5932/AB XX.GP

 

Auf die schriftliche parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Dr. Alexander Van der

Bellen und Genossen vom 12. Mai 1999, Nr. 6249/J, betreffend Maßnahmen und

Vorbereitungen zum Jahr - 2000 - Problem, beehre ich mich folgendes mitzuteilen;

 

Zu 1.:

 

Im Bundesministerium für Finanzen wurde die Umstellung für das Y2K bereits 1996 mit einer

fundierten Analyse der vorhandenen EDV - Systeme, - Anwendungen und - Datenbestände

begonnen, um Klarheit über die für die Y2K - Umstellung notwendigen Kapazitäten und

Ressourcen zu schaffen. Für die betroffenen Organisationseinheiten wurde als Endtermin

für die Y2K - Umstellung der 31.12.1998 vorgegeben. Dieser Termin wurde festgelegt, um

einerseits ausreichend Zeit zum Testen der geänderten Software und andererseits ge -

nügend Reserven zur Korrektur eventuell auftretender Fehler zu haben.

Mit der Gesamtorganisation der Y2K - Umstellung wurde ein sogenannter Y2K - Beauftragter

befaßt. Unter dessen Federführung wurde Ende 1997 eine neuerliche Statuserhebung der

Y2K-Umstellungsarbeiten zu den IT -Verfahren des Finanzressorts durchgeführt. Diese Er -

hebung ergab, daß noch ein Umstellungsaufwand von ca. 150 Personenmonaten notwendig

war, ehe Ende 1998 die umfangreichen Tests der umgestellten IT - Verfahren im Ausweich -

rechenzentrum begonnen werden konnten.

 

Im Zeitraum von Ende Mai bis Ende Juli 1998 erfolgte in Zusammenarbeit mit dem

Y2K - Koordinator der BRZ GmbH die Inventarisierung und Beurteilung der im Finanzressort

eingesetzten Standardsoftware, der Hardware und der Netzwerkkomponenten. Basierend

auf dieser Erhebung wurde die weitere Umstellungsstrategie mit dem Ziel festgelegt, bis

Mitte 1999 die Y2K - Fähigkeit auch für diese Komponenten zu erreichen. Es fanden deshalb

bereits drei umfangreiche Y2K - Tests im Ausweichrechenzentrum (ZAS) statt.

Aufgrund der Erfahrungen aus den ersten drei Y2K - Tests im Ausweichrechenzentrum wurde

folgende weitere Vorgangsweise festgelegt:

Juni 1999:                              4. Y2K - Test im Ausweichrechenzentrum

November1999:                    bei Bedarf 5. Y2K - Test im Ausweichrechenzentrum.

 

Um von den Testterminen im Ausweichrechenzentrum weitestgehend unabhängig zu sein,

aber auch um Reisekosten zu sparen, wurde im Bundesrechenzentrum eine Y2K - Testum -

gebung eingerichtet, die es den betroffenen Organisationseinheiten erlaubt, jederzeit auch

Y2K - Tests im BRZ durchzuführen.

 

Zu 2.:

 

Als Deadline für den Abschluß der Y2K - Umstellungsarbeiten wurde der 31August 1999

festgelegt. Zu diesem Zeitpunkt sollen alle von der Y2K - Umstellung betroffenen

IT - Komponenten und IT - Anwendungen getestet und die Anpassung (Rollout) der de -

zentralen IT - Infrastruktur (Netzwerk, Server, PC) angelaufen sein.

 

Zu 3.:

 

Da seit 1996 projektbezogen an der Y2K - Umstellung gearbeitet wird, existieren ent -

sprechende Leistungsaufzeichnungen aus denen der folgende Aufwand abgeleitet werden

kann:

 

 

Umstellungsaufwand:                        ca. 300 Personenmonate

Umstellungskosten:                           ca. 70 Mio. ATS

 

Die Kosten werden aus dem Regelbudget bedeckt.

 

Zu 4.:

 

Alle alten IT - Verfahren, die über das Y2K hinaus genutzt werden und mit 2 - stelligem

Datumsformat arbeiteten, wurden umgestellt und im Ausweichrechenzentrum bereits mehr -

fach getestet (z.B. Haushaltsverrechnung, Bundesbesoldung). Die notwendigen Um -

stellungen wurden nach den im Hause etablierten Standards für System - und Programm -

änderungen durchgeführt.

Sämtliche Hardware (außer APC) und Standardsoftwareprodukte, für die von den Her -

stellern die Y2K - Tauglichkeit nicht bestätigt wird, wurden bzw. werden im Zuge der routine -

mäßig notwendigen Produkterneuerungen abgelöst. Bei APC selbst gibt es kein grund -

sätzliches Y2K - Problem, da die Systemzeit vom Netzwerkserver gelesen wird.

