4960/J XX.GP
ANFRAGE
der Abgeordneten Dr. Haider, Mag. Stadler, Ing. Meischberger
und Kollegen
an den Bundeskanzler
betreffend Reform der Presseförderung
Im Jahre 1998 muß der österreichische Steuerzahler 275 Mio. ÖS für die
Presseförderung aufbringen. Davon entfallen 165 Mio. ÖS auf die besondere
Presseförderung, 101 Mio. ÖS auf die allgemeine Presseförderung und nur 9 Mio. ÖS
auf die Journalistenausbildung. Durch diese antiquierte Form der Subventionsvergabe,
wie sie im Presseförderungsgesetz 1985 vorgesehen ist, sollen die Medien ruhiggestellt
werden, indem ihre hohe Abgabenlast teilweise ausgeglichen wird.
An der Vergabe der Förderungsmittel wirkt eine Presseförderungskommission mit, deren
Vorsitzender der Herausgeber der Neuen Zeit Josef Riedler ist. Im Zusammenhang mit
den vor einigen Monaten aufgetretenen Differenzen von SPÖ und ÖVP über die
Auszahlung der Förderungsmittel (Anlaßfall: Subventionierung des “Standard”) hat
Bundeskanzler Mag. Klima eine Reform der Presseförderung angekündigt.
Die unterfertigten Abgeordneten richten daher an den Bundeskanzler die nachstehende
ANFRAGE
1. Sind Sie der Auffassung, daß eine Presseförderung durch Vergabe von
Subventionsmittel noch zeitgemäß ist?
Wenn ja, auf Grund welcher Erwägungen?
2. Trifft es zu, daß Sie eine Reform der Presseförderung beabsichtigen?
Wenn ja, welche
konkreten Veränderungen sind beabsichtigt?
3. Welche Rolle soll der Presseförderungskommission in Zukunft zukommen?
4. Wie beurteilen Sie den Umstand, daß der Vorsitzende der
Presseförderungskommission der Herausgeber einer Tageszeitung ist, die selbst von
der Presseförderung jährlich mit Millionenbeträgen profitiert?
5. Teilen Sie die Auffassung, daß es unvereinbar ist, in die Presseförderungskommission
Mitglieder zu berufen, die Medien vertreten, die von der Presseförderung
profitieren?
Wenn ja, werden Sie dies für die Zukunft ausschließen?
Wen nein, warum nicht?
6. Wie werden die für die besondere Presseförderung im Jahre 1998 zur Verfügung
stehenden Budgetmittel auf die einzelnen Medien aufgeteilt und welche
Erwägungen waren dafür maßgebend?
7. Sind Sie bei der Aufteilung der Mittel der Empfehlung der
Presseförderungskommission gefolgt?
Wenn nein, warum nicht und wie lautet die Empfehlung der
Presseförderungskommission?