5743/AB XX.GP

 

Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 6138/J - NR/1999 betreffend Neuronavigations -

systeme, die die Abgeordneten Dipl. - Ing. SCHÖGGL und Kollegen am 22. April 1999 an

mich gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beantworten:

 

Zu Frage 1:

 

Die Leistungen und Entwicklungen der digitalen Bildverarbeitung in der radiologischen

Diagnostik sind mir bekannt.

 

Zu Frage 2:

 

Ja. Im Bereich der Medizintechnik.

 

Zu Frage 3:

 

Derzeit werden keine österreichischen Forschungsprogramme im Bereich der Neuronaviga -

tionssysteme bearbeitet.

 

Zu Frage 4:

 

Derzeit finden Vorgespräche über mögliche Forschungsprogramme in diesem Bereich statt.

 

 

Zu Frage 5:

 

Gemäß Bundesministeriengesetz liegt der Zuständigkeitsbereich für die Großgerätekommis -

sion sowie für den klinischen Mehraufwand beim Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit

und Soziales.

 

Zu Frage 6:

 

Es liegen keine vergleichenden Untersuchungsergebnisse von anderen Ländern vor.

 

Zu Frage 7:

 

Durch die Großgerätekommission, welcher ein Vertreter des Bundesministeriums für Wis -

senschaft und Verkehr angehört, bestehen Kooperationen zwischen dem Bundesministerium

für Wissenschaft und Verkehr und dem Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und So -

ziales.

 

Um weitere Informationen zum Thema Neuronavigationssysteme zu liefern, habe ich die

gegenständliche Anfrage zum Anlass genommen, eine Umfrage an die drei Universitäts -

kliniken für Neurochirurgie (Wien, Graz, Innsbruck), an die Neurochirurgischen Abteilungen

des Donauspitals Wien, der Rudolfstiftung Wien, des Wagner - Jauregg - Krankenhauses Linz,

der Landesnervenklinik Salzburg, des Landeskrankenhauses Klagenfurt, des Landeskranken -

hauses Feldkirch und des Landeskrankenhauses Krems zu richten, die zusammengefasst

folgende Ergebnisse gebracht hat:

 

1. Derzeit werden keine Forschungsprogramme im Bereich der Neuronavigationssysteme

    bearbeitet, somit auch nicht finanziert oder gefördert. Jede Klinik und Abteilung erarbeitet

    natürlich ein Erfahrungsprogramm über Einsatzmöglichkeiten, Zweckmäßigkeit und kli -

    nische Sinnhaftigkeit bei den verschiedenen Eingriffen. Die internen Ergebnisse haben

    aber relativ geringen wissenschaftlichen Wert, sind vielmehr eher Erfahrungsberichte,

    welche auch zwischen den einzelnen Kliniken und Abteilungen ausgetauscht werden.

Linz gibt eine Zusammenarbeit mit Professor COLCHESTER, University of Canterbury,

UK, an.

 

2. Ein österreichisches Forschungsprogramm in Bezug auf die Neuronavigationssysteme ist

    derzeit nicht geplant.

 

3. Folgende Neurochirurgische Kliniken bzw. Abteilungen verwenden das Neuronaviga -

    tionssystem in ihrer klinischen Routine:

 

    Universitätsklinik für Neurochirurgie Wien:

    MKM, Firma Zeiss                                                         Anschaffungspreis öS 6,200.000,--

    Easy Guide Neuro, Firma Philips                  Anschaffungspreis öS 2,900.000,--

    Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck:

    Surgiscope, Firma Elekta                                               Anschaffungspreis öS 5,600.000,--

    Universitätsklinik für Neurochirurgie Graz:

    Surgiscope, Firma Elekta                                               Anschaffungspreis öS 5,600.000,--

    Donauspital Wien:

    SPOCS - System, Firma Aesculap - Braun Anschaffungspreis öS 2,500.000,--

    Neurochirurgie Rudolfstiftung Wien:

    Surgiscope, Firma Elekta                                               Anschaffungspreis öS 5,600.000,--

    Neurochirurgie Wagner - Jauregg - Krankenhaus Linz:

    SMN, Firma Zeiss                                                          Anschaffungspreis öS 4,200.000,--

    Stealth Station, Firma Sofamor - Danek                      Anschaffungspreis öS 3,000.000,--

    Neurochirurgische Abteilung, Landesnervenklinik Salzburg:

    Brain - Lab, Firma Intramed                                          Anschaffungspreis öS 2,250.000,--

    Neurochirurgische Abteilung, Landeskrankenhaus Klagenfurt:

    Optical Tracking System, Firma Radionics                Anschaffungspreis öS 2,500.000,--

    Neurochirurgische Abteilung, Landeskrankenhaus Feldkirch:

    Vector Vision, Firma Brainlab                       Anschaffungspreis keine Angabe

    Neurochirurgische Abteilung, Krankenhaus Krems:

    Derzeit beantragt.

Die unterschiedlichen Kosten ergeben sich daraus, dass z.B. MKM und Surgiscope gleich -

zeitig mit Operationsmikroskopen ausgestattet sind, d.h., die Systeme sind technisch un -

terschiedlich ausgestattet.

 

Ein Vergleich der Preise im Verhältnis zur EU ist nicht möglich, da diese Geräte interna -

tional weltweit konkurrenzierend angeboten werden und jeweils ihre Vor - und Nachteile

haben. Und so wie man eben chirurgische Instrumente je nach individuellen Anwendungs -

und Verwendungsbedarf anschafft, so ist auch hier die Frage “Wie sehen die Preisverglei -

che zur EU aus?” nicht zu beantworten.

 

4. Pro Klinik bzw. Abteilung werden pro Jahr etwa 50 bis 150 Operationen mit Neuronavi -

    gation durchgeführt, die Indikation ist individuell zu stellen, da nicht jede Hirnoperation

    dieses Gerät als notwendige Voraussetzung braucht.

 

5. Sämtliche auf dem Markt befindlichen Geräte sind Entwicklungen von Firmen, die inter -

    national ihre Produkte anbieten, keine dieser Firmen ist in Österreich ansässig. Es werden

    hier auch keine technologischen Entwicklungen in Österreich durchgeführt, sondern diese

    Geräte werden angekauft, wie man sich etwa auch einen PKW kauft und nicht selber ei -

    nen PKW individuell zusammenbastelt. Gelegentlich wird, wenn man die Fragen 7a) und

    7b) gemeinsam beantworten will, auf internationalen Tagungen über Erfahrungen mit den

    Neuronavigationssystemen in ihrer täglichen Anwendung berichtet. Internationale Koope -

    rationen sind hier nicht bekannt.

 

6. Die Geräte unterliegen dem Krankenhaus - Produkte - Gesetz und werden ständig, wie alle

    elektronischen und Computer behafteten technischen Einrichtungen laufend kontrolliert.