5993/AB XX.GP
Auf die schriftliche parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Dr. Gabriela Moser und
Genossen vom 20. Mai 1999, Nr. 6324/J, betreffend Überstunden, Teilzeitarbeit und
Arbeitszeitverkürzung, beehre ich mich folgendes mitzuteilen:
Einleitend möchte ich darauf hinweisen, daß den Zahlenvergleichen von 1994 zu 1999 nur
bedingte Aussagekraft zukommt, da durch die seinerzeitige Novellierung des Bundes -
ministeriengesetzes mit Wirksamkeit vom 15 Februar 1997 die ehemalige Sektion II des
Bundeskanzleramtes in das Bundesministerium für Finanzen übertragen und hier als
Sektion VII eingerichtet wurde, wobei sich der Personalstand der Zentralleitung meines
Ressorts um 83 Planstellen erhöhte.
Zu 1:
Die in den Monaten März 1994 und März 1999 finanziell abgegoltenen Überstunden stellen
sich wie folgt dar:
März 1994 insgesamt 7.639,5 Überstunden
März
1999 insgesamt 7.289,5 Überstunden
Zu 2.:
Vorerst ist darauf hinzuweisen, daß definitiv eingerichtete Teilzeitarbeitsplätze aufgrund der
Rechtslage nur mit Vertragsbediensteten, nicht aber mit Beamten besetzt werden können.
Unter Berücksichtigung der an das Ressort gestellten Anforderungen und aus Gründen der
Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit sind derzeit - und waren auch 1994 - in
der Zentralleitung des Bundesministeriums für Finanzen keine Arbeitsplätze eingerichtet, bei
denen nur eine Teilbeschäftigung vorgesehen ist.
Die in meinem Ressort vorgenommenen Teilzeitbeschäftigungen ergeben sich somit ledig -
lich aus der persönlichen Situation der einzelnen Bediensteten und werden in der
überwiegenden Anzahl nur für einen befristeten Zeitraum beantragt. Für Beamte ist, wie
bereits dargelegt, eine unbefristete Herabsetzung der Wochendienstzeit rechtlich ausge -
schlossen.
In den Monaten März 1994 und März 1999 stellt sich die Anzahl der Bediensteten, die mit
weniger als 40 Wochenstunden teilbeschäftigt waren, folgendermaßen dar:
März 1994 39 Bedienstete
März 1999 59 Bedienstete
Zu 3. und 4.:
Die Aufteilung der Überstunden und Teilbeschäftigungen auf Männer und Frauen und deren
Zuordnung zu Verwendungs - bzw. Entlohnungsgruppen stellt sich in den Monaten
März 1994 und März 1999 wie folgt dar:
Teilbeschäftigungen:
|
|
März 1994 |
|
|
Verw. - /Entl. - Gruppen |
Männer |
Frauen |
|
A |
0 |
2 |
|
C |
0 |
1 |
|
a |
0 |
1 |
|
c |
0 |
8 |
|
d |
0 |
17 |
|
p5 |
0 |
10 |
|
Summe |
0 |
39 |
|
|
März 1999 |
|
|
Verw. - /Entl. Gruppen |
Männer |
Frauen |
|
A1 |
0 |
1 |
|
A2 |
0 |
1 |
|
A3 |
0 |
6 |
|
A |
1 |
2 |
|
B |
0 |
2 |
|
C |
0 |
1 |
|
v3 |
0 |
3 |
|
v4 |
0 |
2 |
|
a |
0 |
3 |
|
b |
0 |
2 |
|
c |
0 |
17 |
|
d |
0 |
13 |
|
e |
0 |
1 |
|
p5 |
0 |
4 |
|
Summe |
1 |
58 |
Überstunden:
|
|
März 1994 |
|
||||||
|
Verw. - /Entl. - Gruppen |
Männer |
|
Frauen |
|
gesamt |
|
||
|
|
Überstunden |
Anzahl der Personen |
Überstunden |
Anzahl der Personen |
Überstunden |
Anzahl der Personen |
||
|
A |
2.625,5 |
129 |
697,5 |
38 |
3.323,0 |
167 |
||
|
B |
1.989,2 |
114 |
364,5 |
21 |
2.353,7 |
135 |
||
|
C |
417,5 |
23 |
145,0 |
11 |
562,5 |
34 |
||
|
D |
10,5 |
1 |
3,0 |
1 |
