5941/AB XX.GP

 

Auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Van der Bellen, Freundinnen und Freunde

vom 12. Mai 1999, Nr. 6252/J, betreffend Maßnahmen und Vorbereitungen zum Jahr - 2000 -

Problem, beehre ich mich Folgendes mitzuteilen:

 

 

Zu den Fragen 1 bis 4:

 

 

In den ADV - Einrichtungen der Bundesverwaltung besteht schon seit Jahren eine hohe

Sensibilisierung hinsichtlich der Jahr - 2000 - Problematik. Dementsprechend wurden die

Vorarbeiten zur Bereinigung dieser Probleme bereits früh in Angriff genommen. Die Tests

der eingesetzten Hard - und Software auf Jahr - 2000 - Tauglichkeit sind im Gange und werden

laufend fortgesetzt. Die Bereinigung der auftretenden Schwachstellen erfolgt - abgestuft

nach Gefährdungspotentialen - im Zusammenhang mit den von den Herstellern gebotenen

Möglichkeiten (Herstellergarantien). Im Sinne der größtmöglichen Effizienz wird bei der

Lösung dieser Problematik nach einer Strategie vorgegangen, die von einer

Risiko/Folgewirkung/Aufwand - Analyse abgeleitet wurde.

 

Priorität hat die Sicherstellung der Grundversorgung der wichtigsten Strukturen des

Ressorts. Schwachstellen bzw. Probleme in nicht kritischen Bereichen können trotz

umfangreicher Vorarbeiten und Tests aber nicht völlig ausgeschlossen werden.

 

In Teilbereichen (z.B. Hardware - Austausch bei PC - Arbeitsplätzen) konnten die

Umstellungsarbeiten bereits abgeschlossen werden. Die Überprüfung und Erneuerung im

Software - Bereich ist noch im Gange, da die erforderlichen Programm - Updates und Service -

Packs bislang noch nicht zur Verfügung standen bzw. erst kürzlich geliefert wurden.

 

Eine Vielzahl namhafter Software - Hersteller bringt erst jetzt aktuelle Programm - und Patch -

Versionen zur Bewältigung des Jahr - 2000 - Problems heraus, sodass die Arbeiten ständig

aktualisiert und umgeplant werden müssen. Weiters sind entsprechende Testläufe erst nach

Erreichen eines einigermaßen konsolidierten (Jahr - 2000 - tauglichen) Soft - und Hardware -

Standes sinnvoll. Die Liste der erforderlichen Aktivitäten wird in monatlichen Prüfungen

kontrolliert und aktualisiert.

 

Die mit der Überwindung der Jahr - 2000 - Problematik verbundenen personellen und

finanziellen Aufwendungen sind derzeit nur teilweise abschätzbar, da sie vom Ergebnis der

Y2K - Tests abhängig sind und zum Teil durch das Vorziehen von Hard - und Software -

Investitionen überlagert werden. In jedem Fall sind die Kosten im Rahmen der vorhandenen

Ressourcen (laufende Budgets, Überstundenkontingente) abzudecken.

 

Zum Jahreswechsel ist eine erhöhte Bereitschaft des unmittelbar betroffenen

Personenkreises vorgesehen.

Das massivste Problem bei den Umstellungsarbeiten stellt der Zeitaufwand für die

erforderlichen Arbeiten dar. Es sind etwa 450 Arbeitsplatzcomputer zu testen und in

verschiedenem Umfang softwaremäßig zu aktualisieren. Weiters sind über zehn

Serversysteme umzustellen, die ständig ohne Unterbrechung (7 Tage, 24 Stunden)

verfügbar sein müssen. Die Auswirkungen der Zeitumstellung können erst nach den ersten

Testläufen erkannt werden. Diese sind erst nach Erreichen eines einigermaßen

konsolidierten (Jahr - 2000 - tauglichen) Soft - und Hardware - Standes sinnvoll.

 

Im übrigen darf auf die beiliegende Beantwortung der parlamentarischen Anfrage Nr. 6120/J,

betreffend: Das Jahr - 2000 - Problem oder ,,Y2K“ in der Bundesverwaltung verwiesen werden.

 

Zu den Fragen 5 bis 9:

 

Obwohl die Zuständigkeit für die Trinkwasserversorgung nicht beim Bundesministerium für

Land - und Forstwirtschaft liegt, werden bereits seit längerer Zeit Informationen zum Y2K -

Problem für diesen Bereich eingeholt.

