4325/J XX.GP

 

ANFRAGE

Der Abg. Mag. Schweitzer, Lafer, DI Hofmann

und Kollegen

an den Bundesminister für Umwelt

betreffend Katalysatoren für Feste Brennstoffe

Die österreichische Volkswirtschaft erleidet pro Jahr Milliarden - Verluste durch Umwelt -

schäden. 20 Mio Tonnen Schadstoffe werden jährlich in Österreich produziert. Um eine

unsaubere und schadstoffbelastete Luft hintanzuhalten und die negativen Auswirkungen auf

die Gesundheit der Umwelt und des Menschen zu reduzieren, wurde der Rauchgaskatalysator

für den Hausbrand entwickelt. Durch die positiven Erfahrungen der Ausrüstungsverpflichtung

von Katalysatoren für Neuwagen wurde der Einsatz des Katalysators erweitert: Das Gerät zur

Abgasreinigung kann in Kachelöfen, Kochherden, Kachelkaminen, Festbrennstoff - Heiz -

kesseln, Etagen - Heizungen und anderen kleineren Feuerungsanlagen, Backöfen sowie in

Gewerbe und Industrieöfen stattfinden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt werden:

Während 80 % des Abbrandes müssen Temperaturen von 200 % C an der Stelle des Einbaues

gewährleistet sein, und der Katalysator darf keinen direkten Kontakt mit dem Feuer haben;

Der Zug im Kamin muß ohne Katalysator bei mittlerer Abbrandgeschwindigkeit mindestens

2,0 mmWS betragen;

Der Sauerstoffüberschuß im Rauchgas muß mindestens 5 % Vol. betragen;

Nur Feste Brennstoffe dürfen verheizt werden (etwa Holz, Holzspäne, Sägespäne, Hobel -

späne, Hackschnitzel, Baumrinde, Torf, Stroh, Kohle, Briketts, aber auf keinen Fall beschich -

tete, imprägnierte, lackierte oder anderweitig chemisch behandelte Holzarten).

Schon 1987 erteilte der TÜF - Bayern dem Katalysator durch ein positives sicherheits - und

funktionstechnisches Gutachten grünes Licht. Die Wirksamkeit der Schadstoffreduzierung

wurde u.a. vom Landesamt für Umweltschutz Baden - Württemberg, dem Amt für Lufthygiene

der Stadt Zürich und dem Institut für Verfahrenstechnik und Technologie der Brennstoffe an

der Technischen Universität Wien nachgewiesen.

Die Vorteile des Katalysators liegen auf der Hand:

a) Verminderung der Kohlenmonoxid - und unverbrannten Kohlenwasserstoffemissionen bis

zu 90 %

b) Verminderung des Ausstoßes von Staub, Ruß und Teer bis zu 50 %

c) Verminderung von Rauch - und Geruchsbelästigung

d) Verhinderung von Versottung und Beschädigungen am Rauchfang

C) ca. 6 % Energieeinsparung durch Verwendung der Katalysator - Abwärme

f) Erziehung zu umweltfreundlichem Heizen.

Durch verbotenes Verbrennen von z.B. Kunststoffen, behandelten Hölzern usw. kann der

Katalysator irreversible Schäden erleiden.

Altöfen könnten umgerüstet werden, neue Öfen sollten ausschließlich mit Rauchgaskatalysa -

toren für den Hausbrand hergestellt werden. Bei sachgemäßer Bedienung der Feuerstätte hat

der Katalysator eine garantierte Lebensdauer von 6.000 Betriebsstunden.

Die Preise für Festbrennstoffabgaskatalysatoren belaufen sich auf zwischen ca. 10.000 und

30.000 S, je nach Typ und Durchmesser.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher an den Bundesminister für Umwelt folgende

Anfrage:

1. In welcher Weise forcieren Sie den Einsatz von Katalysatoren für Feste Brennstoffe?

2. Was wurde bisher gemacht, um den Einsatz von Katalysatoren für Feste Brennstoffe, der

nachweislich zu Emissionsreduktionen führt, zu fördern?

3. Wie sehen die Bauartzulassungsmodalitäten im Detail aus?

4. Wieviel Prozent der in Österreich vorhandenen Feuerungsanlagen für Feste Brennstoffe

sind mit Katalysatoren ausgestattet?

5. Inwieweit wollen Sie die für den privaten Bereich vorhandenen Kleinanlagen, die sich

häufig als starke Schadstoffemittenten darstellen, auf Katalysatoren umrüsten?

6. Welche Steuerungsinstrumente wollen Sie dabei einsetzen?

7. Warum wurden die Rauchgaskatalysatoren für den Hausbrand nicht zeitgleich mit den

Katalysatoren für Neuwagen forciert?

8. Welche österreichischen Firmen sind fähig, vorhandene Feuerungsanlagen mit Katalysa -

toren auszustatten?

9. Welche österreichischen Firmen können Neuöfen, die mit Katalysatoren ausgestattet sind,

herstellen?

10.Warum wird trotz der Betonung des Umweltschutzgedankens noch mit der Katalysator -

Verpflichtung für Feste Brennstoffe zugewartet?

11.Inwieweit würden sich die Anschaffungskosten für derartige Öfen, die mit Katalysatoren

ausgestattet sind, erhöhen?

12.Welche Förderungsmaßnahmen könnten Sie sich vorstellen, um dem Konsumenten, der

sich für den Kauf umweltfreundlicher Produkte entscheidet, finanziell zu helfen?

13.Wie hoch schätzen Sie das Einsparungspotential ein, das durch die umweltfreundlicheren

Produkte erreicht werden könnte, indem volkswirtschaftliche Kosten durch die Beseitigung

von Umweltschäden reduziert werden könnten?