6082/AB XX.GP
Die Abgeordneten zum Nationalrat Mag. Haupt, Dr. Pumberger, Dr. Povysil und
Kollegen haben am 10. Juni 1999 unter der Nr. 6406/J an mich eine schriftliche
parlamentarische Anfrage betreffend Mycobacterium Paratuberculosis und
Morbus Crohn gerichtet.
Diese Anfrage beantworte ich wie folgt:
Zu den Fragen 1 und 2:
Es bestehen zwar schwerwiegende Hinweise auf einen Zusammenhang
zwischen der Paratuberkulose bei den Rindern und dem Morbus Crohn beim
Menschen, ein schlüssiger Beweis für diesen Zusammenhang fehlt jedoch
noch.
Der von Hermon Tayler et al. 1998 dokumentierte Fall eines sieben Jahre alten
britischen Buben läßt auf einen engen Konnex schließen; von wissen -
schaftlicher Seite werden allerdings auch andere Interpretationen des
Befundes
gegeben.
Zu den Fragen 3 und 4:
Die Untersuchung auf Paratuberkulose ist derzeit im Rahmen des EU -
Binnenmarktes nicht obligatorisch vorgesehen.
Bestrebungen, diese Untersuchungen EU - weit einzuführen, werden in den
Veterinärgremien auch von Österreich unterstützt werden.
Auf privatrechtlicher Basis kann bei der Einfuhr diese Untersuchung jedoch
jederzeit gefordert werden.
Zu Frage 5:
Ich habe eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, die die Inzidenz der
Paratuberkulose in Österreich feststellen sollte.
Von der „International Association for Paratuberculosis“ wird diese Studie in
einer Internet - Aussendung als einzigartig in Europa für die Erstellung eines
Überwachungssystems in Hinsicht auf die Paratuberkulose bezeichnet.
Auf Grundlage dieser Studie wird ein Überwachungs - und Bekämpfungs -
programm betreffend die Paratuberkulose des Rindes erstellt werden.
Zu Frage 6:
Die Einfuhr von Fleisch und Fleischwaren nach Österreich ist nur aus Betrieben
möglich, die eine EU - Zulassung besitzen, d.h. sämtliche hygienische Kriterien
und die Kriterien der Fleischuntersuchung müssen den in Österreich geltenden
Kriterien entsprechen.
Durch diese EU - konforme Fleischuntersuchung, die von Tierärzten durch -
geführt werden muß, ist sichergestellt, daß mit Paratuberkulose verseuchtes
Fleisch
in Österreich nicht in Verkehr kommt.
Zu Frage 7:
Bei der Bekämpfung von Zoonosen und von durch Lebensmittel vom Tier auf
den Menschen übertragbaren Erkrankungen hat es immer eine enge Zusam -
menarbeit zwischen Medizin und Veterinärmedizin gegeben.
Zu Frage 8:
Für den Aufbau eines Forschungszentrums an der Veterinärmedizinischen
Universität ist das Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr zuständig.
Ich möchte jedoch dazu anmerken, daß aus Sicht der Veterinärverwaltung des
Bundeskanzleramtes ist ein solcher Aufbau zu befürworten ist.