13,5 |
2 |
||
|
P1 |
64,0 |
2 |
|
|
64,0 |
2 |
||
|
P2 |
100,5 |
4 |
|
|
100,5 |
4 |
||
|
P3 |
254,5 |
7 |
|
|
254,5 |
7 |
||
|
P4 |
21,5 |
2 |
|
|
21,5 |
2 |
||
|
P5 |
13,5 |
1 |
|
|
13,5 |
1 |
||
|
VB/Sondervertrag |
284,8 |
20 |
39,5 |
3 |
324,3 |
23 |
||
|
a |
121,0 |
7 |
160,0 |
9 |
281,0 |
16 |
||
|
b |
24,0 |
2 |
59,0 |
2 |
83,0 |
4 |
||
|
c |
14,0 |
1 |
67,5 |
7 |
81,5 |
8 |
||
|
d |
26,5 |
2 |
17,5 |
3 |
44,0 |
5 |
||
|
e |
24,5 |
3 |
10,5 |
1 |
35,0 |
4 |
||
|
p3 |
64,5 |
3 |
|
|
64,5 |
3 |
||
|
p4 |
19,5 |
2 |
|
|
19,5 |
2 |
||
|
Summe |
6.075,5 |
323 |
1.564,0 |
96 |
7639,5 |
419 |
||
|
|
März 1999 |
|
|
||||||
|
Verw. -/Entl. - Gruppen |
Männer |
|
Frauen |
|
gesamt |
|
|||
|
Überstunden |
Anzahl der Personen |
Überstunden |
Anzahl der Personen |
Überstunden |
Anzahl der Personen |
||||
|
A1 |
700,50 |
43 |
323,0 |
24 |
1.023,50 |
67 |
|||
|
A2 |
1.675,50 |
114 |
415,5 |
29 |
2.091,00 |
143 |
|||
|
A3 |
485,30 |
20 |
235,5 |
17 |
720,80 |
37 |
|||
|
A4 |
36,70 |
3 |
|
|
36,70 |
3 |
|||
|
A5 |
169,00 |
2 |
|
|
169,00 |
2 |
|||
|
A6 |
13,50 |
1 |
|
|
13,50 |
1 |
|||
|
A |
1.540,25 |
92 |
428,5 |
28 |
1.968,75 |
120 |
|||
|
B |
244,50 |
17 |
27,0 |
2 |
271,50 |
19 |
|||
|
C |
19,00 |
2 |
35,5 |
3 |
54,50 |
5 |
|||
|
P3 |
20,50 |
1 |
|
|
20,50 |
1 |
|||
|
VB/Sondervertrag |
196,10 |
16 |
100,0 |
5 |
296,10 |
21 |
|||
|
v1 |
9,50 |
1 |
9,5 |
1 |
19,00 |
2 |
|||
|
v2 |
14,00 |
1 |
|
|
14,00 |
1 |
|||
|
v3 |
25,50 |
1 |
64,5 |
2 |
90,00 |
3 |
|||
|
a |
70,00 |
7 |
124,0 |
6 |
194,00 |
13 |
|||
|
b |
10,00 |
1 |
23,0 |
2 |
33,00 |
3 |
|||
|
c |
21,40 |
2 |
82,5 |
10 |
103,90 |
12 |
|||
|
d |
50,75 |
1 |
39,5 |
3 |
90,25 |
4 |
|||
|
p3 |
69,00 |
2 |
|
|
69,00 |
2 |
|||
|
p4 |
10,50 |
1 |
|
|
10,50 |
1 |
|||
|
Summe |
5.381,50 |
328 |
1.908,0 |
132 |
7.289,50 |
460 |
|||
Zu 5.:
Der Dienstgeber Bund ist sich der Situation am Arbeitsmarkt bewußt und daher bemüht,
arbeitsmarktkonform vorzugehen. Als Nachweis dafür kann angeführt werden, daß trotz des
Sinkens der eingesetzten Personalkapazität die Zahl der Beschäftigten nicht abgenommen
hat und durch die Ausweitung der Teilbeschäftigungsmöglichkeiten z.B. im Jahresdurch -
schnitt 1998 mehr Menschen beschäftigt wurden als im Jahr 1997.
Die Überstunden wurden bereits in den letzten Jahren durch entsprechende bundesweite
Programme gezielt und deutlich reduziert. Eine weitere generelle Reduzierung ist nach
Ansicht des Bundesministeriums für Finanzen als nicht realisierbar anzusehen. In diesem
Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß Überstunden in der Regel nicht regelmäßig
geleistet werden, sondern von Belastungsspitzen abhängen. Würde man anstelle dieser
Überstunden zusätzliches Personal einstellen, wäre dieses folglich zeitweise unter - bzw.
nicht beschäftigt. Weiters entfallen Überstunden auf Personal unterschiedlicher Besoldungs -
und Verwendungsgruppen, unterschiedlicher Fachbereiche und unterschiedlicher organi -
satorischer Zuordnungen, sodaß zusätzliches Personal anstelle der Überstunden praktisch
nicht in einem vertretbarem Beschäftigungsausmaß einsetzbar ist.
