5869/AB XX.GP
Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 6256/J - NR/1999 betreffend Maßnahmen und Vor -
bereitungen zum Jahr - 2000 - Problem, die die Abgeordneten Dr. VAN DER BELLEN, Freundinnen
und Freunde am 12. Mai 1999 an mich gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beantworten:
Zu Frage 1:
Hiezu verweise ich auf meine Beantwortung der umfangreichen schriftlichen parlamentarischen Anfrage
Nr. 6123/J - NR/1999 vom 21. April 1999 (5741/AB), aus der auch die getroffenen Maßnahmen zu
entnehmen sind (Beilage). Es wurden auch alle nachgeordneten Dienststellen rechtzeitig über die
Problematik informiert und um die Übersendung von Konzepten und Maßnahmenkatalogen ersucht.
Für den Bereich der Zentralstelle selbst wurden Maßnahmen sowohl hinsichtlich EDV als auch
Haustechnik getroffen. Daher wurde alles getan, um die Gefahr eines Auftretens von Störungen zu
minimieren; trotzdem kann ein Restrisiko nicht ausgeschlossen werden.
Zu Frage 2:
Die Tests erfolgen über einen längeren Zeitraum und sind naturgemäß derzeit noch nicht abgeschlos -
sen. Sie erfolgen nach einer Prioritätenreihung gemäß Gefährdungspotential unter Berücksichtigung der
Herstellergarantien.
Zu Frage 3:
Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich auf den laufenden Budgetmitteln.
Die für die Y2K - Umstellung erforderlichen finanziellen Mittel können nur sehr grob geschätzt werden,
da eine Abgrenzung zu anderen Bereichen (z.B. üblicher Upgrade von IT - Komponenten) oft sehr
schwierig ist.
Für den Verwaltungsbereich Verkehr existiert folgende Grobschätzung für die Y2K - Umstellungen:
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Budget: |
1998/1999: 2 Mio ATS, 2000: 1,4 Mio ATS |
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Personal: |
1998/1999:11 Personenmonate, 2000: 4 Personenmonate. |
Im Verwaltungsbereich Wissenschaft und Forschung ist es wegen der unmittelbaren Verbindung zum
Technologiebereich erforderlich, die IT - Systeme ständig auf den letzten Stand der Technik zu bringen,
wobei die Kosten im Zusammenhang mit dem Jahr - 2000 - Problem nur einen äußerst geringen Anteil
der Mittel für die laufenden technologischen Upgrades ausmachen und aus diesem Grund schwer
gesondert beziffert werden können. Es wurde die Anschaffung von Arbeitsplatzgeräten vorgezogen,
die Anwendungsumstellung erfolgte aus den laufenden Aufwendungen mit geringfügigen Überstunden.
Zu Frage 4:
Auf Grund der Autonomie der zugeordneten Dienststellen im Verwaltungsbereich Wissenschaft und
Forschung kann diese Frage nur für den Bereich der Zentralstelle beantwortet werden: Datums -
probleme bei den Applikationen wurden und werden laufend bereinigt. Datumsprobleme bei zu -
gekaufter Software wurden und werden durch entsprechende Upgrades behoben. Die Testläufe über
das Gesamtsystem werden erst im Sommer dieses Jahres stattfinden bzw. abgeschlossen werden.
Zu Frage 5 bis 8:
Im Verwaltungsbereiches Wissenschaft und Forschung gibt es keine Versorgungs - und Infrastruktur -
betriebe.
In den Verwaltungsbereich Verkehr fallen folgende Infrastrukturbereiche, die vom Jahr 2000 Problem
betroffen sein könnten:
Telekommunikationsunternehmen
Luftfahrtunternehmen
Eisenbahnunternehmen.
Ich habe jedenfalls alle Unternehmen bereits vor geraumer Zeit auf die möglichen Probleme im
Zusammenhang mit der Jahrtausendwende angesprochen und darum ersucht, über die getroffenen
Maßnahmen informiert zu werden. Alle angeschriebenen Unternehmen haben mir mitgeteilt, dass
diesem Problem größte Bedeutung beigemessen wird und alle notwendigen Maßnahmen ergriffen
wurden, um mögliche Beeinträchtigungen auszuschließen. Ich darf auch noch anmerken, dass nach mir
vorliegenden Informationen diese Arbeiten bereits zum Großteil abgeschlossen sind bzw. kurz vor dem
Abschluß stehen.
Zu Frage 9:
Im Verwaltungsbereich Wissenschaft und Forschung sind keine lebenswichtigen Bereiche betroffen,
da der Betrieb der Universitätskliniken dem Krankanstaltenträger obliegt. Hinsichtlich des Ver -
waltungsbereiches Verkehr siehe Antwort zu den Fragen 5 bis 8.
