5951/AB XX.GP
Die Abgeordneten zum Nationalrat Van der Bellen, Freundinnen und Freunde
haben am 12. Mai 1999 unter der Nr.6245/J an mich eine schriftliche
parlamentarische Anfrage betreffend Maßnahmen und Vorbereitungen zum
Jahr - 2000 - Problem gerichtet.
Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
Zu den Fragen 1 bis 3:
In meinem Wirkungsbereich ist die technische Betriebsführung des Strahlen -
frühwarnsystems von der Jahr - 2000 - Problematik betroffen.
Im Bereich dieses Strahlenfrühwarnsystems wurden die technischen Anlagen
durch die Hersteller auf ihre Jahr - 2000 - Verträglichkeit hin bereits überprüft. Bei
den zum Strahlenfrühwarnsystem dazugehörigen abteilungsinternen techni -
schen Anlagen wurden die Geräte (Computer) mittels Y2K - Testsoftware über -
prüft.
Die Meßlabors der nachgeordneten Dienststellen, die mit Aufgaben der Radio -
aktivitätskontrolle befaßt sind, wurden aufgefordert, in ihrem Bereich entspre -
chende Tests zu veranlassen bzw. selbst
durchzuführen.
Zum Großteil wurden die notwendigen Umstellungen und Updates bereits ab -
geschlossen, zum Teil sind diese noch im Laufen und werden im Herbst 1999
abgeschlossen.
Die Kosten für diese Maßnahmen wurden aus dem laufenden Budget bestrit -
ten.
Was die übrigen Maßnahmen im Bundeskanzleramt zur Jahr - 2000 - Problematik
betrifft, verweise ich auf die Ausführungen des Herrn Bundeskanzlers zu den
Fragen 1 bis 3 der an ihn gerichteten parlamentarischen Anfrage Nr. 6244/J.
Zu Frage 4:
Bei den Tests traten teilweise Probleme bei der Umstellung des Datums vom
31. Dezember 1999 auf den 1. Jänner 2000 bzw. auch den Schalttagen ab
2000 auf. Zum Teil handelt es sich um Fehldarstellungen auf Ausdruck ohne
funktionelle Konsequenzen, zum Teil wäre mit Datenverlust zu rechnen gewe -
sen.
Betroffen waren PC Workstations (Sun) und Prozeßrechner sowie Fernwirk -
geräte.
Im übrigen darf ich auch zu dieser Frage auf die Ausführungen des Herrn Bun -
deskanzlers zu Frage 4 der parlamentarischen Anfrage Nr. 6244/J verweisen.
Zu den Fragen 5 bis 9:
In meinen Wirkungsbereich fallen keine Versorgungs - und Infrastrukturbereiche
sowie Notfallplanungen.
Zu den Fragen 10 bis 13:
Hinsichtlich der Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit wird die Problematik
der Datumsumstellung seit geraumer Zeit auf internationaler Ebene diskutiert.
Die Inter - nationale Atomenergieorganisation (IAEO) hat in ihrer vorjährigen
42. Generalkonferenz eine Resolution mit Maßnahmen zur Jahr - 2000 - Proble -
matik verabschiedet. In der Folge wurden ein Fragebogen zum Y2K - Status, ein
Aktionsplan sowie Richtlinien für den aus Sicht der Organisation adäquaten
Umgang mit der Problematik ausgearbeitet. Die IAEO veranstaltet eine Reihe
von Expertentreffen zu diesem Thema und moderiert auch ein globales Forum
für den Austausch von Informationen. Soweit bisher Reaktionen von Mitglied -
staaten auf den IAEO - Fragebogen beziehungsweise Aktionspläne im Zusam -
menhang mit der nuklearen Sicherheit vorliegen, zeigen diese, daß die be -
troffenen Staaten die Problematik für beherrschbar halten. Bei einem interna -
tionalen technischen Expertentreffen der NEA (OECD) gelangten die Teilneh -
mer zu ähnlichen Schlußfolgerungen. Die von den internationalen Organisatio -
nen zur Verfügung gestellten Informationen werden nach Maßgabe der Mög -
lichkeiten laufend ausgewertet.
Um auch Informationen aus erster Hand zu erhalten, hat sich Österreich im
Wege der österreichischen Botschaften direkt an alle kernenergienutzenden
Staaten in Europa mit der Bitte um Berichterstattung gewandt. Die bisher vor -
liegenden Informationen zeigen, daß alle betroffenen Staaten an der Proble -
matik arbeiten, ohne die einschlägigen Aktivitäten bereits abgeschlossen zu
haben. Da die einschlägigen Jahr - 2000 - Projekte noch nicht abgeschlossen
sind bzw. in vielen Fällen nur allgemeine Informationen vorliegen, ist eine
Abschätzung des tatsächlichen Risikos zur Zeit nicht möglich.
Bezüglich der Datumsproblematik bei Nuklearwaffen verweise ich auf die
Zuständigkeit des Bundesministers
für Landesverteidigung.
Zu Frage 4:
Da die Verantwortung für die Sicherheit von Kernkraftwerken beim Betreiber
liegt, gibt es für die Bundesregierung keine Veranlassung, durch finanzielle
Unterstützung eine aus ihrer Sicht obsolete Technologie zu subventionieren.
Österreich wird weiterhin bei allen sich bietenden einschlägigen Gelegenheiten
auf die Notwendigkeit einer Lösung der Datumsproblematik hinweisen und
entsprechende Gegenmaßnahmen und aussagekräftige Informationen darüber
im Interesse des Schutzes der österreichischen Bevölkerung einfordern.