5066/J XX.GP
der Abgeordneten Mag. Terezija Stoisits, Freundinnen und Freunde
an den Bundesminister für Justiz
betreffend entwürdigende und rassistische Äußerungen in Gerichtssälen
Einer Gerichtskolumne der Tageszeitung ““DER STANDARD” vom 16. Oktober 1998 ist es
zu verdanken, daß die entwürdigende Behandlung eines Tatopfers aufgrund seiner
Hautfarbe in einem Strafverfahren einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Ein
Opfer eines schweren Raubes konnte von den Angeklagten und deren Anwalt nach
Aufmunterung (!) durch die Richterin mit “Bimbo” beschimpft werden. Wie aus
zahlreichen Reaktionen und Protestanrufen ersichtlich war, hat dieses Verhalten von
Vertretern der Rechtsprechung große Empörung ausgelöst.
Die unterfertigten Abgeordneten vertreten die Auffassung, daß derartige Vorfälle eine
entwürdigende Demütigung von Menschen durch die Justiz darstellen und dem
Ansehen der Justiz abträglich sind. Daher stellen sie folgende
ANFRAGE:
1. Ist Ihnen der angesprochene Vorfall bekannt geworden? Sind Ihnen bisher
ähnliche Vorfälle bekannt geworden?
3. Teilen Sie die Auffassung, daß Vorfälle wie der genannte geeignet sind, das
Ansehen der Rechtsprechung in der Öffentlichkeit zu beschädigen?
4. Welche Möglichkeiten sehen Sie, um auf die RichterInnen einzuwirken, damit
diese vor Gericht rassistischen oder sonst erniedrigenden Umgang mit Tatopfern,
aber auch mit Angeklagten und Zeugen nicht nur nicht fördern, sondern aktiv
unterbinden?
5. Welche Möglichkeiten sehen sie generell, um für die Zukunft das Bewußtsein für
die Notwendigkeit eines nichtdiskriminierenden Umgangs mit Minderheiten
innerhalb der Justiz zu schärfen?
6. Haben Sie bisher entsprechende Schritte unternommen?
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