53/ABPR XX.GP
Die Abgeordneten Dr. Brigitte Povysil und Genossen haben am 21. April 1999 an den Präsi -
denten des Nationalrates eine schriftliche Anfrage betreffend das Jahr - 2000 Problem oder
„Y2K“ in der Bundesverwaltung gerichtet, die folgenden Wortlaut hat:
1. Wurden die Ihrem Zuständigkeitsbereich unterliegenden Rechenzentren (z.B. Bundes-
rechenzentrum, Großrechner der Sozialversicherungen) bzw. die dort oder in anderen
Organisationseinrichtungen Ihres Ressorts eingesetzte Hard- und Software, (z.B.
Hightech - EDV und sonstige elektronische Geräte wie vergleichsweise in Spitälern
eingesetzte Apparate) auf ihre Jahr - 2000 - TaugIichkeit getestet? Wenn ja, wann, wie
und mit welchem Ergebnis? Wenn nein, warum nicht?
2. Ist auch die technische Infrastruktur dieser Anlagen Jahr 2000 tauglich? Wenn nein,
warum nicht? Wenn ja, wann und wie wurde dies überprüft?
3. Wurden die potentiellen Auswirkungen des Jahres 2000 in Planungen einbezogen?
Wenn ja, wann und in welcher Form? Wenn nein, warum nicht?
4. Sind auch die Anlagen und die damit verbundenen Systeme in dislozierten bzw. Be -
triebsgebäuden/Außenstellen Y2K tauglich? Wann, wie und mit welchen Ergebnissen
wurde die Überprüfung vorgenommen? Wenn nein, warum nicht?
5. Wurden Büromaschinen und anderes technisches Gerät getestet und wenn möglich
angepaßt? Wenn ja, mit welchen Ergebnissen? Wenn nein, warum nicht?
6. Wurden die Sicherheitsanlagen in Ihrem Bereich geprüft? Wenn ja, welche und mit
welchen Ergebnissen? Wenn nein, warum nicht?
7. Wurden die Kommunikationsanlagen getestet? Wenn ja, welche und mit welchen Er -
gebnissen? Wenn nein, warum nicht?
8. Welche Geschäfts - und Kooperationspartner sind Ihnen aus Ihrem Bereich bekannt,
die nicht Jahr - 2000 - fähig sind und die Umstellung auch in einem angemessenen Zeit -
raum nicht schaffen werden? Wenn ja, welche Überlegungen haben Sie, um negative
Auswirkungen in Ihrem Bereich durch den kurzfristigen Ausfall von Vertragspartnern
zu vermeiden?
9. Wurden alternative Angebote für den Fall eingeholt, daß Geschäfts - und Koopera -
tionspartner vorgegebene Termine nicht einhalten können? Wenn nein, warum nicht?
10. Wurde in allen einschlägigen Verträgen, die über den Jahreswechsel hinaus gelten,
die erfolgreiche Bewältigung dieses Problems vereinbart? Wenn nein, warum nicht?
11. Wurde in Ihrem Bereich ein Risikomanagement - Programm (RMP) festgelegt? Wenn
ja, welchen Inhalt hat es und seit wann wird dieses Programm betrieben? Wenn ja,
wie? Wenn nein, warum nicht?
12. Wurde ein Zeitplan für die Durchführung und Beendigung des RMP Ihres Bereiches
aufgestellt? Wenn ja, welchen Inhalt er? Wenn nein, warum nicht?
13. Sind alle Außenstellen sowie sonstige dislozierte Stellen im RMP berücksichtigt wor -
den? Wenn nein, warum nicht?
14. Sind Ihnen alle Jahr - 2000 - Risiken, die im Zusammenhang mit der Infrastruktur Ihres
Bereiches bestehen können, bekannt? Wenn ja, welche sind diese Ihrer Meinung
nach? Wenn nein, warum nicht?
15. Wurden Alternativen gefunden auf die im Falle einer Störung von Teilen der Infra -
struktur zurückgegriffen werden kann? Wurden dabei potentielle Risiken auf den ge -
samten Prozeßablauf berücksichtigt? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum nicht?
16. Wurden Y2K - Verträge mit allen Anwendern geschlossen, die diverse vernetzte und
interaktive Systeme unterstützen? Wenn ja, nach welchen Kriterien? Wenn nein,
warum nicht?
