5757/AB XX.GP
Die Abgeordneten zum Nationalrat Dr. Povysil, Mag. Stadler, Scheibner, Dkfm.
Bauer, Ing. Nußbaumer und Kollegen haben am 21. April 1999 unter der Zl. 6113/J -
NR/1999 an mich eine schriftliche parlamentarische Anfrage betreffend das Jahr -
2000 - Problem oder ,,Y2K“ in der Bundesverwaltung gerichtet.
Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
Zu Frage 1:
Im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten wird überwiegend Standard -
Hard - und Software eingesetzt. Die in der Frage angesprochenen Tests wurden
nach Prioritäten gestaffelt absolviert. Lediglich in Bereichen, in denen entweder
Herstellerzusagen vorliegen oder hinsichtlich der „Jahr 2000 - Tauglichkeit“
ergänzende Programme des Herstellers vorgesehen sind (,,updates“, ,,patches“)
wurde von Tests abgesehen. Nach Verfügbarkeit dieser ergänzenden Programme
sind weitere Tests vorgesehen. Die Tests haben in der überwiegenden Mehrzahl der
Fälle die „Jahr 2000 - Tauglichkeit“ bestätigt; wo noch Mängel bestehen, wird an der
Behebung
gearbeitet.
Zu Frage 2:
Die Bereiche der technischen Infrastruktur, die dem Vollzugsbereich des Ressorts
zuzurechnen sind, wurden überprüft. Die Überprüfung erfolgte im Zusammenhang
mit den Tests der EDV - Anlage und - Komponenten sowie nach Massgabe der
technischen Möglichkeiten bzw. in Zusammenarbeit mit den Herstellern oder
Anbietern.
Zu Frage 3:
Hinsichtlich technischer Komponenten ja, und zwar seit 1996 in verschiedener Form
und Intensität. Beispielhaft werden die Spezifikation der „Jahr 2000 - Tauglichkeit“ bei
der Neuanschaffung der EDV - Ausstattung des Ressorts ab 1996, Tests, ,,upgrade" -
Planung und vorgezogener Austausch von EDV - Komponenten angeführt.
Hinsichtlich allgemeiner Planungen verweise ich auf die Beantwortung der
schriftlichen parlamentarischen Anfrage Nr.6111/J - NR/1999, Frage 5, durch den
Bundeskanzler.
Zu Frage 4:
Ja. Hinsichtlich der Durchführung und der Ergebnisse der Überprüfung wird auf die
Beantwortung der Frage 1 verwiesen.
Zu Frage 5:
Aufgrund der Risikobeurteilung und unter Berücksichtigung des Kosten/Nutzen -
Verhältnisses sowie der geringen Zahl von potentiell problematischen
Büromaschinen wurde hier von Tests Abstand genommen.
Zu Frage 6:
Die Überprüfung von Sicherheitsanlagen im Vollzugsbereich des Ressorts ist
weitgehend abgeschlossen. Bei einem potentiell problematischen Fall wurde der
relevante Bauteil ausgetauscht.
Zu Frage 7:
Kommunikationsanlagen (z.B. elektronische Post, Telefon - und Telekopie -
Einrichtungen)
werden getestet bzw. Hersteller und Anbieter kontaktiert. In der Folge
wurde bzw. wird ein Teil der Router - Hardware des Ressorts ausgewechselt.
Bestimmte Komponenten (Modems) können nicht gesondert getestet werden. Einige
Anbieter („Provider“) haben ihre „Jahr 2000 - Tauglichkeit“ bereits bestätigt.
Zu Fragen 8 und 9:
Derzeit sind keine Geschäfts - und Koordinationspartner bekannt, die nicht
„Jahr 2000 - fähig“ sind.
Zu Frage 10:
Nein. Nicht alle Vertragspartner sind zum Abschluss von Verträgen mit solchen
Klauseln bereit bzw. ohne weiteres ersetzbar. Derartige Klauseln werden allerdings
angestrebt, und wo sinnvoll und möglich bzw. ökonomisch vertretbar auch
vereinbart.
Zu Fragen 11 bis 13:
Das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten hat in weiten Bereichen
relativ rezente EDV - Komponenten, und das Risiko durch das „Jahr 2000 - Problem“
erscheint daher abschätzbar. In Bereichen mit älteren Komponenten wird ab dem
Zeitpunkt der Beendigung der Tests ein Risikomanagementplan mit definierten
Vorgangsweisen und Eskalationsmechanismen angewendet. Dies gilt auch für
Aussenstellen.
Zu Frage 14:
Die „Jahr 2000 - Problematik“ ist ein sehr umfassender Bereich, wobei auch
international nicht alle Risiken bekannt sind. Es wurde jedoch versucht, die
konkreten Risikobereiche für das Ressort zu definieren. Beispielsweise wurden
Fehlfunktionen bei dem Zusammenspiel der einzelnen, an sich Jahr 2000 - tauglichen
EDV - Komponenten als Risikofaktor eingestuft und besonders getestet. An den
Auslandsvertretungen wurden Teile älterer EDV - Komponenten sowie Haus -
/Sicherheitstechnik - Komponenten als Risikofaktoren eingeschätzt und
zutreffendenfalls
umgerüstet.