Zu Frage 10:
Hiezu verweise ich auf die Beantwortung der Frage 12 der parlamentarischen Anfrage Nr. 6244/J -
NR/1999 durch den Bundeskanzler.
Beilage
Die schriftliche parlamentarische Anfrage Nr. 6123/J - NR/1999 betreffend das Jahr - 2000 -
Problem oder ,,Y2K“ in der Bundesverwaltung, die die Abgeordneten Dr. POVYSIL und
Kollegen am 21. April 1999 an mich gerichtet haben, beehre ich mich wie folgt zu beant -
worten:
Zu Frage 1:
Es wurde alles getan, um die Gefahr eines Auftretens von Störungen durch den Jahrtausend -
wechsel zu minimieren; trotzdem kann ein Auftreten von Störungen nicht vollständig ausge -
schlossen werden. Die Tests erfolgen über einen längeren Zeitraum und sind naturgemäß
derzeit noch nicht abgeschlossen. Sie werden nach einer Prioritätenreihung gemäß Gefähr -
dungspotential unter Berücksichtigung der Herstellergarantien vorgenommen. Im Verwal -
tungsbereich Verkehr wurde das Testkonzept durch externe Berater erstellt.
Zu Frage 2:
Wesentliche Bereiche der Gebäudeinfrastruktur inklusive der Sicherheitstechnik unterliegen
nicht dem Vollzugsbereich des Ressorts. Die anderen Bereiche werden laufend unter Zu -
grundelegung
der Herstellerangaben und - garantien in das Testkonzept einbezogen.
Zu Frage 3:
Hiezu verweise ich auf die Beantwortung der Frage 5 der parlamentarischen Anfrage Nr.
6111/J - NR/1999 durch den Bundeskanzler.
Zu Frage 4:
Siehe Ausführungen zu Frage 1.
Zu Frage 5:
Aus Kosten - und Nutzengründen erfolgten keine Tests, es wurde auf die Herstellerangaben
und - garantien zurückgegriffen, wonach diese technischen Geräte entweder nicht betroffen
bzw. für den Y2K - Sprung tauglich sind.
Zu Frage 6:
Die wesentlichen Sicherheitsanlagen - soweit sie nicht in die Zuständigkeit einer externen
Gebäudeverwaltung fallen - wurden geprüft; in den übrigen Fällen werden die Angaben der
Herstellerfirmen herangezogen.
Zu Frage 7:
Ein Test der internen IT - Kommunikationsanlagen wird - soweit dies überhaupt möglich ist -
durchgeführt, sonst wird auf Herstellerangaben zurückgegriffen. Die WAN - Verbindungen
können nicht getestet werden, da sie im Verantwortungsbereich der Telekomunternehmen
liegen.
Zu Fragen 8 und 9:
Derzeit sind solche Geschäfts - und Kooperationspartner nicht bekannt, deshalb wurden auch
keine
Angebote eingeholt.
Zu Frage 10:
Soweit sinnvoll und möglich wird bei Verträgen, bei welchen die Jahr - 2000 - Problematik
relevant ist, eine entsprechende Klausel aufgenommen (z.B. Upgrade EVS). Bei der Beschaf -
fung von Neugeräten wird jedenfalls die Jahr - 2000 - Fähigkeit des Produktes explizit verlangt.
Zu Fragen 11 bis 13:
Derzeit befindet sich ein Notfallplan, in dem verschiedene Risiken und Notfälle mit den
entsprechenden Maßnahmen aufgelistet sind, in der Testphase; von den Testergebnissen wird
der endgültige Umfang des Notfallplanes abhängen.
Zu Frage 14:
Das Problem ist zu diffizil um 100%ig alle Risiken einplanen zu können. Bekannte und denk -
bare Risiken werden selbstverständlich berücksichtigt. Im Verwaltungsbereich Verkehr wur -
de im Rahmen der Jahr-2000-Aktivitäten zusammen mit einem externen Berater ein Test -
konzept erstellt, das auch eine entsprechende Risikoanalyse für die IT - Komponenten enthält.
Zu Frage 15:
Siehe Antwort zu Frage 11.
Zu Frage 16:
Es bestehen keine solchen Verträge.
Zu Frage 17:
Siehe
Antwort zu Frage 1.
Zu Frage 18:
Dort, wo ein Austausch mit Partnern stattfindet, wurde abgesprochen und koordiniert. Zu
einem einvernehmlich festgesetzten Zeitpunkt werden die neuen Versionen partnerschaftlich
eingesetzt.