17. Wurden alle Y2K - Risiken mit Datenträgern und Anwendungen in Betracht gezogen?
Konnten Fehler beseitigt werden? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?
18. Entspricht der Ablauf des Tests der Y2K - Fähigkeit ihrer Partner Ihrem Zeitplan? Wann
ist die Deadline dafür? Wie sieht Ihr Zeitplan aus?
19. Konnten die Kombinationen von Jahr - 200 - spezifischen Ereignissen und Szenarien,
die potentiell Abläufe stören, identifiziert werden? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum
nicht?
20. Werden die vermeintlichen Y2K - Test - Checklisten regelmäßig aktualisiert? Wenn ja,
wie? Wenn nein, warum nicht?
21. Wird kontinuierlich versucht, Y2K - Probleme zu finden und werden angemessene
Aktionen gesetzt? Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?
22. Wurden für den Tag „Null“ Personal und Technologie eingeplant, die über die kritische
Phase helfen sollen (Check der eigenen Systeme, Netzwerke, der Öffentlichen Infra -
struktur, Telekommunikation u.a.)? Wenn ja, in welcher Form? Welche voraussicht -
lichen Kosten werden dadurch entstehen? Wie sind diese Kosten bedeckt? Wenn
nein, warum nicht?
23. Wurden alte EDV - Anwendungen, welche über das Jahr 2000 hinaus in Betrieb sein
werden, hinsichtlich der Datumsverarbeitung überprüft und nötigenfalls umgestellt?
Wenn ja, welche
und wie umgestellt? Wenn nein, warum nicht?
24. Wurden etwaige Verbindungen zu anderen Systemen im einzelnen und dann im ge -
samten geprüft? Wenn nein, zu welchen nicht und warum? Wenn ja, zu welchen, wie
und mit welchen Ergebnissen?
25. Wurden auch Datenbestände, die von Dritten stammen oder eingespielt werden,
überprüft? Wenn ja, welche, wie und mit welchen Ergebnissen?
26. Wurden Programme, deren Quellcode nicht mehr verfügbar ist, aus den bestehenden
Systemen ausgeschieden? Wenn ja, um welche handelt es sich hierbei? Welche
Alternativprogramme wurden angeschafft mit welcher Funktionalität? Wenn nein,
warum nicht?
27. Die Finanzierung der Umstellung betrifft eine zu den Verwaltungsaufwendungen zäh -
lende Aufgabe, die erforderlichen Aufwendungen sind daher aus dem laufenden Bud -
get zu finanzieren. Welche Gelder und Personalressourcen wurden und werden hierfür
aufgewendet werden?
28. Wurden auch entsprechende Tests hinsichtlich des Schaltjahres im Februar 2000
durchgeführt? Wenn ja, nach welchen Kriterien? Wenn nein, warum nicht?
29. Wurde für die Testlaufprogramme die dezentrale Verwaltung kurzerhand außer Kraft
gesetzt um eine zentrale Testplanung und Ablauf zu ermöglichen? Wenn nein, warum
nicht?
30. Welche überregionalen Strategien und internationale Zusammenarbeit wurden oder
werden bei Jahr 2000 - Lösungen angewendet? Wenn ja, welche? Wenn nein, warum
nicht?
Ich beantworte diese Anfrage wie folgt, wobei ich nicht verhehle, daß ich mich bei vielen
Details auf die Auskünfte sachkundiger Mitarbeiter verlasse.
Zu Frage 1:
Schwerpunkt der Aktivitäten der EDV - Abteilung der Parlamentsdirektion sind derzeit Nach -
forschungen über die Jahr - 200 - Fähigkeit der eingesetzten Hard - und Standardsoftware. Die
Parlinkom - Zentralserver wurden noch nicht getestet, da bekannt ist, daß sie derzeit noch
nicht alle Jahr - 2000 fähig sind. Die notwendigen Software - Änderungen werden allerdings
noch im Frühsommer installiert werden und es wird ein Detail - Test gefahren werden. Nach
dem Überarbeiten aller für die Zwecke der Parlamentsdirektion erstellten Individual - Software
sowie der Neuinstallation aller Client - PCs wird - voraussichtlich Mitte bis Ende September -
ein Jahr - 2000 - Test des gesamten Systems durchgeführt werden.
