6126/AB XX.GP
der Anfrage der Abgeordneten Dr. Povysil, Dr. Pumberger, Bgdr. Jung, Dr.
Kurzmann und Kollegen
betreffend die Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten
(Nr. 6510/J)
Zur vorliegenden Anfrage führe ich folgendes aus:
Zu Frage 1:
Österreich nimmt an sämtlichen für die Überwachung und Kontrolle übertragbarer
Krankheiten relevanten Netzwerken der EU teil.
Die Überwachung und Kontrolle übertragbarer Krankheiten hat bereits in der
Vergangenheit die diversen Migrationsströme berücksichtigt.
Zu Frage 2:
Frühwarn - und Reaktionssysteme bestehen derzeit im Rahmen der EU - weiten
Netzwerke (EWGLI, Enter - Net, etc.). Die Spezifikation der Datensätze sind in den
Protokollen der jeweiligen Netzwerke definiert. Eine Anbindung aller Mitgliedsstaaten
an das elektronische Datennetz der EU wird voraussichtlich erst ab dem nächsten
Jahr möglich sein, da das von der EU angekaufte verwendete System derzeit nicht
mit jedem der Mitgliedsstaaten kompatibel ist.
Zu Frage 3:
Die Zusammenführung und Koordination der Daten aus den einzelnen
Bundesländern erfolgt im Rahmen der Netzwerke durch die jeweiligen
Referenzzentren bzw.
das Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales.
Zu Frage 4:
Seit 1994 führt das BMAGS an allen bettenführenden Krankenanstalten
jährlich eine bundesweite Erhebung über nosokomiale (im Krankenhaus erworbene)
Infektionen durch. Dabei wird mittels Erhebungsblattes nach dem häufigsten und
wegen seiner Resistenz gegen Antibiotika gefährlichsten
Krankenhausinfektionserreger, dem Staphylococcus aureus, gefragt.
Die Erhebungsdaten werden jährlich statistisch ausgewertet, mit internationalen
Daten verglichen und den Krankenhäusern und den Ämtern der Landesregierungen
zur Kenntnis gebracht.
Grundsätzlich ist festzuhalten, daß eine der wichtigsten Maßnahmen zur
Eindämmung der Selektion und Verbreitung resistenter Krankheitserreger der
korrekte Antibiotika - Einsatz ist. Eine wichtige Initiative im Sinne des richtigen
Antibiotikaeinsatzes, stellt das laufende und vom BMAGS initiierte Antibiotika -
Strategie - Projekt (ABS - Projekt) dar, bei dem Krankenanstalten eingeladen werden,
Expertenhilfe in Anspruch zu nehmen und diesen Sektor des ärztlichen Handelns
bewußter, nämlich im Sinne der heutigen Kenntnisse über Nutzen und Gefahren der
Antibiotika zu strukturieren.
Im Rahmen des Antibiotika - Strategie(ABS) - Projektes wurden sog. „Leitlinien zur
Weiterentwicklung der Antibiotika - Kultur in Krankenanstalten“ erstellt und
allen österreichischen Krankenanstalten zur Verfügung gestellt.
Zielsetzung der Leitlinien ist es, österreichischen Krankenanstalten eine Arbeitshilfe
zur Weiterentwicklung der Antibiotika - Kultur zur Verfügung zu stellen und Projekte
zur Optimierung des Antibiotika - Einsatzes zu initiieren.
Zu Frage 5:
Der Begriff "Rahmenstammpersonal" ist mir nicht geläufig.