 

Grundsätzlich wurden alle denkbaren Probleme bezüglich Y2K analysiert und bewertet

sowie notwendige Tests durchgeführt. Dennoch bleibt das mit dem Betrieb von Hardware

und Software verbundene Fehlerrestrisiko, weil durch Tests nie die vollständige

Fehlerfreiheit bewiesen werden kann.

 

Das Bundesministerium für Finanzen/Zentralstelle hat folgende technische Einrichtungen

hinsichtlich ihrer „Jahr - 2000 - Tauglichkeit“ überprüfen bzw. von den Lieferfirmen bestätigen

lassen:

 

• Sicherheitsanlagen wie Brandmeldeanlage und Zugangskontrolle

• Kommunikationsanlagen wie Fernsprechanlage und Telefaxgeräte

• Infrastruktureinrichtungen wie Personen- und Lastenaufzüge, Steuerungseinrichtungen

für Fernwärme und Notstromaggregat.

 

Die Überprüfungen sind abgeschlossen. Mit Ausnahme der Steuerungseinrichtungen für

Femwärme, deren Umbauarbeiten in der heizungsfreien Zeit durchgeführt werden, sind alle

technischen Einrichtungen Jahr - 2000 - tauglich.

 

Im Zuge der Überprüfung der angeführten technischen Einrichtungen sind keine Probleme

aufgetreten.

 

Zu 5. bis 8. und 10.:

 

Diese Frage ist aus IT - Sicht nicht relevant. Sofern die Hausinfrastruktur des BRZ betroffen

ist, wurde die Y2K - Fähigkeit analog der IT - Infrastruktur überprüft. Die nachgeordneten

Dienststellen wurden angewiesen, die notwendigen Überprüfungen zu veranlassen und

quartalsweise über den Arbeitsfortschritt zu berichten.

 

Mit GZ. 600.215/86 - V/A/3/98, Betreff „Millenium - Bug; Haustechnik; Regelung; Versagen;

1. Jänner 2000“ teilt das Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten mit, daß

wegen der Ungewißheit, in welchem Umfang mit Folgen des Millenium - Bug zu rechnen sein

wird und wegen der Notwendigkeit, kurzfristig Mängel zu beheben, die Problembewältigung

bei Anlagen gänzlich den BGV - Baudienststellen überantwortet wird.

Was den der Aufsicht des Bundesministeriums für Finanzen unterliegenden Bereich der

kreditwirtschaft und der Versicherungen betrifft, kann ich folgendes mitteilen:

Das Bundesministerium für Finanzen und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) be -

fassen sich bereits seit dem Jahr 1997 intensiv mit der Jahr - 2000 - Problematik, wobei ins -

besondere auf folgende Maßnahmen hinzuweisen ist:

 

- Aufforderung an die Bankprüfer vom Oktober 1997, bei der Erstellung der bankauf -

   sichtlichen Prüfberichte detailliert über die Adaptierungsarbeiten der Kreditinstitute zur

   Bewältigung der EDV - Umstellung auf das Jahr 2000 zu berichten, wobei in diese Be -

   richtspflicht auch die Rechenzentren der mehrstufigen Sektoren der Kreditwirtschaft ein -

   gebunden sind.

 

- Empfehlung des Bundesministeriums für Finanzen und der OeNB an das Bankwesen (im

  Zusammenhang mit einem Fragebogen des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht) vom

  Juni 1998, in der auf verschiedene Punkte wie z.B. Notwendigkeit von Analysen und

  Dokumentationen bezüglich allenfalls notwendiger Modifikationen der EDV - Systeme, In -

  formationspflicht gegenüber dem Aufsichtsrat und der Abschlußprüfer, Bestimmung von

  Personen, die für den Adaptierungsprozeß verantwortlich sind etc. hingewiesen wurde,

  die bei den notwendigen Vorbereitungsarbeiten in bezug auf das Jahr - 2000 - Problem zu

  berücksichtigen sind.

 

- Im Jänner 1999 erfolgte ein gemeinsames follow - up Schreiben des Bundesministeriums

  für Finanzen und der OeNB an das Bankwesen, in dem darauf hingewiesen wurde, daß

  von den Kreditinstituten auch zu verfolgen ist, ob bei Großkreditkunden oder wichtigen

  Geschäftspartnern aufgrund der Jahr - 2000 - Problematik deren finanzielle Verpflichtungen

  gefährdet erscheinen.

