5987/AB XX.GP
Auf die schriftliche Anfrage der Abgeordneten Wabl, Freundinnen und Freunde vom 19. Mai
1999, Nr. 6279/J, betreffend Anwendung der Vorruhestandsregelung in Österreich, beehre
ich mich Folgendes mitzuteilen:
Zu den Fragen 1 und 2:
Nein. Eine Anwendung dieser fakultativen Maßnahme in Österreich ist auch derzeit nicht
vorgesehen.
Zu Frage 3:
Die Erhaltung einer flächendeckenden, nachhaltigen, multifunktionalen und ökologisch orien -
tierten Landwirtschaft bäuerlicher Prägung ist auch in Zukunft unverzichtbare Voraussetzung
einer
umfassenden Politik für den ländlichen Raum. Den bäuerlichen
Familienbetrieb als
Leitbild zu stärken und zugleich eine wettbewerbsfähige und an Umweltzielen orientierte
Landwirtschaft zu fördern sind Hauptziele der österreichischen Agrarpolitik.
Von grundlegender Bedeutung ist es daher, dass die Chancen, die das neue Instrument der
ländlichen Entwicklung - als zweite Säule der Agenda 2000 - bietet, optimal genutzt werden.
Das bedeutet für die Betriebe
- eine verstärkte Abgeltung der Umwelt - und Landschaftspflege;
- einen verbesserten Ausgleich für naturräumliche Benachteiligungen. Die Bergbauernför -
derung soll um einen Sockelbetrag für kleinere Betriebe erweitert und aufgestockt wer -
den;
- eine verbesserte Weiterführung der Investitionsförderung; sie steht Voll - und Nebener -
werbsbetrieben zur Verfügung;
- dass die Sektorplanförderung für strukturverbessernde Investitionen im Verarbeitungs -
und Vermarktungsbereich ebenfalls weitergeführt wird;
- dass die Ziel 5b - Förderung für ländliche Projekte in Hinkunft ohne regionale Einschrän -
kung in Anspruch genommen werden kann.
Dieser integrale Ansatz der Politik für den ländlichen Raum ist ein richtungsweisender Schritt
zur Sicherung der Lebensgrundlagen des Einzelnen und zur Sicherung der Wirtschaftskraft
nicht nur der bäuerlichen Familien sondern des gesamten ländlichen Raumes. Neben der
Einkommenssicherung müssen aber auch die Infrastrukturleistungen (wie etwa Verkehrsver -
bindungen oder Dienstleistungen der Post) aufrechterhalten bzw. neu geschaffen werden,
um den Arbeitsplatz Bauernhof attraktiv zu gestalten.
Für eine positive Zukunftsgestaltung müssen weiters die neuen Entwicklungen offensiv auf -
gegriffen werden. Die Entwicklung regionaler Zukunftsprojekte, die Nutzung der nachwach -
senden Rohstoffe aber auch der modernen Kommunikationstechnologien, wie z.B. Internet,
sind zu forcieren, um für die bäuerlichen Familien optimale Voraussetzungen für die Zukunft
zu schaffen.