Zu 6.:
Wie bereits ausgeführt, gibt es im Bundesministerium für Finanzen keine definitiv einge -
richteten Teilzeitarbeitsplätze, sondern nur teilbeschäftigte Bedienstete.
Derzeit (Stichtag 20. Mai 1999) sind für den Bereich der Zentralleitung des Bundes -
ministeriums für Finanzen 4 Stellen ausgeschrieben, wobei es sich um Leitungsfunktionen
handelt. Auf diesen Arbeitsplätzen ist keine Teilzeitarbeit möglich.
Zu 7. und 8.:
Auch in diesem Zusammenhang ist davon auszugehen, daß es im Bundesministerium für
Finanzen keine definitiv eingerichteten Teilzeitarbeitsplätze sondern nur teilzeitbeschäftigte
Bedienstete gibt.
Ein erheblich vermehrter Einsatz von Teilzeitarbeitskräften würde einen geordneten Dienst -
betrieb gefährden und auch wesentliche zusätzliche kosten verursachen, da Teilzeit -
beschäftigungen nahezu ausschließlich für die Vormittagsstunden angestrebt werden. Es
müßten daher entsprechende Infrastrukturmaßnahmen (zusätzlicher Raumbedarf,
zusätzliche Ausstattung mit Möbeln, Personalcomputern etc.) erfolgen und die vorhandenen
Personalkapazitäten würden sich auf die Vormittagsstunden konzentrieren und bei der Auf -
rechterhaltung
des Dienstbetriebes an den Nachmittagen fehlen.
In diesem Zusammenhang darf auch nicht übersehen werden, auf die berechtigten
Interessen der vorübergehend teilbeschäftigten Bediensteten entsprechend Rücksicht zu
nehmen, die nach Wegfall der persönlichen Umstände für die Teilbeschäftigung (im Regel -
fall die Nachmittagsbetreuung kleinerer Kinder) wieder die Vollbeschäftigung anstreben.
Zu 9.:
Die Auswirkungen einer Arbeitszeitverkürzung von 12,5% können theoretisch in
Beschäftigung umgerechnet werden. Eine solche Berechnung wurde bereits vor mehr als
einem Jahr angestellt. Unter Einrechnung des mit mehr Personal verbundenen Mehr -
bedarfes an interner Verwaltung hat sie einen zusätzlichen Personalbedarf von ca. 15% der
Personalkapazität ergeben. Allerdings ist bei den Überlegungen deutlich geworden, daß -
abgesehen von den Auswirkungen auf die Personalausgaben - durch die räumlich und
qualitativ starke Verteilung des Personals primär zusätzliche Überstunden notwendig wären
und keineswegs die erwarteten Auswirkungen auf die Beschäftigung erreicht werden
könnten, wenn man geringfügige Beschäftigung in großem Umfang von vornherein aus -
schließt.
Einem Beschäftigungseffekt durch Arbeitszeitverkürzung stehen die selben praktischen
Hemmnisse entgegen wie der Einstellung von zusätzlichem Personal anstelle von Über -
stunden. Um eine neue Halbtagskraft einstellen zu können, müßten innerhalb einer
Organisationseinheit vier Vollbeschäftigte mit den gleichen Aufgaben vorhanden sein (4 x
12,5% = 50%). Die Aufgaben in den in der Anfrage angesprochenen Verwaltungsbereichen
(Ministerien) sind allerdings nicht derart konform, um diese, rein theoretische Vorgehens -
weise einschlagen zu können.
Zu 10.:
Eine Arbeitszeitverkürzung von 12,5% würde bei vollem Lohnausgleich den Betriebsaufwand
(zusätzlicher Personal - und Arbeitsplatzaufwand) um rund 20% anheben, den einge -
schlagenen Weg der Budgetkonsolidierung zunichte machen und die Entwicklung der
österreichischen Volkswirtschaft nachhaltig negativ beeinflussen.
Im Zusammenhang mit dem dabei entstehenden Budgetdruck, der auch im Lichte der
konvergenzkriterien zu sehen ist, käme es sicherlich zu vermehrten Rationalisierungs -
bestrebungen, wodurch der gewünschte Beschäftigungseffekt nicht gegeben, aber die
Gefahr des Qualitätsverlustes bei den Leistungen des Bundes groß wäre.