 

Die ÖVGW - Österreichische Vereinigung für das Gas - und Wasserfach - Wien, ein

freiwilliger Zusammenschluss der Wasserwerke Österreichs, hat seit Beginn des Jahres

seine Mitglieder auf die spezielle Jahr 2000 - Problematik aufmerksam gemacht und

Informationen über die diesbezüglich getroffenen Vorkehrungen mit dem Ziel eines breiten

Erfahrungsaustausches verfügbar gemacht. Die Zielgruppe der Wasserwerke ist bereits in

vorbildlicher Wahrnehmung ihrer Eigenverantwortlichkeit dabei, potentiell vorhandene

Probleme zeitgerecht zwecks Sicherstellung der Versorgungssicherheit zu lösen. Österreichs

Wasserwerke versorgen - im internationalen Vergleich - eher kleine bis mittelgroße

Versorgungsgebiete. Eine weitreichende technische Aufbereitung des Wassers ist im

Regelfall - aufgrund der getroffenen strengen Gewässerschutzregelungen - nicht erforderlich.

 

Folgende Vorkehrungen stehen bei den Wasserwerken für den Jahresbeginn 2000 in

Vorbereitung:

 

 

•  zeitgerechte Befüllung möglichst aller Behältnisse und Speicherräume,

•  erhöhter und verstärkter Bereitschaftsdienst für das Betriebspersonal während der

    kritischen Zeit des Jahreswechsels,

•  Bereitstellung entsprechend überprüfter Notstromaggregate für den Extremfall eines

    völligen Ausfalls der regulären Energieversorgung über das Netz.

 

Für den Bereich des Ernährungswesens darf Folgendes festgestellt werden:

 

Gemäß Lebensmittelbewirtschaftungsgesetz 1997 (LMBG) kann der Bundesminister für

Land - und Forstwirtschaft durch Verordnung bei folgenden Waren

•  Lebensmittel einschließlich Trinkwasser,

•  Marktordnungswaren im Sinne des § 95 Marktordnungsgesetz 1985, sonstige

    landwirtschaftliche Erzeugnisse und Tiere die für die Gewinnung von Lebensmitteln

    geeignet sind,

•  Düngemittel,

•  Pflanzenschutzmittel,

•  Futtermittel und

•  Saat - und Pflanzgut

im Falle einer unmittelbar drohenden Störung der Versorgung oder zur Behebung einer

bereits eingetretenen Störung unbedingt erforderliche Lenkungsmaßnahmen anordnen,

sofern diese Störungen

•  keine saisonale Verknappungserscheinung darstellen und

•  durch marktkonforme Maßnahmen nicht, nicht rechtzeitig oder nur mit

    unverhältnismäßigen Mitteln abgewendet oder behoben werden können.

 

Diese Voraussetzungen müssen vorliegen, damit bei einem Ausfall lebenswichtiger Produkte

Verordnungen nach dem LMBG erlassen werden können, die überdies der Zustimmung des

Hauptausschusses des Nationalrates bedürfen. Eine derartige Krise, die die Versorgung

Österreichs lahmlegt und auch das monetäre System treffen würde, ist aufgrund der

Vorkehrungen und Aktivitäten im Zusammenhang mit der Jahr - 2000 - Problematik

unrealistisch, sodass im Rahmen des LMBG keine spezifischen legistischen Vorbereitungen

getroffen wurden. Generell ist anzumerken, dass "Musterverordnungen" für den Fall des

Auftretens besonderer Versorgungsstörungen erarbeitet wurden.

 

Zu Frage 10:

 

Es darf auf die Beantwortung der Frage 12 der parlamentarischen Anfrage 6244/J des Herrn

Bundeskanzlers verwiesen werden.

