5970/AB XX.GP
der Anfrage der Abgeordneten Dr. Povysil, Dr. Pumberger, Mag. Haup, Dr. Salzl, Dr.
Kurzmann und Kollegen
betreffend Impfmaßnahmen gegen Rotaviren in industrialisierten Ländern durch
WHO gefordert
(Nr. 6305/J)
Zur vorliegenden Anfrage führe ich folgendes aus:
Zu Frage 1:
Rotaviren sind weltweit die häufigsten Erreger von schweren Durchfallserkrankungen
bei Säuglingen und Kleinkindern. Auch in Österreich sind Rotaviren hoch endemisch,
wobei nach Schätzungen jedes siebente Kind innerhalb der ersten beiden
Lebensjahre an einer Rotavirusinfektion erkrankt.
Zu Frage 2:
Das am 5. Februar 1999 veröffentlichte WHO - Positionspapier zu
Rotavirusimpfstoffen ist meinem Ressort bekannt. Über die Impfung gegen Rotaviren
wird im Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates seit einiger Zeit diskutiert,
bislang waren jedoch noch viele Fragen offen, wie z.B. Schutzrate, Schutzdauer,
genetische Stabilität der Impfstoffe etc., sodass beschlossen wurde, diesbezügliche
Erfahrungen noch abzuwarten und weitere Daten zu sammeln. Es steht jedoch
außer Zweifel, dass über eine allgemeine Einführung der Impfung gegen Rotaviren
zu beraten sein wird.
Zu Frage 3:
Für Rotavirenerkrankungen besteht derzeit keine gesetzliche Meldepflicht. Das
Institut für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Universität Wien führt seit
dem Jahr 1997 Erhebungen zur
Rotavirusepidemiologie durch. Anläßlich einer
Erhebung bei etwa 80 % der österreichischen Kinderabteilungen wurden für das Jahr
1997 2.792 stationäre Fälle von Rotaviruserkrankungen gemeldet. Da nicht aus allen
Bundesländern die Erkrankungsfälle lückenlos gemeldet wurden, hat die Aufteilung
der Erkrankungsfälle pro Bundesland keine epidemiologische Aussagekraft.
Zu den Fragen 4 und 5:
Der Impfstoff „ROTASHIELD - Rotavirus - Impfstoff“ des Herstellers Wyeth - Lederle
wurde nach Abschluß des zentralen Zulassungsverfahrens, gemäß der
Entscheidung der Kommission vom 7. Mai 1999, in der Europäischen Gemeinschaft
und somit auch in Österreich zugelassen (EU/1/99/105/001).
Zu Frage 6:
Spezifische Überlegungen der EU - Dienststellen zu der angesprochenen Frage sind
meinem Ressort nicht bekannt.
Zu den Fragen 7 und 8:
Die Einführung einer Routineimpfung gegen Rotaviren ist in Anbetracht der hohen
Inzidenz dieser Erkrankungen jedenfalls anzustreben.
Über die Modalitäten und Finanzierungsmöglichkeiten wird noch zu beraten sein.