Der In der Abteilung Literaturdokumentation aufgestellte Siemens - Rechner mit dem darauf
laufenden Datenbank - System Golem wurde bereits von der Herstellerfirma Jahr - 2000 - fähig
gemacht.
Im Bereich des Parlaments gibt es keinerlei Einrichtungen mit einem hohen Gefährdungs -
Potential, wie es z.B. in Krankenhäusern vorkommt. Ein allenfalls übersehenes Jahr - 2000 -
Problem, das dadurch behoben wird, daß der betreffende Teil der Anlagen am 1. Jänner
2000 neu gestartet werden muß, wäre zwar bedauerlich, aber doch - im Vergleich zu Spitä -
lern und ähnlichen Einrichtungen, wo Menschenleben von dem korrekten Funktionieren ab -
hängen - vernachlässigbar.
Dessen ungeachtet wird die EDV - Abteilung der Parlamentsdirektion am 1. Jänner 2000 so
besetzt sein, daß auf allfällige Probleme rasch reagiert werden kann.
Zu Frage 2:
Für alle zugekauften Hard - und Software - Komponenten der zentralen Bestandteile von Par -
linkom, so auch für die unterbrechungsfreien Stromversorgungen, existieren Wartungsver -
träge und schriftliche Hersteller - Garantien. Da noch einige Upgrades zu erfolgen haben, ist
der Gesamt - Test der Anlagen für September 1999 geplant.
Zu Frage 3:
Die für die zur Erlangung der Jahr - 2000 - Fähigkeit notwendigen Programmier - Arbeiten zur
Überarbeitung der Individual - Software wurden bereits im Rahmen des Entwicklungs - Plans
von Parlinkom mit 20 Personen - Tagen Aufwand abgeschätzt und schriftlich bestellt.
Zu Frage 4:
Zur Anbindung des Gebäudes Schenkenstraße ist derzeit ein Router - Paar in Verwendung,
das 1992 beschafft wurde und nicht Jahr - 2000 - fähig ist. Dieses Router - Paar wird schon
wegen seiner nunmehr zu geringen Verarbeitungs - Kapazität rechtzeitig ausgetauscht wer -
den.
Zu Frage 5:
Die von der Parlamentsdirektion angekauften/geleasten Büromaschinen (wie Schreib -
maschinen, Rechenmaschinen, Registrierkassen, etc.), die technischen Geräte (wie Fax,
Kopierer, Videorecorder, Fernseher, etc.) und Mobiltelefone sind nach Rücksprache mit den
Liefer/Herstellungsfirmen Jahr - 2000 - tauglich.
Zu Frage 6:
Die technischen Sicherheitsanlagen wurden auf ihre Jahr - 2000 - Tauglichkeit geprüft; dies
betrifft die Brandmeldeanlagen, die Videoüberwachungsanlagen, die Bewegungsmelder so -
wie die der Parlamentsdirektion zurechenbaren Alarmanlagen, sodaß in diesem Bereich
keine Probleme zu erwarten sind.
Nach Rücksprache mit den Liefer/Herstellungsfirmen sind auch die in der Sicherheitsabtei -
lung eingesetzten Programme (wie z.B. Wächterprotokoll, Torprotokoll, etc.) Jahr - 2000 - taug -
lich.
Darüber hinaus gibt es in diesem Bereich noch andere nicht datumsgesteuerte technische
Anlagen, wie z.B. TUS - Alarme, Aufzeichnungsgeräte, etc., auf die die in der Anfrage ange -
führte Problemstellung nicht zutrifft.
Zu Frage 7:
Nach Rücksprache mit den in Frage kommenden Liefer/Herstellungsfirmen ist die Funk -
tionstüchtigkeit sämtlicher Kommunikationsanlagen im Parlamentsgebäude und in den
Nebengebäuden über den Datumssprung auf den 1. Jänner 2000 und darüber hinausgehend
gewährleistet. Dies gilt im besonderen auch für die im Einsatz befindliche Telefonanlage.