BEILAGE

 

 

Auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Dr. Povysil und Kollegen vom 21. April 1999,

Nr. 6120/J, betreffend: Das Jahr - 2000 - Problem oder „Y2K“ in der Bundesverwaltung , beehre

ich mich Folgendes mitzuteilen:

 

 

Zu den Fragen 1, 4 und 17:

 

In den ADV - Einrichtungen der Bundesverwaltung besteht schon seit Jahren eine hohe Sen -

sibilisierung hinsichtlich der Jahr - 2000 - Problematik. Dementsprechend wurden die Vorar -

beiten zur Bereinigung dieser Probleme bereits früh in Angriff genommen. Die Tests der ein -

gesetzten Hard - und Software auf Jahr - 2000 - Tauglichkeit sind im Gange und werden laufend

fortgesetzt. Die Bereinigung der auftretenden Schwachstellen erfolgt - abgestuft nach Ge -

fährdungspotentialen - im Zusammenhang mit den von den Herstellern gebotenen Möglich -

keiten (Herstellergarantien). Im Sinne der größtmöglichen Effizienz wird bei der Lösung die -

ser Problematik nach einer Strategie vorgegangen, die von einer Risi -

ko/Folgewirkung/Aufwand Analyse abgeleitet wurde.

Priorität hat die Sicherstellung der Grundversorgung der wichtigsten Strukturen des Res -

sorts, Schwachstellen bzw. Probleme in nicht kritischen Bereichen können trotz umfangrei -

cher Vorarbeiten und Tests aber nicht völlig ausgeschlossen werden.

 

Zu Frage 2:

 

Die technische Infrastruktur dieser Anlagen (Strom, Telefon, Klima, Lift etc.) fällt in der Mehr -

zahl der Fälle nicht in den Vollzugsbereich des Bundesministeriums für Land - und Forstwirt -

schaft. Um die Funktionstüchtigkeit der ADV - Systeme zu gewährleisten, wurde die substitu -

ierende Stromversorgung für eine bestimme Zeit sichergestellt.

 

Zu Frage 3:

 

Hinsichtlich der gebotenen Risikoeinschätzung und des erforderlichen Krisenmanagements

darf auf die Beantwortung der Frage 5 der parlamentarischen Anfrage 6111/J des Herr Bun -

deskanzlers verwiesen werden.

 

Zu Frage 5:

 

Von einer Prüfung dieser Geräte wurde aufgrund einer Risiko/Folgewirkung/Aufwand Analy -

se (Kosten - Nutzen - Verhältnis) abgesehen, jedoch eine Anfrage hinsichtlich Jahr - 2000 -

Tauglichkeit an die Hersteller gerichtet. Bezüglich der technischen Geräte, die durch die Ge -

bäudeverwaltung 21 dem Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft zur Verfügung

gestellt werden, wurde mit der Gebäudeverwaltung 21 bereits seit längerem Kontakt aufge -

nommen.

 

Zu Frage 6:

 

Soweit es sich um wesentliche Sicherheitseinrichtungen handelt, wurden die Systeme in Ab -

stimmung mit den Herstellern geprüft. Auf diese Weise wurden die Voraussetzungen für die

Funktionsfähigkeit auch nach der Jahr - 2000 - Wende geschaffen.

Zu Frage 7:

 

Die vom Bundesministerium für Land - und Forstwirtschaft genutzten Telefoneinrichtungen

werden von der Gebäudeverwaltung 21 bereitgestellt. Im Bereich der Kommunikationsanla -

gen läuft derzeit seitens der Bundesbaudirektion Wien für die Gebäudeverwaltung 21 ein

Vergabeverfahren zur gänzlichen Erneuerung der Telefon - und Kommunikationsanlagen mit

Installationsbeginn Anfang Oktober 1999. Bei diesem Vergabeverfahren spielt die Y2K -

Tauglichkeit des neuen Telefonanlagenverbundes im Regierungsgebäude Stubenring 1 samt

angeschlossener Außenstellen des Bundesministeriums für Land - und Forstwirtschaft eine

zentrale Rolle.

 

Zu den Fragen 8 und 9:

 

Dem Ressorts sind derzeit keine derartigen Partner bekannt. Es wurden daher keine alterna -

tiven Angebote eingeholt.

 

Zu Frage 10:

 

In Vertragen mit Jahr - 2000 - Relevanz wurde soweit wie möglich diese Vereinbarung berück -

sichtigt. Bei der Beschaffung von Neugeräten wurde diese Klausel vereinbart.