Zu Frage 19:
Siehe Antwort zu Frage 14.
Zu Frage 20:
Ja, die Aktualisierung wird laufend durchgeführt.
Zu Frage 21:
Ja, es finden regelmäßige Überprüfungen statt, die in eine Checkliste aufgenommen werden.
Zu Frage 22:
Ja, es wurden entsprechende Ressourcen an Personal und Technologie eingeplant. Anfallende
Kosten werden aus dem Überstundenentgelt beglichen, allfällige Kosten für Fremdleistungen
werden ebenfalls aus den vorhandenen Budgetmitteln bedeckt.
Zu Frage 23:
Ja, sowohl die Individualanwendungen wie auch die Standardanwendungen werden im Rah -
men des Testprogramms überprüft. Einige dieser Anwendungen wurden bereits umgestellt
bzw.
neu programmiert (z.B. Vergabe von Transportkontingenten).
Zu Frage 24:
Für den Test der Verbindungen zu anderen IT - Systemen gilt:
Leitungen/ WAN - Verbindungen werden nicht getestet, da sie in den Verantwortungsbereich
der Telekomunternehmen fallen. Remote - Anwendungen, die zwar genutzt, aber nicht von
den ho. EDV - Abteilungen beauftragt wurden (z.B. RIS), werden nicht getestet. Soweit ein
Datenaustausch mit nachgeordneten Dienststellen existiert, findet eine laufende Überprüfung
statt.
Zu Frage 25:
Siehe Antwort zu Frage 24.
Zu Frage 26:
Im Verwaltungsbereich Wissenschaft und Forschung ist der Quellcode aller Programme
vorhanden und diese Programme sind bzw. werden derzeit umgestellt. Im Verwaltungsbe -
reich Verkehr gibt es keine derartigen Programme.
Zu Frage 27:
Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich auf den laufenden Budgetmitteln.
Die für die Y2K - Umstellung erforderlichen finanziellen Mittel können nur sehr grob ge -
schätzt werden, da eine Abgrenzung zu anderen Bereichen (z.B. üblicher Upgrade von IT -
Komponenten) oft sehr schwierig ist.
Für den Verwaltungsbereich Verkehr existiert folgende Grobschätzung für die Y2K-Umstel-
lungen:
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Budget: |
1998/1999: 2 Mio ATS, 2000: 1,4 Mio ATS |
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Personal: |
1998/1999:11 Personenmonate, 2000: 4 Personenmonate. |
Im Verwaltungsbereich Wissenschaft und Forschung ist es wegen der unmittelbaren Verbin -
dung zum Technologiebereich erforderlich, die IT - Systeme ständig auf den letzten Stand der
Technik zu bringen, wobei die Kosten im Zusammenhang mit dem Jahr - 2000 - Problem nur
einen äußerst geringen Anteil der Mittel für die laufenden technologischen Upgrades aus -
machen und aus diesem Grund schwer gesondert beziffert werden können. Es wurde die
Anschaffung von Arbeitsplatzgeräten vorgezogen, die Anwendungsumstellung erfolgte aus
den laufenden Aufwendungen mit geringfügigen Überstunden.
Zu Frage 28:
Grundsätzlich wird bei den Tests der Jahr - 2000 - Fähigkeit auch dieses Problem getestet.
Zu Frage 29:
Nein, ein zentraler Test mit dem Produktionssystem ist mit vielen Risiken behaftet (Beson -
ders beim Zurücksetzen in die Echtzeit). Die ho. EDV - Abteilungen bauen daher ein eigenes
Y2K - Testsystem auf, in dem die Tests durchgeführt werden. Ein Abschalten des Produk -
tionssystems ist somit nicht nötig.
Zu Frage 30:
In den großen Luftfahrtunternehmen Österreichs werden auf Grund internationaler Empfeh -
lungen (IATA, Eurocontrol) die Vorkehrungen für den Jahrtausendbeginn getroffen.
Zu Frage 31:
Eine Zusammenarbeit mit externen Stellen erfolgt u.a. im Rahmen der KIT. Bezüglich der
Zusammenarbeit innerhalb der EU verweise ich auf die Beantwortung der Frage 32 der parla -
mentarischen
Anfrage Nr. 6111/J - NR/1999 durch den Bundeskanzler.
Zu Frage 32:
Ja, z.B.: ANABIN (Ausländisches Hochschulwesen) EU - Projekt gemeinsam mit Deutsch -
land und Luxemburg, Überprüfung beim Abnahmetest.