5794/AB XX.GP
Gegenstand: Schriftl. parl. Anfr. d. Abg. z. NR G. Moser, Freundinnen
und Freunde vom 20. April 1999, Nr. 6083/J, betreffend
Waldzustand in Oberösterreich
Auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten G. Moser, Freundinnen und Freunde
vom 20. April 1999, Nr. 6083/J, betreffend Waldzustand in Oberösterreich, beehre
ich mich nach Befassung der Österreichischen Bundesforste AG Folgendes mit -
zuteilen:
Zu den Fragen 1 und 2:
Wie bereits in der Beantwortung der schriftlichen parlamentarischen Anfrage Nr.
2666/J (2735/AB XX. GP) betreffend den Waldzustand in Oberösterreich darge -
stellt, steht eine länderweise Aufgliederung geschädigter Waldflächen anhand der
Waldzustandsinventur (WZI) bis 1992 zur Verfügung. Seit dem Jahre 1988 werden
auch Erhebungen über den Zustand des Waldes im Waldschadenbeobachtungs -
system (WBS) durchgeführt. Dazu wurden auf den Gitternetzen der Inventur Flä -
chen eingerichtet (in OÖ 41 WBS-Flächen), wo neben Beobachtungen der Kro -
nenverlichtungen Blatt - und Nadelanalysen, Bodenuntersuchungen und ursachen-
bezogene Differentialdiagnosen an Einzelbäumen durchgeführt werden. Aufgrund
dieser umfassenden Untersuchungen und der dadurch bedingten Reduzierung der
Probenzahl ist eine statistische Aussage nur
für das gesamte Bundesland zuver -
lässig. Im Übrigen darf auf die oben genannte Anfragebeantwortung sowie den
Österreichischen Waldbericht 1996 verwiesen werden.
Zu den Fragen 3 und 4:
Das OÖ. Landeskonzept zur Verbesserung der Schutzwirkung des Waldes weist
eine dringend sanierungsbedürftige Schutzwaldfläche von rund 10.000 ha aus; der
Anteil der bundesforstlichen Flächen beträgt nach Schätzungen der Österreichi -
schen Bundesforste AG rund 8.500 ha.
Zu Frage 5:
Laut österreichischer Waldinventur 1992/96 beträgt der Anteil der Österreichischen
Bundesforste AG am Schutzwald in Ertrag in Oberösterreich 61 % und am
Schutzwald außer Ertrag 77 %.
Zu Frage 6:
In den Jahren 1990 bis 1998 wurden in flächenwirtschaftliche Vorhaben seitens
des Bundes 172,911 Mio ATS, seitens des Landes Oberösterreich 39,619 Mio
ATS und seitens der Interessenten 51,310 Mio ATS investiert. Die Mittel der ÖBf
AG betrugen von 1991 bis 1997 (im Jahre 1990 erfolgte keine Ausweisung und die
Daten für 1998 liegen noch nicht vor) 3,378 Mio ATS. Im Rahmen der Projekte des
Landesforstdienstes wurden vom Bund 8,203 Mio ATS, vom Land Oberösterreich
3,515 Mio ATS und von den Interessenten 10, 251 Mio ATS investiert.
Zu Frage 7:
Wie in der oben genannten Anfragebeantwortung dargestellt, wird der Gesamtsa -
nierungsbedarf für den oberösterreichischen Schutzwald im Landesschutzwald -
konzept auf 2,27 Mrd ATS geschätzt.
Zu Frage 8:
Das Maßnahmenpaket der flächenwirtschaftlichen Vorhaben (Schwerpunktpro -
gramm „Sanierung geschädigter Wälder in Einzugsgebieten von Wildbächen und -
Lawinen“ des Bundesministeriums für Land - und Forstwirtschaft) umfasst Wald -
Pflege - und Aufforstungsmaßnahmen, Forsterschließungen sowie technische Be -
gleitmaßnahmen. Derzeit werden 34 flächenwirtschaftliche Projekte abgewickelt.
Zu den Fragen 9 und 10:
Angaben zur Verbisssituation können vor allem den jährlichen Waldberichten und ab
dem Jahre 1997 den jährlichen Wildschadensberichten entnommen werden. Die Da -
ten der genannten Berichte basieren auf den gutachtlichen Einschätzungen der Be -
zirksforstinspektoren. Es darf daher auf diese Berichte verwiesen werden. Ergänzend
wird bemerkt, dass für das Jahr 1998 noch keine Daten vorliegen. Da bei diesen Er -
hebungen nicht nach Eigentümern unterschieden wird, liegen auch keine Werte für
die Flächen der Österreichischen Bundesforste AG gesondert vor.
Die Fläche, auf der Schutzmaßnahmen durchgeführt wurden, betrug im Jahre
1996 3.846 ha und im Jahre 1997 3.254 ha (reduzierte Fläche).
Nach Auskunft der Österreichischen Bundesforste AG wurde in den Jahren 1997
und 1998 folgendes Flächenausmaß festgestellt, auf denen Kulturschutzmaßnah -
men gegen Wildverbiss getätigt wurden (Angriffsfläche):
Jahr Wirtschaftswald Schutzwald insgesamt
1997 2.819 116 2.935
1998 2.486 80 2.566
Festzuhalten ist, dass die Angaben des Waldberichtes und jene der Österreichi-
schen Bundesforste AG über Schutzmaßnahmen nicht miteinander vergleichbar
sind, weil bei letzteren nicht reduzierte, sondern tatsächliche Flächen (Angriffsflä -
che) der Maßnahmen angegeben werden.
Im Übrigen darf auf die oben zitierte Beantwortung der parlamentarischen Anfrage
Nr. 2735/AB und auf die Beantwortung zu Frage 15 verwiesen werden.
Zu den Fragen 11 bis 14:
Wie bereits in der Anfragebeantwortung der schriftlichen parlamentarischen Anfra -
ge Nr.2735/AB dargestellt, liegt gemäß Art 15 Abs 1 B - VG die Zuständigkeit zur
Gesetzgebung und Vollziehung in Angelegenheiten des Jagdwesens bei den Län -
dern. Da seit der Beantwortung der oben zitierten parlamentarischen Anfrage kei -
ne Änderung der gesetzlichen Grundlage erfolgte, darf auf diese Anfragebeant -
wortung verwiesen werden
Zu Frage 15:
Eine Förderung durch den Bund ist derzeit nicht vorgesehen. Vom Land Ober -
österreich werden Wildschutzzäune gefördert. Bezüglich der Höhe der Landes -
mittel darf daher auf die Zuständigkeit des Amtes der Oberösterreichischen Lan -
desregierung hingewiesen werden.