. Zu

einem einvernehmlich festgesetzten Zeitpunkt werden die neuen Versionen partnerschaftlich

eingesetzt.

 

Zu Frage 19:

 

Siehe Antwort zu Frage 14.

 

Zu Frage 20:

 

Ja, die Aktualisierung wird laufend durchgeführt.

 

Zu Frage 21:

 

Ja, es finden regelmäßige Überprüfungen statt, die in eine Checkliste aufgenommen werden.

 

Zu Frage 22:

 

Ja, es wurden entsprechende Ressourcen an Personal und Technologie eingeplant. Anfallende

Kosten werden aus dem Überstundenentgelt beglichen, allfällige Kosten für Fremdleistungen

werden ebenfalls aus den vorhandenen Budgetmitteln bedeckt.

 

Zu Frage 23:

 

Ja, sowohl die Individualanwendungen wie auch die Standardanwendungen werden im Rah -

men des Testprogramms überprüft. Einige dieser Anwendungen wurden bereits umgestellt

bzw. neu programmiert (z.B. Vergabe von Transportkontingenten).

Zu Frage 24:

 

Für den Test der Verbindungen zu anderen IT - Systemen gilt:

Leitungen/WAN - Verbindungen werden nicht getestet, da sie in den Verantwortungsbereich

der Telekomunternehmen fallen. Remote - Anwendungen, die zwar genutzt, aber nicht von

den ho. EDV - Abteilungen beauftragt wurden (z.B. RIS), werden nicht getestet. Soweit ein

Datenaustausch mit nachgeordneten Dienststellen existiert, findet eine laufende Überprüfung

statt.

 

Zu Frage 25:

 

Siehe Antwort zu Frage 24.

 

Zu Frage 26:

 

Im Verwaltungsbereich Wissenschaft und Forschung ist der Quelleode aller Programme

vorhanden und diese Programme sind bzw. werden derzeit umgestellt. Im Verwaltungsbe -

reich Verkehr gibt es keine derartigen Programme.

 

Zu Frage 27:

 

Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich auf den laufenden Budgetmitteln.

Die für die Y2K - Umstellung erforderlichen finanziellen Mittel können nur sehr grob ge -

sekitzt werden, da eine Abgrenzung zu anderen Bereichen (z.B. üblicher Upgrade von IT -

Komponenten) oft sehr schwierig ist.

 

Für den Verwaltungsbereich Verkehr existiert folgende Grobschätzung für die Y2K-Umstel-

lungen:

 

Budget:    1998/1999: 2 Mio ATS, 2000:1,4 Mio ATS

Personal: 1998/1999:11 Personenmonate, 2000: 4 Personenmonate.

Im Verwaltungsbereich Wissenschaft und Forschung ist es wegen der unmittelbaren Verbin -

dung zum Technologiebereich erforderlich, die IT - Systeme ständig auf den letzten Stand der

Technik zu bringen, wobei die Kosten im Zusammenhang mit dem Jahr - 2000 - Problem nur

einen äußerst geringen Anteil der Mittel für die laufenden technologischen Upgrades aus -

machen und aus diesem Grund schwer gesondert beziffert werden können. Es wurde die

Anschaffung von Arbeitsplatzgeräten vorgezogen, die Anwendungsumstellung erfolgte aus

den laufenden Aufwendungen mit geringfügigen Überstunden.

 

Zu Frage 28:

 

Grundsätzlich wird bei den Tests der Jahr - 2000 - Fähigkeit auch dieses Problem getestet.

 

Zu Frage 29:

 

Nein, ein zentraler Test mit dem Produktionssystem ist mit vielen Risiken behaftet (bson -

ders beim Zurücksetzen in die Echtzeit). Die ho. EDV - Abteilungen bauen daher ein eigenes

Y2K - Testsystem auf, in dem die Tests durchgeführt werden. Ein Abschalten des Produk -

tionssystems ist somit nicht nötig.

 

Zu Frage 30:

 

In den großen Luftfahrtunternehmen Österreichs werden auf Grund internationaler Empfeh -

lungen (IATA, Eurocontrol) die Vorkehrungen für den Jahrtausendbeginn getroffen.

 

Zu Frage 31:

 

Eine Zusammenarbeit mit externen Stellen erfolgt u.a. im Rahmen der KIT. Bezüglich der

Zusammenarbeit innerhalb der FU verweise ich auf die Beantwortung der Frage 32 der parla -

in entan sehen Anfrage Nr.6111/J - NR/1999 durch den Bundeskanzler.

Zu Frage 32:

 

Ja, z.B.: ANABIN (Ausländisches Hochschulwesen) - EU - Projekt gcmeinsam mit Deutsch -

land und Luxemburg, Überprüfung beim Abnahmetest.