 

  Darüber hinaus wurde nochmals auf die Relevanz der Jahr - 2000 - Problematik für die

  konventionelle Organisation (z.B. Tresorschließungsmechanismen) hingewiesen.

 

- Im Jänner 1999 wurden die Bankprüfer vom Bundesministeriums für Finanzen ange-

  wiesen, im Rahmen der Jahresabschlußprüfung bei den Kreditinstituten den Um-

  setzungsstand eigens zu evaluieren. Besonderer Bedacht sollte dabei darauf genommen

  werden, das bankgeschäftliche Risiko aus der eventuell unzureichenden Umstellung bei

  den Großkreditkunden und wichtigen Geschäftspartnern ausreichend zu begrenzen.

- Im Februar 1999 wurde vom Bundesministerium für Finanzen dem Bankwesen via Wirt -

  schaftskammer Österreich ein vom Basler Ausschuß für Bankenaufsicht erstelltes Grund -

  satzpapier zum Thema Notfallsplanung zur Kenntnis gebracht, das unter anderem von

  Risikofaktoren wie beispielsweise temporäre Unterbrechung des bankgeschäftlichen Be -

  triebes, Vertrauensverlust der Anleger, Wertminderung von Bankaktivitäten, ausgeht.

  Als Ergebnis dieser Maßnahmen kann daher folgendes festgehalten werden:

 

- Bei den Kreditinstituten entsprechen die vom Bundesministerium für Finanzen und der

  OeNB getroffenen Maßnahmen (wie eine Expertenkommission feststellte) den inter-

   nationalen Standards.

  Aus den Rückmeldungen der Bankprüfer konnte bereits aus den bankaufsichtlichen

  Prüfungsberichten für 1997 geschlossen werden, daß bei den Kreditinstituten ein ent-

  sprechendes Problembewußtsein und eine sorgfältige Vorbereitung vorliegt.

 

- Außerdem ist darauf hinzuweisen, daß bei der Datenleitung für den direkten Kontakt

   zwischen der OeNB und dem Bundesrechenzentrum die notwendigen Änderungen ver-

  anlaßt wurden

 

Oesterreichischen Kontrollbank AG:

Die Oesterreichischen Kontrollbank AG (OeKB - AG) ist bereits seit 1997 bemüht, alle not -

wendigen Maßnahmen zu ergreifen, um einen informationstechnisch reibungslosen Über -

gang in das Jahr 2000 sicher zu stellen.

 

Die für die Betreuung der Haftungen der Republik Österreich von der OeKB - AG im Ausfuhr -

förderungsbereich eingesetzte EDV wurde bereits erfolgreich auf ihre Jahr - 2000 - Fähigkeit

getestet und hat sich mit höchster Wahrscheinlichkeit als Jahr - 2000 - konform erwiesen.

 

Bundes Wertpapieraufsicht:

Die Bundes Wertpapieraufsicht wurde im Juni1998 aufgefordert, dem Bundesministerium

für Finanzen zu berichten, welche notwendigen Veranlassungen sie in ihrem Zuständigkeits -

bereich sowohl betreffend ihres internen EDV - Systems als auch betreffend der externen

Datenübermittlung seitens der meldepflichtigen Institute getroffen hat.

 

Die Überprüfung der Softwaresysteme ist derzeit im Laufen und soll Ende Juli abge -

schlossen werden, wobei derzeit bei einem System noch eine Umstellung auf die sechs -

stellige Datumsangabe erfolgt.

Wiener Börse AG:

Bei der Wiener Börse AG wurde durch Übermittlung eines Fragebogens ein entsprechendes

Problembewußtsein der Geschäftsleiter sichergestellt.

Ab 5. November 1999 soll ein neues System eingesetzt werden, für das von der Deutschen

Börse AG eine Erklärung bezüglich der Jahr - 2000 - Fähigkeit vorliegt.

Versicherungswesen:

Die Versicherungsaufsicht war auf internationalem Gebiet bereits seit dem Jahr 1998 mit der

Jahr - 2000 - Problematik befaßt und hat ab diesem Jahr auch in Gesprächen mit dem Ver -

band der Versicherungsunternehmen Österreichs, Vertretern einiger großer Versicherungs -

unternehmen und Wirtschaftsprüfern auf die Jahr - 2000 - Problematik hingewiesen.

 

Im Rahmen dieser Gespräche fand auch ein Meinungsaustausch mit der Münchner Rück -

versicherung (international führend und weltweit eine der größten Rückversicherungsge -

sellschaften) statt, der zu sehr wertvollen schriftlichen und mündlichen Informationen führte.

