4397/J XX.GP
der Abgeordneten Peter, Partnerinnen und Partner
an die Bundesministerin für Arbeit und Soziales
betreffend Personalmangel im Bereich des Tourismus in Vorarlberg in der
Wintersaison 1997/1998
In der Wintersaison 1997/1998 herrschte akute Personalnot in verschiedenen Hotels
in Vorarlberg und Salzburg. Viele Hotels konnten deshalb ihre Kunden nicht optimal,
oder nur unter erschwerten Bedingungen bedienen. Weder Arbeitskräfte aus
anderen Bundesländern - mangels Vermittlung durch das Arbeitsmarktservice -
noch die Anstellung von Ausländern - wegen der strikten Kontingentierung -
konnten Abhilfe schaffen.
Dabei war diese Situation durchaus vorauszusehen. In einem Schreiben der
Wirtschaftskammer Vorarlberg, Sektion Freizeit und Tourismus, vom 17.12.1997
wurde Bundesministerin Hostasch auf die Personalknappheit hingewiesen und
Maßnahmen von ihrer Seite urgiert. Schon zuvor war ein Antrag auf
Sonderkontingentierung an Arbeitsbewilligungen für Ausländer gestellt worden.
In einem Schreiben eines Hoteliers aus Lech am Arlberg, ebenfalls vom 17.12.1997,
wurde die Bundesministerin für Arbeit und Soziales auf die Nicht - Vermittlung von
Arbeitslosen aus anderen Bundesländern hingewiesen.
Auch der Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice Vorarlberg bestätigte
Anfang Dezember 1997, daß es Probleme mit der Vermittlung von Arbeitslosen aus
anderen Bundesländern gab. Dem prekären Mangel an Arbeitskräften in Vorarlberg
stand laut Auskunft des Landesgeschäftsführers des AMS Vorarlberg eine große
Zahl von Arbeitslosen in anderen Bundesländern gegenüber. Die AMS - Stelle in
Bludenz bestätigt diese Sachlage.
Da trotz zahlreicher Hinweise eine Problemlösung nicht möglich war deutet auf
strukturelle Probleme im Bereich des Arbeitsmarktservice im Zusammenhang mit
Vermittlung von Arbeitslosen hin.
In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten folgende
Anfrage
1. Welche Maßnahmen haben Sie in Reaktion auf das Schreiben der Sektion
Freizeit und Tourismus der Wirtschaftskammer
Vorarlberg vom 17.12.97 gesetzt?
2. Warum konnten bei einem Arbeitskräftemangel in Vorarlberg und gleichzeitiger
relativ hoher Arbeitslosigkeit von touristischen Fachkräften in den anderen
Bundesländern die offenen Stellen in Vorarlberg nicht besetzt werden?
3. Sind Ihnen Hindernisse hinsichtlich der Vermittlung von Arbeitsuchenden in
andere Bundesländer bekannt? Wenn ja, welche?
4. Auf welcher Grundlage werden die Saisonnier - Kontingente erstellt?
5. Ist es aus Ihrer Sicht denkbar, angesichts schwer aufzufüllender Personallücken
die Kontingentierung für Arbeitsbewilligung für Ausländer (Saisonniers) flexibler
zu gestalten? Wenn nein, warum nicht?