Zu Frage 15:
Ja. Prozessabläufe im Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten sind nur
in Teilbereichen EDV - gesteuert; für diese gibt es alternative Prozeduren.
Zu Frage 16:
Das Ressort hat keine Vertragsverhältnisse mit Anwendern.
Zu Frage 17:
Die Überprüfung ist noch im Gang. Im übrigen wird auf die Beantwortung der Frage
1 verwiesen.
Zu Frage 18:
Das Ressort verfügt nur über eine begrenzte Anzahl von Partnern. Mit diesen
wurden - soweit sinnvoll und möglich - einschlägige Prozeduren einvernehmlich
festgelegt.
Zu Frage 19:
Das Workflow - System der Zentrale des Bundesministeriums für auswärtige
Angelegenheiten wurde als „Jahr 2000 - tauglich“ zertifiziert. Darüber hinaus verfügt
das Ressort derzeit über keine Ablauf - Steuerungsprogramme. Im übrigen wird auf
die Beantwortung der Frage 14 verwiesen.
Zu Fragen 20 und 21:
Die Listen werden zumindest monatlich IT - unterstützt aktualisiert. Probleme werden
regelmässig
gesucht und in der Folge in die Checklisten aufgenommen.
Zu Frage 22:
Mit dem Hersteller/Lieferanten der zentralen EDV - Anlage des Bundesministeriums
für auswärtige Angelegenheiten wurde eine Rufbereitschaft ab 1.1.2000 für
einschlägige technische Hilfe vereinbart. Weiters wird eigenes EDV - Personal
rufbereit sein. Die Kosten werden weitgehend ereignisabhängig sein, und sind daher
noch nicht bezifferbar. Es ist vorgesehen, die Kosten aus dem laufenden Budget zu
bedecken.
Zu Frage 23:
Ja. Eine Umstellung hat sich hinsichtlich von Teilen des "Verwaltungspakets“ als
notwendig erwiesen. Hier wurde bzw. wird nach einschlägigen Tests die Art des
Zugriffs auf das Datum (die Datumsherkunft) umgestellt.
Zu Fragen 24 und 25:
Grundsätzlich wird bei der Bewältigung allfälliger Jahr 2000 - Probleme davon
ausgegangen, dass die Verantwortung für das Funktionieren des jeweils eigenen
Bereichs übernommen wird. Verbindungen zu fremden Systemen und
Datenbestände, die von Dritten stammen, wurden daher nur überprüft, soweit diese
für die Erfüllung der Aufgaben des Ressorts benötigt werden, z.B. die Verbindungen
zu den Systemen anderer Ressorts und zum Internet - Provider des Ressorts bzw. die
Kompabilität der Schengen - Daten. Datenverbindungen werden entweder aufgrund
einer Jahr 2000 - Zertifizierung als funktionsfähig eingestuft oder mittels zur
Verfügung gestellter Software geprüft. Datenbestände werden in das ressortinterne
System eingespielt und sodann auf ihre Kompabilität und, wie andere
Datenbestände auch, auf die Jahr 2000 - Tauglichkeit überprüft. Im übrigen wird auf
die Beantwortung der Fragen 1 und 17 verwiesen.
Zu Frage 26:
Derartige Programme stehen im Ressortbereich nicht im Einsatz.
Zu Frage 27:
Im Ressortbereich wurden nur sehr wenige direkt und ausschliesslich das „Jahr
2000
- Problem“ betreffende Ausgaben getätigt. In einigen Fällen
wurden sowohl bei
der Hardware - Ausstattung als auch bei der eingesetzten Standard - Software
notwendige Erneuerungen bzw. Versionswechsel früher vollzogen. Der dabei auf
das „Jahr 2000 - Problem" entfallende Teil des Personal - und Budgetaufwands ist
nicht bezifferbar.
Zu Frage 28:
Zum Teil wurden Im Rahmen der „Y2K" - Tests andere Datums - Problemfälle (wie z.B.
das Schaltjahr 2000) nach vergleichbaren Kriterien berücksichtigt.
Zu Frage 29:
Die EDV - Anlage des Bundesministeriums für auswärtige Angelegenheiten ist als
„Server - Client" Lösung mit 14 Servern konfiguriert. Die Anlage wäre für einen
kompletten Echt - Test mindestens sechs Tage nicht zur Verfügung gestanden. Für
Testlaufprogramme und „Upgrades" wurden und werden daher partielle
Abschaltungen an Wochenenden bzw. an Arbeitstagen nach 19 Uhr durchgeführt.
Zu Frage 30:
Da dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten abgesehen von der
Vorsorge für den eigenen Vollzugsbereich in dieser Frage keine materielle
Zuständigkeit zukommt, verweise ich auf die Beantwortung der Frage 32 in der
schriftlichen parlamentarischen Anfrage Nr. 6111 /J - NR/1999 durch den
Bundeskanzler.
Zu Frage 31:
Geförderte Projekte wurden vom Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten
nicht separat auf ihre ,,Y2K - Tauglichkeit“ geprüft, da eine ordnungsgemässe
Projektabrechnung den allgemeinen Pflichten des Projektträgers zugerechnet wird.