4966/J XX.GP

 

Anfrage

 

der Abg. Wenitsch, Dr. Salzl, Klein, Riess, Dr. Krüger

an den Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr

betreffend limnologische Station Lunz am See - aquatische

Forschung in Österreich

 

Während andere Staaten die aquatische Forschung im Interesse

des Gewässerschutzes und der Fischerei intensivieren,

behandelt Österreich diesen Bereich äußerst stiefmütterlich.

Der Bundesminister für Land - und Forstwirtschaft schreibt

im Jahresbericht 1997, daß Fischerei und Aquakultur “Bereiche

mit relativ schwacher österreichischer Beteiligung” bei

EU - Forschungsprogrammen (z.B. FAIR) seien.

 

Obwohl in Österreich ein dramatischer Rückgang an heimischen

Fischarten in Flüssen und Seen zu verzeichnen ist, wird die

Forschungstätigkeit großteils der Initiative privater

Fischereiverbände überlassen.

 

Voraussetzung für eine nachhaltige Fischereiwirtschaft ist

aber die ökologisch einwandfreie Beschaffenheit von Ober -

flächengewässern. Die Limnologie hat es sich zur Aufgabe

gemacht, diese Zusammenhänge zu untersuchen. Umso erstaun -

licher und unfaßbarer ist daher die geplante Schließung der

limnologischen Station in Lunz am See (N.Ö.).

 

Während für abseitige geisteswissenschaftliche Fragestellungen

einerseits und kostspielige Hightech - Projekte mit fraglichem

Nutzen andererseits sowie für internationale Prestige - Projekt -

Beteiligungen Jahr für Jahr Forschungsmittel lockergemacht

werden, fällt die unspektakuläre, aber umso nützlichere

naturwissenschaftliche Forschung im Dienste des Ökosystems

Wasser dem Rotstift von Wissenschaftsbürokraten zum Opfer.

 

Daher stellen die unterzeichneten Abgeordneten an den Herrn

Bundesminister für Wissenschaft und Verkehr die nachstehende

 

Anfrage:

 

1. Wie hoch waren die Mittel, die Ihr Ressort 1995, 1996 und

     1997 für die limnologische Forschung an der Station Lunz

     am See ausgegeben hat ?

 

2. Wie hoch waren die Mittel, die Ihr Ressort 1995, 1996 und

    1997 für Fischereiforschung

    a) an Universitäten,

    b) an Bundesanstalten,

    c) an privaten Forschungsprojekten

        ausgegeben hat ?

3. Wie hoch waren die Mittel, die Ihr Ressort 1995, 1996 und

     a) für Weltraumforschung,

     b) für Gentechnikforschung,

     c) für Atomforschung

         ausgegeben hat ?

 

4. Von wem stammt der Vorschlag, die limnologische Station

     in Lunz am See zu schließen ?

 

5. Wie lautet die Begründung für diese geplante Schließung

    und nachträgliche Zerstörung des Lebenswerkes von

    Prof. Ruthner ?

 

6. Welcher Verwendung sollen die Grundstücke und Gebäude

    zugeführt werden ? Wer sind die Interessenten ?

 

7. Für welche Zwecke bzw. Forschungsbereiche sollen die

    eingesparten Mittel bzw. die Liquidierungserlöse

    verwendet werden ?

 

8. Welche Personen und Institutionen werden in Hinkunft die

    limnologischen Aufgabenstellungen der Station Lunz am See

    erfüllen ?

 

9. Wer wertet derzeit in Österreich die Ergebnisse der

    aquatischen Forschung in anderen Ländern aus ?

    Welche Mittel stehen dafür jährlich zur Verfügung ?

 

10. Was werden Sie unternehmen, um die schwache österreichische

      Beteiligung an EU - Forschungsprogrammen im Bereich der

      aquatischen Forschung, insbesondere am EU - Programm FAIR

      im Bereich “Fischerei und Aquakultur” zu verbessern ?