Zu Frage 8:
Der Parlamentsdirektion sind keine Geschäftspartner bekannt, welche nicht Jahr - 2000 - fähig
sind. Allerdings sind derzeit keine Lieferaufträge mit Lieferdatum im ersten Quartal 2000 ge -
plant. Bei den Dienstleistungsaufträgen (hauptsächlich Erbringung von Entwickler - und Be -
ratungsleistungen im EDV - Bereich) kann davon ausgegangen werden, daß ein allfälliges
Jahr - 20 - Problem, z.B. in der Buchhaltung des Geschäftspartners, die kontinuierliche Er -
bringung dieser Dienstleistungen nicht berührt.
Zu Frage 9:
Derzeit sind keine Lieferaufträge für das Jahr 2000 geplant. Im übrigen verweise ich auf
meine Antwort zu Frage 8
Zu Frage 10:
In den mit verschiedenen Vertragspartnern eingegangenen Software - Wartungsverträgen
wurde das Jahr - 2000 - Problem nicht explizit erwähnt. Dazu ist aber festzuhalten, daß das
Jahr - 2000 - Problem im Grunde ein Zählerüberlauf - Problem ist, wie es auch in vielen anderen
Zusammenhängen bzw. an vielen anderen Stellen in großen Programmsystemen auftreten
kann und daher wie jeder andere Planungs - oder Programmierfehler behandelt wird. In den
Fällen, in denen die notwendigen Programmierarbeiten nicht einer Vielzahl von Kunden zu -
gute kommen, wie es etwa bei Betriebssystem - Patches oder Datenbanksystem - Upgrades
der Fall ist, sondern wo Programme im Auftrag des Parlaments erstellt wurden, wurden die
notwendigen Überprüfungs - bzw. Umstellungsarbeiten separat beauftragt (wie bereits in der
Antwort zu Frage 3 erwähnt).
Im sonstigen Bereich der Parlamentsdirektion gibt es keine Verträge, mit denen ein Gefah-
renpotential im Zusammenhang mit dem Jahr 2000 verbunden ist.
Zu Frage 11:
Nein, denn alle auftretenden Risken sind als gering anzusehen.
Zu Frage 12:
Siehe Antwort zu Frage 11.
Zu Frage 13:
Siehe Antwort zu Frage 11
Zu Frage 14:
Das zentrale System der EDV - Abteilung der Parlamentsdirektion hängt von Energieversor -
gung und Kühlung ab. Eine weitere Abhängigkeit ergibt sich durch die von der Post ange -
mieteten Standleitungen, mit denen insbesondere das Gebäude Schenkenstraße versorgt
wird. Sowohl die unterbrechungsfreie Stromversorgung der EDV - Abteilung als auch die von
der Abteilung Gebäudeverwaltung betriebene USV - Anlage sind Jahr - 2000 - fähig. Auch von
den Kühlaggregaten kann dies angenommen werden, da diese Geräte keinerlei Datums - An -
gaben mitführen.
Die sonstigen Infrastruktur - Leistungen (wie etwa Versorgung mit Strom, Gas, Wasser, Fern -
wärme etc.) erfolgen durch Unternehmen der öffentlichen Hand. Es kann davon ausgegan -
gen werden, daß deren Leistungen durch den Jahreswechsel 1999/2000 nicht beeinträchtigt
werden. Überdies darf ich darauf hinweisen, daß - selbst bei Eintreten eines Versorgungs -
problemes - dies voraussichtlich den Betrieb der Parlamentsdirektion nicht negativ beein -
flussen wird, da dieser Jahreswechsel auf ein Wochenende fällt. Der nächste Arbeitstag ist
somit der 3. Jänner 2000, sodaß genügend Zeit zur Behebung eines eventuell aufgetretenen
Problems besteht.
Zu Frage 15:
Sollte eine Störung der Stromversorgung durch die Wiener Stadtwerke eintreten, so steht im
Parlaments - Hauptgebäude und in den beiden Gebäuden Reichsratsstraße 1 und 9 eine
leistungsfähige unterbrechungsfreie Stromversorgung zur Verfügung. Hinsichtlich der son -
stigen Infrastruktur - Leistungen verweise ich
auf meine Ausführungen zu Frage 14.
