4898/J XX.GP

 

                                                     ANFRAGE

 

der Abg. DI Schöggl, Dr. Graf, Dr. Grollitsch

an den Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr

 

betreffend Neutronen -  Zentrums Austron

 

Nach langjährigen Diskussionen und den damit verbundenen "Verschleißerscheinungen" hat

sich die Bundesregierung nach einer Empfehlung Empfehlung der European Science

Foundation (ESF) auf die Inangriffnahme des Projektes Neutronen - Zentrum “Austron”

geeinigt.

Das zweite von Österreich angestrebte Großforschungsprojekt zur Züchtung hochreiner

Kristalle  -  Eurocryst  -  scheint nunmehr  - nun endgültig verworfen zu werden.

Der Plan, die internationale Großforschungseinrichtung nach Österreich zu bringen stammt

aus dem Jahre 1990, wo es als Ziel der Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP in der

Regierungserklärung aufgenommen wurde und im Koalitionsübereinkommen aus dem Jahre

1996 erneuert wurde.

Der Kern des Großforschungsprojektes besteht aus einer Spallations - Neutronenquelle, mit der

Neutronenstrahlen erzeugt werden, wobei die Strahlen zur Erforschung von Festkörpern,

Flüssigkeiten und biologischen Strukturen eingesetzt werden.

Die durch Protonen erzeugten Strahlen werden auf Schwermetall - Platten geschossen. Für die

Realisierung soll ein Linear - und Ringbeschleuniger (Synchroton) mit einem Durchmesser

von 200 Metern eingesetzt werden, der im Vergleich zum Beschleuniger im europäischen

Kernforschungszentrum CERN in Genf mit einem Umfang von 27 Kilometern relativ klein

ist.

Als Standort für Austron ist der Großraum von Wiener Neustadt vorgesehen.

Gemäß des Ministerratsbeschlusses vom 20.8.1998 soll der ehemalige Außenminister Dr.

Peter Jankowitsch zum Koordinator dieses Projektes bestellt worden sein;

das Investitionsvolumen für Austron soll vier Milliarden Schilling betragen, wobei zwei

Drittel von ausländischen Partnern aufgebracht werden sollen.

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher an

den Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr

 

folgende

 

                                                             ANFRAGE

 

1. Welche Schritte werden seitens des Wissenschaftsministeriums gesetzt, um internationale

    Finanzierungsbeiträge zu lukrieren ?

 

2. Welche ausländischen Partner sollen angesprochen und werden und werden die

    Finanzierungskosten seitens der Bundesregierung vorfinanziert?

3. Wieviele neue Arbeitsplätze können durch das Projekt Austron geschaffen werden, bzw.

    mit welchen "Spin - off‘s" ist zu rechnen ?

 

4. Bis wann wird konkret mit den Arbeiten begonnen bzw. wann soll die erste Ausbaustufe

    von Austron abgeschlossen werden ?

 

5. Ist die definitive Standortwahl bereits getroffen ?

 

6. Wenn ja, wo wird "Austron" errichtet und welche Kriterien haben zu dieser

    Standortentscheidung geführt?

 

7. In welcher Form sind das Forschungszentrum Seibersdorf und andere österreichische

    Forschungseinrichtungen und Universitäten in die Realisierung des Projektes “Austron”

    eingebunden?

 

8. Wie wird nach Fertigstellung und Inbetriebnahme des Projektes die weitere Finanzierung

    erfolgen ? Zeigt die Feasibility - Study eindeutig, daß das Projekt längerfristig

    wirtschaftlich betrieben werden kann oder werden staatliche Zuschüsse aus den

    zukünftigen Budgets erforderlich sein ?

 

9. Wenn ja, in welcher Höhe?

 

10. Können die entsprechenden Mittel kurzfristig, z.B. aus dem Budget 1999 bereitgestellt

    werden, um unverzüglich mit dem Bau bzw. der Umsetzung des Projektes beginnen zu

    können, um nicht weitere Zeit zu verlieren?

 

11. Wird im Budget für das Jahr 2000 ein entsprechender Ansatz vorhanden sein ?

 

12. Ist dies mit dem Bundesminister für Finanzen bereits akkordiert?

 

13. Welche besonderen Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Strahlen -  oder

     Energieforschung bzw. welche Kontakte zu internationalen Unternehmen zeichnen Herrn

     Minister a.D. Dr. Jankowitsch aus, um die Koordination des Projektes erfolgreich

     voranzutreiben und die notwendigen ausländischen Finanzierungsquellen zu erschließen?

 

14. An welche Finanzierungsquellen ist im einzelnen gedacht?

15. Wird darauf bereits in der Feasibility - Study im Detail eingegangen ?

 

16. Welcher konkrete Zeithorizont wurde dem Koordinator vorgegeben ?

 

17. Die Vorbereitungen für “Eurocyrst” waren bereits sehr weit gediehen, so ließ der steirische     

      LH - Stellvertreter DDr. Schachner bereits bei der letzten Landtagswahl die erfolgreiche

      Realisierung des Projektes in der Steiermark plakatieren. Wird es in der Steiermark ein

      Kompetenzzentrum "Kristallforschung" geben?

 

18. Wie wird beim Projekt "Eurocyrst" weiter vorgegangen oder wird dieses Projekt endgültig

      ad acta gelegt?

 

19. Welche Kosten sind bisher für die beiden Forschungsprojekte "Eurocryst" und “Austron”

      aufgelaufen?

 

20. Gibt es derzeit Überlegungen hinsichtlich weiterer Großforschungsprojekte von

      europäischer Bedeutung, die in Österreich umgesetzt werden könnten ?

 

21. Wenn ja, welche?