Von der Versicherungsaufsicht wurde ein (mit Vertretern des Verbandes der Versicherungs -

unternehmen Österreichs diskutierter) Fragenkatalog zur Jahr - 2000 - Problematik erstellt, der

an die Versicherungsunternehmen, an den Verband der Versicherungsunternehmen Öster -

reichs und an alle Abschlußprüfer von Versicherungsunternehmen versendet, von allen

Versicherungsunternehmen (Stand Juli 1998) beantwortet und von den Prüfern der Ver -

sicherungsaufsicht im Rahmen der Jahresabschlußprüfungen 1997 in der Zeit von August

bis Dezember 1998 vor Ort behandelt wurde. Die Beurteilung der im Jahr 1998 vorliegenden

Situation führte zu folgendem Bild:

 

- Die Mehrzahl der Versicherungsunternehmen hat die Jahr-2000-Problematik erkannt.

 

- Im EDV - unternehmensinternen Bereich haben rund 90 % der Versicherungsunternehmen

Projektgruppen mit eigenen Mitarbeitern eingerichtet und einen Aktionsplan erstellt. Sie

liegen mit den Umstellungsarbeiten im Zeitplan, wobei auch die Dokumentation der Maß -

nahmen gegeben ist. Bei fast allen Versicherungsunternehmen sind allerdings noch

weitere Maßnahmen erforderlich, weil mehr als die Hälfte der Versicherungsunternehmen

einen Ersatz bzw. eine Aufrüstung ihrer Software benötigen. In diesem Zusammenhang

ist bemerkenswert, daß über 50 % der Versicherungsunternehmen bereits die Testphase

eingeleitet haben und somit der Schluß naheliegt, daß die Umstellungsprobleme recht -

zeitig gelöst werden können.

- Bezüglich der Geschäftsbeziehungen haben zwischen 55 % und 67 % der Ver -

  sicherungsunternehmen Überprüfungen in den entsprechenden

  EDV - Schnittstellenbereichen vorgenommen.

 

- Beim Jahr - 2000 - Risiko aus Versicherungsverträgen wurde von rund 70 % der Ver -

   sicherungsunternehmen eine Risikoanalyse vorgenommen. Obwohl 61 % der Ver -

   sicherungsunternehmen Verträge abgeschlossen haben, aus denen eine Inanspruch -

   nahme aus dem Jahrtausendwende - Risiko resultieren könnte, meinen 81 %, daß nicht

   mit signifikanten Verschlechterungen des Schadensverlaufes zu rechnen sein wird.

 

   Der Kontakt zu Rückversicherungspartnern wird von 75 % der Versicherungsunter -

   nehmen wahrgenommen, wobei finanziell negative Auswirkungen aus Rückver -

   sicherungsverträgen von 78 % der Versicherungsunternehmen nicht erwartet werden.

   Verträge mit ausdrücklichem Jahrtausendwende-Risiko werden nicht abgeschlossen.

 

- Bei den Jahr 2000 - Kapitalanlagen - Risken zeigt sich, obwohl kleinere und mittlere Ver -

   sicherungsunternehmen nicht in allen Anlagekategorien veranlagen, daß sich etwas mehr

   als die Hälfte der Versicherungsunternehmen mit den möglichen negativen finanziellen

   Auswirkungen auseinandergesetzt haben und die gewünschte Sensibilisierung auch in

   diesem Risikobereich vorhanden ist.

 

Derzeit ist ein zweiter Fragenkatalog vor der Fertigstellung, dessen Beantwortung über den

Stand der Umstellungsarbeiten, vor allem aber auch über Notfallspläne, Auskunft geben

wird.

 

Bei dem von der Versicherungsaufsicht entwickelten Informationssystem, das als Grundlage

der Finanzaufsicht über Versicherungsunternehmen dient und über die Bundesrechen -

zentrum GmbH abgewickelt wird, wurde bereits den Erfordernissen der Jahrtausend -

problematik entsprochen.

 

Die übrigen über EDV abgewickelten Anwendungen der Versicherungsaufsicht werden von

der IT - Sektion bzw. von der Bundesrechenzentrum GmbH umgestellt und für das Jahr 2000

angepaßt, wobei keine Hinweise auf nicht behebbare Mängel vorliegen.

Pensionskassen:

Vom Bundesministerium für Finanzen wurden die Pensionskassen über den Fachverband

der Pensionskassen bereits im September 1998 auf das Jahr - 2000 - Problem hingewiesen

und zur rechtzeitigen Lösung aller damit verbundenen Probleme aufgefordert. Gleichzeitig

wurden die Abschlußprüfer ersucht, im Zuge der Prüfungsarbeiten betreffend den Jahres -

abschluß für das Geschäftsjahr 1998 besonderes Augenmerk auf die Adaptierungsarbeiten

der Pensionskassen zur Bewältigung dieses Problems zu richten und gemäß § 33 Abs. 3

Pensionskassengesetz (PKG) dem Bundesministerium für Finanzen unverzüglich über all -

fällige Mängel zu berichten.

