4589/J XX.GP
der Abgeordneten Dr. Brigitte Povysil, Mag. Haupt, DI Schöggl
und Kollegen
an die Frau Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales
betreffend Rückgang der Mutter - Kind - Paß (MKP) Untersuchungen
Auf unsere bereits mehrmals geäußerten Befürchtungen hin, daß die Kürzung der
Geburtenbeihilfe einen Rückgang an Mutter - Kind - Paß Untersuchungen mit sich
bringen werde, haben Sie gemeint, daß mit einer nach wie vor hohen
Inanspruchnahme des Vorsorgeangebotes für Mutter und Kind zu rechnen sei . Die
nun vorliegenden Zahlen bestätigen ihre optimistische Annahme aber leider nicht.
Auch Ihr Amtskollege Minister Bartenstein hat trotz Recall System bisher nicht die
gewünschten Ergebnisse erzielt.
Nach mittlerweile veröffentlichten Zahlen bzw. einem Vergleich der Untersuchungen
des ersten Quartals 1996 mit jenen des ersten Quartals 1997 ist österreichweit ein
Rückgang von 10,5 % an MKP Untersuchungen zu verzeichnen. Niederösterreich,
als größtes Bundesland, weist mit 14,2 % eines der höchsten Minus auf.
Dieses beunruhigendes Ergebnis wiegt um so schwerer, als dies offensichtlich
nicht zur Entwicklung eines gesellschaftlichen Bewußtseins zur gesundheitlichen
Vorsorge hin zeigt, welches immer mehr Mitbürger befähigt, Prävention und
Gesundheitsförderung nicht von oben verordnet zur Kenntnis zu nehmen, sondern
Teil des eigenen selbstbestimmten Handelns werden zu lassen.
Für die weitere Zukunft muß leider damit gerechnet werden, daß es keine
lückenlosen Untersuchungen von werdenden Müttern sowie Säuglingen und
Kleinkindern mehr geben wird. Vor allem aufgrund des fehlenden finanziellen
Anreizes werden, insbesondere sozial schwächere Bevölkerungsgruppen, die
erforderlichen Untersuchungen im Rahmen des MKP vernachlässigen.
Die unterfertigten Abgeordneten richten daher
an die Frau Bundesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales
folgende
ANFRAGE
1. Wie beurteilen Sie als Sozial - und Gesundheitsministerin das mittlerweile
ausgewiesene große Minus im Bereich der MKP Untersuchungen?
2. Welche Maßnahmen, abgesehen von dem Recall System Ihres Kollegen Minister
Bartenstein,
sind von Ihnen, als Reaktion auf diesen Rückgang, geplant?
3. Könnten Sie sich als kurzfristige Überbrückungsmaßnahme die Wiedereinführung
finanzieller Anreize zumindestens auf Landesebene vorstellen?
4. Werden Sie sich dafür einsetzen, daß die im Rahmen des Sparpaketes erfolgte
Kürzung der Geburtenbeihilfe wieder rückgängig gemacht wird, um die durch die
MKP Untersuchungen erzielten Erfolge im Bereich der Senkung der
Säuglingssterblichkeit sowie der Morbidität von Mutter und Kind erzielten Erfolge
nicht in Frage zu stellen?
5. Welche anteilige Kosten des sogenannten Recall System Ihres Amtskollegen
Minister Bartenstein trägt hievon Ihr Ministerium?