5038/J XX.GP
Anfrage
der Abgeordneten K. Horngacher, Kampichler, Dr. Leiner, Dr. Feurstein
und Kollegen
an die Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales
betreffend Maßnahmen zum Schutz des Lebens
In den Monaten Jänner bis Mai 1998 kamen um 5,9 Prozent weniger Kinder zur Welt als im
Vergleichszeitraum 1997. Laut ÖSTAT weisen die Landeshauptstädte seit 1997 mit
Ausnahme von Bregenz negative Geburtsbilanzen auf.
Nach Information der Anfragesteller sind jedoch für diesen Geburtenrückgang nicht
vorwiegend materielle Gründe ausschlaggebend.
Der geringe Stellenwert in der Gesellschaft von Frauen, die sich entscheiden, für die
Kindererziehung ihren Beruf aufzugeben, ist ein wesentlicher Grund für den
Geburtenrückgang. Berufstätige Frauen, die Beruf und Familie vereinbaren wollen,
entscheiden sich oft dafür, nur ein Kind zu bekommen.
Die Würde des Menschen und das Recht auf Leben verlangen es, daß Rahmenbedingungen
dafür geschaffen werden, daß keine Frau aus welchen Gründen auch immer zur Abtreibung
gezwungen ist. Da aber jede Abtreibung die Lebenschance eines Kindes vernichtet, müssen
wir alles tun, um Frauen die Möglichkeit zu geben, Kindern das Leben zu schenken.
Durch die jüngsten Diskussionen über die Abtreibungspille Mifegyne entsteht in der
Öffentlichkeit der Eindruck, daß Abtreibung etwas Selbstverständliches ist. Es besteht die
Gefahr, daß die Abtreibung als eine Methode der Verhütung gesehen wird. Langfristig
gesehen könnte dadurch ein beachtlicher Anstieg der Abtreibungszahlen eintreten. Darüber
hinaus ist festzustellen, daß Frauen an den Spätfolgen einer Abtreibung psychisch und
körperlich zu leiden haben.
Die Sorge um diese Situation sollte uns veranlassen, die umfassende Beratung zu verstärken
und alles zu tun, um die Zahl der Abtreibungen zu reduzieren.
Daher richten die unterzeichneten Abgeordneten an die Bundesministerin für Arbeit,
Gesundheit und Soziales folgende
Anfrage:
1. Wird eine anonyme Statistik über die Anzahl der Abtreibungen in Österreich geführt?
2. Wenn ja, wieviele Abtreibungen hat es in den letzten Jahren bzw. seit Existenz einer
Statistik gegeben?
3. Wenn nein:
a) Warum nicht?
b) Ist geplant, in Zukunft eine anonyme Statistik zu erstellen?
c) In welcher Höhe belaufen sich die Schätzungen über die Anzahl der Abtreibungen in
Österreich im Jahr 1997?
4. Werden aktuelle Untersuchungen seitens ihres Bundesministeriums über die Motive
der Abtreibung durchgeführt?
5. Wenn ja, wie lauten die Ergebnisse?
6. Wenn nein, ist daran gedacht, so eine Untersuchung in Zukunft durchzuführen?
7. Welche zusätzlichen präventiven Maßnahmen werden Sie ergreifen, um Leben zu
schützen und die Anzahl der Abtreibungen zu senken?
8. Werden Sie sich dafür einsetzen, daß die Abtreibungspille Mifegyne in Österreich
nicht auch in Apotheken käuflich erworben werden kann?
9. Wenn nein, warum nicht?