 

Zu den Fragen 11, 12, 13 und 15:

 

Die weitere Vorgangsweise im Bereich der ADV ist weitgehend vom Ergebnis der Jahr - 2000 -

Tauglichkeitstests von Hard - und Software abhängig. Derzeit sind die Tests und Bereini -

gungsvorgänge noch nicht abgeschlossen. Gegebenenfalls wird aufgrund einer etwaigen

Erforderlichkeit ein Risikomanagementplan zu erstellen sein, in dem auch Außenstellen zu

berücksichtigen sind.

 

Zu den Fragen 14 und 19:

 

Die Jahr - 2000 - Risken im Zusammenhang mit der Infrastruktur des Ressorts sind bekannt.

Alle denkbaren und bekannten Gefährdungspotentiale werden abgedeckt.

Zu Frage 16:

 

Seitens des Bundesministeriums für Land - und Forstwirtschaft wurden derartige Verträge

nicht abgeschlossen.

 

Zu Frage 18:

 

Soweit ein Datenaustausch stattfindet, wurden Tests und Zeitpläne mit den jeweiligen Part -

nern vereinbart und abgestimmt.

 

Zu den Fragen 20 und 21:

 

Die bereits erfolgten und noch durchzuführenden Jahr - 2000 - Prüfungen werden in Checkli -

sten festgehalten. Diese werden regelmäßig aktualisiert.

 

Zu Frage 22:

 

Die mit der Überwindung der Jahr - 2000 - Problematik verbundenen personellen und finan -

ziellen Aufwendungen sind derzeit zwar noch nicht abschätzbar, in jedem Fall aber im Rah -

men der vorhandenen Ressourcen (laufende Budgets, Überstundenkontingente) abzudek -

ken. Zum Jahreswechsel ist eine erhöhte Bereitschaft des unmittelbar betroffenen Perso -

nenkreises vorgesehen.

 

Zu Frage 23:

 

Alle ADV - Anwendungen, die über das Jahr 2000 hinaus in Betrieb sein werden, wurden

überprüft. In der Mehrzahl der Applikationen ist die Anpassung der Datumsverarbeitung aus -

reichend. Einzelne Anwendungen werden auslaufen und mit neuen Software - Werkzeugen

nachgebildet [Ersatz der RDB - Awendungen (z.B. Kreditevidenz) durch andere Datenbanksy -

Sterne (MS SQL Server)].

Zu den Fragen 24 und 25:

 

Es darf auf die Beantwortung der Frage 18 verwiesen werden. Soweit ein relevanter Daten -

austausch stattfindet, wird die technische Funktionalität überprüft und erforderlichenfalls be -

reinigt.

 

Zu Frage 26:

 

Es darf auf die Beantwortung der Frage 23 verwiesen werden. Einzelne Anwendungen wer -

den ausgeschieden und durch neue ersetzt [z.B. Büroautomation und Kommunikation mittels

ALLin1 wurde ersetzt durch PC - Lösungen mit Microsoft - Office - Produkten; Kreditevidenz

(Datenbankanwendung auf RDB) wird ersetzt durch eine Lösung basierend auf MS SQLSer -

ver] bzw. fließen in neue Applikationen ein (z.B. Ministerzahlenevidenz geht im Kanzlei -

Informations - System auf).

 

Zu Frage 27:

 

Der Umstellungsaufwand ist nur teilweise abschätzbar, da er vom Ergebnis der Y2K - Tests

abhängig ist und zum Teil durch das Vorziehen von Hard - und Software - Investitionen über -

lagert wird. In jedem Fall sind die Kosten aus dem laufenden Budget abzudecken.

 

Zu Frage 28:

 

Es darf auf die Beantwortung der Frage 23 verwiesen werden. Die Tests hinsichtlich des

Schaltjahres (29.2.2000) wurden im Rahmen der Jahr - 2000 - Überprüfung miterledigt.

 

Zu Frage 29:

 

Aufgrund der Ergebnisse der Risikoeinschätzung wurde eine derartige Maßnahme für den

Ressortbereich nicht vorgesehen.

Zu Frage 30:

 

Hinsichtlich der internationalen Zusammenarbeit darf auf die Beantwortung der Frage 32 der

parlamentarischen Anfrage 6111/J des Herr Bundeskanzlers verwiesen werden

 

Zu Frage 31:

 

Bei der Förderung von Projekten, welche EDV gestützte Applikationen nützen, wurde im

Sinne einer effizienten Mittelvergabe soweit wie möglich eine derartige Vereinbarung aufge -

nommen.