Zu Frage 16:
Die Parlamentsdirektion hat keine Anwender, mit denen sie Verträge schließt. Aller Daten -
austausch geschieht entweder mittels Internet - Technologie (Browser, FTP, Telnet), oder mit
Terminal - Emulationsprogrammen. Erstere sind Standard - Programme, deren Funktionstüch -
tigkeit dadurch gesichert werden kann, daß die letztgültige Version eingesetzt wird; die er -
wähnten Terminal - Emulationsprogramme arbeiten nicht mit Datums - Angaben, so daß sich
die Frage der Jahr - 2000 - Fähigkeit nicht stellt.
Zu Frage 17:
Es gibt in der Parlamentsdirektion keine „ausgelagerten“ Daten, die nicht im Produktions -
betrieb stehen. Es werden keinerlei strukturierte Daten mit Hilfe von Datenträgern ausge -
tauscht. Nur der Austausch von Text - und Tabellen - Kalkulationsdokumenten, wie etwa
Winword - Dokumenten und Excel - Sheets, wird durchgeführt. Die innerhalb dieser Dokumente
verwendeten Datums - Formate sind Sache der Endbenutzer und können von der EDV - Ab -
teilung der Parlamentsdirektion nicht beeinflußt werden.
Zu Frage 18:
Im Hinblick auf Partner, mit denen regelmäßig Daten ausgetauscht werden (z.B. über Daten -
träger, siehe Frage 17) - bei anderen Geschäfts- und Kooperationspartnern siehe Beant -
wortung der Frage 8 -, ist der einzige Partner, mit dem regelmäßig Daten in „strukturierter“
(d.h. so festgelegter, daß Programme den Inhalt auswerten können) Form via Internet aus -
getauscht werden, die Austria Presse Agentur. Zweck des Daten - Transfers ist das für die
Dauer von 30 Tagen gestattete Evidenthalten der Meldungen der Austria Presse Agentur.
Das von den Programmen ausgewertete Tages - Datum der Meldung hat nur eine zweistellige
Jahreszahl. Eine entsprechende Modifikation jenes Programmes, das die APA - Daten über-
nimmt und in die Parlinkom - Datenbank einträgt, ist bereits erfolgt. Alle anderen in der Praxis
vorkommenden Datenaustausche geschehen über standardisierte Anwendungen, z.B. mit -
tels E - Mail übermittelte Excel - Dateien. Dort kann die Wahl des richtigen Datums - Formates
vom Endbenutzer, nicht aber von der EDV - Abteilung beeinflußt werden.
Zu Frage 19:
Aufgrund der Tatsache, daß in Parlinkom in möglichst hohem Ausmaß Standard - Produkte
wie weit verbreitete Textverarbeitungs - Systeme und Datenbank - Systeme eingesetzt werden,
sind Szenarien, in denen Schlüsselkomponenten nicht funktionieren, eigentlich nicht vor -
stellbar.
Die sonstigen im Bereich der Parlamentsdirektion eingesetzten technischen Geräte sind so
gestaltet, daß nicht mit Problemen zu
rechnen ist.
Zu Frage 20:
Wenn auch im Bereich von Parlinkom systematische Jahr - 2000 - Tests noch nicht sinnvoll
sind, weil viele Software - Komponenten erst im Sommer auf den Letztstand gebracht werden
können, so werden doch alle von verschiedenster Seite vorgeschlagenen Jahr - 2000 - Check -
listen (z.B. aus dem Internet, von Körperschaften öffentlichen Rechts wie der Wirtschafts -
kammer usw.) gesammelt und auf ihren Inhalt Bedacht genommen.
Hinsichtlich der sonstigen Geräte verweise ich auf meine Antwort zu Frage 19.
Zu Frage 21:
Es werden regelmäßig für alle in Parlinkom eingesetzten Produkte die Hersteller - Mitteilungen
überwacht und auf Aussagen zur Jahr - 2000 - Fähigkeit hin überprüft. Die aufgrund dieser
Mitteilungen bzw. zur Verfügung gestellten Software - Updates werden bis Anfang September
1999 erfolgen. Danach ist ein Gesamt -Test geplant.
Die sonstigen technischen Geräte erfordern keine spezifischen Aktionen im Sinne der
Fragestellung.
