4420/J XX.GP

 

der Abgeordneten Dr. Povysil, Scheibner, Mag. Haupt

und Kollegen

an Frau Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales

betreffend Katastrophenschutz und Bundesheer

Aus Anlaß der durchgeführten Besichtigung des „Vorzeige“ Katastrophen -  und

Feldspitals VOREIN (Vorbereitete Einheiten) am Freigelände der Van Swieten

Kaserne(HSP und in Anbetracht der bekannten Anschaffungskosten von 88 Mio. ÖS

sowie der Ausführungen des Rechnungshofes Zl 3700 - Pr/8/95, Zl 1100 - Pr/8/97 und Zl

800 - Pr/8/98 stellen sich auch in medizinischer Hinsicht einige Fragen für den

Zivilbereich.

Mann, Material und Logistik sowie adäquate Ausbildung wären vorhanden und wurden

bereits durch den Steuerzahler gezahlt. Durch einen Unkostenbeitrag könnten so

gewisse Dienstleistungen in den obengenannten Bereichen kostengünstiger genutzt

werden und so auch den medizinischen Einsatzmöglichkeiten des Heeres im Sinne des

Schutzes nach Innen Rechnung getragen werden.

Am Beispiel des HSP (Heerespitales) und dessen Standort, bestehen Bestrebungen der

Stadt Wien zur Öffnung des Spitals für den Zivilbereich um so den bald notwendig

werdenden Bau eines zusätzlichen Spitals aufgrund der starken Siedlungstätigkeit in

diesem Bereich budgetneutral für Land und Bund zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang stellen die unterfertigten Abgeordneten

an Frau Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales

folgende

ANFRAGE:

1. Wieso kann bis dato, trotz des Willen der diversen Katastrophenhilfsdienste (Rotes

Kreuz, Feuerwehr, u. a.), die Zusammenarbeit (in Synergie Mann und Ausrüstung)

mit Bundesheer und damit auch kostenneutralen Ergänzungen für den

Katastrophenschutz, nicht regulär und auf Dauer stattfinden?

2. Aufgrund des Grundsatzes der Freiwilligkeit der teilnehmenden BH (Bundesheer) -

Einheiten im Katastrophenschutz besteht ein Problem beim Personalgrundstock:

Gedenken Sie eine effektive Ergänzung durch ziviles Fachpersonal welches dem

Katastrophenschutz Rechnung tragen würde zu befürworten? Wenn nein, warum

nicht?

3. Können Sie sich eine konkrete Ergänzung des VOREIN Feldspitals mit dem im

Katastrophenlager des Roten Kreuzes befindlichen mobilen Feldspital (Kapazität

von 120 Betten) im Rahmen des österreichischen Katastrophenschutzes vorstellen ?

Wenn nein, warum nicht? Wenn Ja, wie?

4. Welche ähnliche Einrichtungen außer der in Frage drei genannten gibt es in

Österreich noch?

5. Gedenken Sie in Zukunft den Bereich der Medizin im Bundesheer auch für die

Zivilbevölkerung zu öffnen? Wenn nein, warum nicht? Wenn Ja, welche

Bestrebungen haben Sie?

6. Wenn eine tarifliche Regelung mit den Krankenkassen und die Rückvergütungen

widmungsgemäß dem BMLFV/ jeweilige Sanitätseinheit direkt zukommen würde

und nicht der Finanzprokuratur, können Sie sich dann eine größere Öffnung in den

Zivilbereich vorstellen? Haben sie diese Möglichkeit bereits mit Ihrem Amtskollegen

im Bundesministerium für Landesverteidigung und im Bundesministerium für

Finanzen besprochen?

7. Aufgrund der österreichweiten schwerpunktmäßigen Aufteilung von

Heeresspitälern, gedenken Sie diese dem Zivilbereich zugänglich zu machen um so

sowohl auf Ebene des Bundes, der Länder und des Bundesheeres budgetneutrale

Tangenten zu bieten? Wenn nein, warum nicht? Welche Ersparnis schätzen Sie wäre

dies für das Gesundheitswesen?

8. Wie sehen Sie die Situation der Nichtrefundierung der Kosten von Erste Hilfe

Leistungen des Bundesheeres und somit ein Abgang aus deren Budget?

9. Wie sehen Sie die Möglichkeiten der konkreten Einbeziehung von medizinischen -

und Erste Hilfe Einheiten des Bundesheeres im Zivilbereich?

10. Am Beispiel des HSP (Heerespitales) und dessen Standort, bestehen Bestrebungen

der Stadt Wien zur Öffnung des Spitals für den Zivilbereich um so den bald

notwendig werdenden Bau eines zusätzlichen Spitals aufgrund der starken

Siedlungstätigkeit in diesem Bereich budgetneutral für Land und Bund zu

ermöglichen. Wie stehen Sie dazu? Welche Möglichkeiten sehen Sie?

11. Im Lichte einer etwaigen Öffnung dieser Spitäler werden Sie dann auch den

Großgeräteplan aktualisieren und so neuen Bedürfnissen Rechnung tragen?

12. Einerseits besteht ein Schwemme an medizinischen Fachpersonal, andererseits fehlt

es an Personal. Können Sie sich den Einsatz von medizinischen Fachpersonal aus

dem Bereich des Bundesheeres im Zivilbereich vorstellen? Unter welchen

Voraussetzungen?

13. In den Ländern werden, aus falschen Einsparungserwägungen gewisse

medizinischen Ausbildungsstätten geschlossen . Können Sie sich vorstellen, gewisse

Ausbildungen auch via der Sanitätseinrichtungen des Bundesheeres für den zivilen

Bereich als Ersatz, unter entsprechenden Unkostenbeiträge, anbieten zu können?