4716/J XX.GP

 

der Abgeordneten Haidlmayer, Freundinnen und Freunde

an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit & Soziales

betreffend Zulassung von VIAGRA

Kurz nach Einführung in den USA hat das Potenzmittel VIAGRA (Sildenafil) weltweit

bereits den Status einer Lifestyle - Droge. Der Vertrieb des verschreibungspflichtigen Mittels

entzieht sich jeder Kontrolle. Es kann leicht mit Hilfe virtueller “Ärzte” per Internet oder

über Kleinanzeigen, die in Tageszeitungen geschaltet werden, über die Schweiz bezogen

werden. So gelangt VIAGRA ohne ärztliche Untersuchungen an den Verbraucher. Gerade

dies ist aber angesichts der Risiken des Potenzmittels höchst gefährlich.

Von vielen Experten wird bemängelt, daß die Zahl der wissenschaftlichen Studien und

Veröffentlichungen bei weitem nicht so groß ist, wie man das von einem Medikament, das

für derartiges Aufsehen sorgt, erwarten sollte.

Die Erfassung unerwünschter Effekte außerhalb kontrollierter Studien bereitet besondere

Schwierigkeiten, selbst tödliche Anwendungsfolgen bleiben unerkannt, da die Einnahme

von Viagra oft der Partnerin und den Angehörigen verborgen bleibt.

Nach Veröffentlichungen sind in den USA seit der Zulassung von VIAGRA 30 Männer

nach der Einnahme gestorben, weiters werden als Nebenwirkungen auch Herzinfarkte und

Schlaganfälle angegeben.

Das renommierte Berliner Institut für Arzneimittelinformation empfiehlt ein Aussetzen der

Einführung in Europa, die im Herbst erfolgen soll. Dadurch entstünde ein Freiraum, in

kontrollierten Studien zu prüfen, wer wirklich von dem Mittel profitiert und wer davor

geschützt werden muss. Erst dann sollte über die Bedingungen des Inverkehrbringens und

über die Zulassung in Europa entschieden werden.

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgende

ANFRAGE:

1) Es gibt in Österreich bislang keine wissenschaftlichen Arbeit oder kontrollierte

Studien über die Anwendung des Potenzmittels VIAGRA. Halten Sie es in diesem

Zusammenhang vertretbar, daß VIAGRA bereits über die Schweiz, erhältlich ist,

bzw. im Herbst in der EU und daher auch in Österreich zugelassen werden soll?

2) Wie stehen Sie zu einem Aussetzen der Zulassung in Österreich, bis genügend

Erfahrungen in Studien über Anwendung und Nebenwirkungen gesammelt wurde?

3) Wie viele Ansuchen um Einfuhrbewilligung von VIAGRA haben die einzelnen

Landessanitätsbehörden bis jetzt erhalten?

4) Ist es in Österreich derzeit möglich, auch ohne Verschreibung eines Urologen

VIAGRA zu beziehen?

Wenn ja, was werden Sie dagegen unternehmen?

5) Wie werden derzeit jene Männer über die möglichen Nebenwirkungen und

Gegenanzeigen informiert, die VIAGRA über die Schweiz beziehen?

6) Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, daß es in Österreich nicht zu einer

unkontrollierten Einnahme von VIAGRA kommt?