 

Nach den vorliegenden Informationen von einer der Gesellschaften, die Abschlußprüfungen

vornimmt, wurde für die Prüfungshandlungen zur Jahr - 2000 - Problematik ein eigener Frage -

bogen ausgearbeitet, wobei überprüft wird, ob sich die Pensionskassen mit dieser Proble -

matik beschäftigt, welche Handlungen gesetzt wurden, ob ein Zeitplan erstellt wurde und ob

dieser eingehalten wird. Soweit dies zum jetzigen Zeitpunkt bereits festgehalten werden

kann, verlaufen die Umstellungsarbeiten plangemäß. In diesem Zusammenhang ist auch

darauf hinzuweisen, daß nur eine beschränkte Anzahl von Verwaltungsprogrammen für

Pensionskassen am Markt ist und daher die Probleme in den Pensionskassen ähnlich sind.

 

Beim Bundesministerium für Finanzen sind bis jetzt noch keine Mängel berichte nach § 33

Abs. 3 PKG eingelangt.

 

Auch aus vorliegenden Aufsichtsratsprotokollen kann geschlossen werden, daß sich die

Pensionskassen mit dem Jahr - 2000 - Problem beschäftigen und den Aufsichtsräten über die

entsprechenden organisatorischen Maßnahmen berichten.

 

Zusammenfassend ist daher folgendes festzuhalten:

 

- Kreditinstitute, Versicherungen und Pensionskassen wurden eingehend auf die

  Jahr - 2000 - Problematik hingewiesen und zur Setzung der notwendigen Maßnahmen auf -

  gefordert. Es wurden auch die Bank -/Abschlußprüfer in die Kontrolle der Maßnahmen

  eingebunden und auf ihre Berichtspflicht hingewiesen. Bei Kreditinstituten sind ent -

  sprechende Vermerke im bankaufsichtlichen Prüfungsbericht anzubringen. Bei Ver -

  sicherungsunternehmen wurde eine umfangreiche Befragung durchgeführt. Eine zweite

  Befragung soll demnächst erfolgen.

 

- Auch in den Bereichen Oesterreichische Kontrollbank AG, Wiener Börse und Bundes -

  wertpapieraufsicht wurden entsprechende Maßnahmen gesetzt bzw. liegen Berichte über

  den Stand der Umsetzungen vor.

Zu 9.:

 

Nach detaillierter Analyse der Situation im eigenen Zuständigkeitsbereich werden prinzipiell

keine krisenhaften Auswirkungen erwartet. Auf das "Zentrale Krisenmanagement (ZKRIMA)“

wird verwiesen. Ein Risikomanagement - Programm wurde dennoch Ende 1998 festgelegt. Es

umfaßt im wesentlichen die folgenden Punkte:

 

a) Umfangreiche Y2K - Tests im Ausweichrechenzentrum (5 x 2 Wochen durchgehend

     zwischen Dezember 1998 und November 1999).

b) Umfangreiche Y2K - Tests im Bundesrechenzentrum (2 Monate durchgehend im Frühjahr

     1999).

c) Dokumentation über die eingeholten Y2K - Bestätigungen von Geschäfts - und

    Kooperationspartnern.

d) Erhöhte Bereitschaft und teilweise Urlaubssperre bei dem für den IT - Betrieb verant -

     wörtlichen Personal von 31.12.1999 bis 5.1.2000.

e) Keine Verarbeitungsläufe am Großrechner über den Jahreswechsel 1999/2000 hinweg.

f) Die vorhandenen Strukturen und Prozesse zur Störungsbehebung (Help Desk, 2nd "Level

    Support, HW - Wartungsvertrag usw.) können genutzt werden.

 

Sollte es zu Problemen im Bereich der IT - Infrastruktur kommen, können vorhandene Struk -

turen und Prozesse genutzt werden. Durch verschiedene Maßnahmen wie zum Beispiel

Verfügbarkeit des HelpDesks, Service - Level - Vereinbarungen mit Wartungsfirmen

(HW & SW), Applikationsbetreuung, Netzwerkbetreuung, usw. ist schon bisher sicherge -

stellt, daß im Falle einer Störung von Teilen der Infrastruktur innerhalb kürzester Zeit die

Behebung dieser Störung gewährleistet ist.