Zu Frage 22:
Im Rahmen von Parlinkom ist ein Neustart aller Systeme am Neujahrstag geplant. Alle not -
wendigen Überprüfungen bezüglich der Funktionstüchtigkeit des Gesamtsystems werden
danach von der Betreuungs - Mannschaft der EDV - Abteilung der Parlamentsdirektion durch -
geführt werden. Es ist mit Mehrkosten in der Größenordnung von zwei bis fünf Personen -
Tagen zu rechnen. die im Rahmen von Dienstleistungsverträgen abgedeckt sind.
Hinsichtlich der sonstigen technischen Geräte verweise ich auf meine diesbezüglichen Aus -
führungen zu den Fragen 19 bis 21.
Zu Frage 23:
Im Sinne der Fragestellung gibt es keine „alten“ EDV - Anwendungen im Bereich der Parla -
mentsdirektion. Alle Anwendungen, die Daten speichern, tun dies entweder innerhalb des
Datenbank - Systems oder innerhalb von Text - bzw. Tabellen - Kalkulations - Dokumenten. Wie
bereits erwähnt, werden die datenbank - nahen Anwendungen noch einer Überprüfung unter -
zogen.
Zu Frage 24:
Verbindungen zu anderen Systemen erfolgen derzeit entweder über das Internet (FTP,
Telnet, Browser), wobei nur die Meldungen der Austria Presse Agentur automatisiert weiter -
verarbeitet werden. Rein technisch gesehen
beinhalten FTP - bzw. Telnet - Verbindungen
keine Datums - Angaben, so daß diese nicht vom Jahr - 2000 - Problem berührt werden. Die
übermittelten Inhalte, etwa bei Datenbank - Abfragen, müssen vom Endbenutzer interpretiert
werden. Eine systematische Prüfung der verschiedenen angebotenen Datenbanken in bezug
auf die Angabe von vierstelligen Jahreszahlen wurde daher nicht durchgeführt.
Zu Frage 25:
Es werden keine von Dritten stammende Datenbestände eingespielt.
Zu Frage 26:
In Parlinkom kommen keine Programme zum Einsatz, die vom Parlament beauftragt wurden
und deren Quell - Code nicht verfügbar wäre. Als Standard - Applikation wurde bis vor kurzem
das Textverarbeitungs - System Office eingesetzt, von dem keine Quell - Codes zur Verfügung
stehen. Dieses wurde aber mit der Umstellung auf die SUN Solaris - Rechner und der Client -
Server - Logik (d.h. der Ersatz von Terminals durch PCS) außer Betrieb genommen. Es wurde
aus Benutzer - Sicht daher durch das Produkt Winword ersetzt.
Zu Frage 27:
Die Zahl der Personen - Tage, die für die Umstellungs - Arbeiten an der Individual - Software
vorgesehen sind, wurde mit 20 Personen - Tagen Aufwand abgeschätzt. Das Auswechseln
der (kostenlos oder im Rahmen von Software - Wartungsverträgen) zur Verfügung stehenden
Standard - Software wird im Rahmen des normalen Supports durchgeführt. Weitere Aufwen -
dungen dürften im Bereich der Parlamentsdirektion nicht erforderlich sein.
Zu Frage 28:
Die Fähigkeit des Datenbank - Systems Orade mit dem Schalttag im Jahr 2000 richtig umzu -
gehen, wurde bereits getestet. Die im Rahmen der Ausschreibung neu erworbenen PCs sind
garantiert Jahr - 200 - fähig; damit ist auch der richtige Umgang mit dem Schalttag garantiert.
Bei jenen PCs, die erst durch Austausch des BIOS Jahr - 2000 - fähig gemacht werden müs -
sen, ist ebenfalls eine Überprüfung des Schalttages vorgesehen. Das Funktionieren des Ge -
samt - Systems wird beim im September stattfindenden Test ebenfalls für den Schalttag
mitüberprüft werden. Hinsichtlich der sonstigen In der Parlamentsdirektion verwendeten
technischen Geräte sind Tests nicht erforderlich.
Zu Frage 29:
Im Bereich der Parlamentsdirektion gibt es
keine dezentralisierte Verwaltung.
Zu Frage 30:
Als überregionale Strategie wird der Einsatz von WWW - Technologien angesehen (insbe -
sondere Datenzugriff mittels Browsern, Datenaustausch im HTML - Format udgl.).